Morgan Motor
Die Morgan Motor Company ist ein britischer Autohersteller für Sportwagen in privater Hand.
Das Unternehmen ist weltweit das einzige, das bei Automobilen noch Aufbauten mit Rahmen aus Eschenholz einsetzt. Diese Fertigungstechnik stammt aus dem Kutschenbau. Der Morgan 4/4 hält den Rekord als das am längsten durchgehend produzierte Automodell. Die sehr leichten und teils sehr starken Fahrzeuge von Morgan haben in einer großen Fangemeinde Kultstatus. Pro Jahr werden rund 1000 Fahrzeuge gebaut. Deutschland ist zweitgrößter Markt von Morgan. Der Gesamtumsatz liegt bei 48 Millionen Euro.
Geschichte
Das Unternehmen wurde 1909 von Harry Frederick Stanley Morgan (* 1881 in Stoke Lacy Rectory, Hereford; † 1959) in Malvern Link, einem Stadtteil von Malvern in der Grafschaft Worcestershire, West Midlands, gegründet. Nach dem Tod des Gründers 1959 übernahm sein Sohn Peter die Geschäftsführung. Peter Morgan starb am 20. Oktober 2003. Sein Sohn Charles leitet seit 1999 die Geschicke des Unternehmens.
2009 hat die Morgan Motor Company ihr 100-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen in Malvern Link und Cheltenham zwischen dem 24. Juli und dem 2. August begangen. Insgesamt wurden 75.000 Fahrzeuge gebaut. Heute gibt es ein Werksmuseum und jährlich rund 25.000 Besucher.
Im April 2019 übernahm der italienische Investor Investindustrial (welcher auch an Aston Martin beteiligt ist) die Mehrheit an der Firma.
Threewheeler
Zunächst wurden dreirädrige Fahrzeuge gebaut, mit Motor und zwei gelenkten Rädern vorne und einem angetriebenen Hinterrad. Das Gewicht des ersten Threewheelers war mit 178 kg angegeben. Im Laufe der Jahre wurden eine große Zahl von Varianten gebaut: „Einfache“ Zweisitzer, auch Viersitzer und Lieferwagen mit Kastenaufbau. Bis 1934 gab es ausschließlich luft- oder wassergekühlte Zweizylinder-Einbaumotoren verschiedener Hersteller. Bekannt sind die JAP-Motoren, aber auch Motoren von Matchless und Anzani. Oft waren die Motoren frei im Fahrtwind stehend vor der Vorderachse eingebaut, andere hatten eine Motorhaube oder den Motor hinter dem Kühler.
Es gab auch Sport- und Rennversionen. So erreichte bereits 1928 ein Threewheeler auf der Brooklands-Rennstrecke eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Ab 1934 kam die F-Baureihe mit anderer Karosserieform hinzu, die auch als Zweisitzer, Viersitzer und in einer Sportversion produziert wurde. „F“ steht für den verwendeten Ford-Motor, ein Vierzylinder-Reihenmotor. 1952 wurde die Produktion der Morgan-Threewheeler beendet.
Morgan 4/4, Plus 4, Plus 4 Plus
Der erste Prototyp des vierrädrigen Automobils wurde 1935 getestet. Die Serienproduktion des Modells 4/4 (Vierzylinder, vier Räder), das zunächst 4-4 hieß, begann 1936. Dieses Modell wird noch heute gebaut, zwar ein wenig modifiziert, aber konzeptionell unverändert. Hauptsächlich wurden bei Modellwechseln immer wieder modernere Motoren und Getriebe eingebaut, damit das Fahrzeug den geltenden Gesetzen und Zulassungsbestimmungen gerecht werden konnte. Der 4/4 ist so das bis heute am längsten in Serie gebaute Fahrzeug der Welt.
Das sogenannte Drophead Coupé war eine eigenständige Karosserieform, gebaut von 1938 bis 1968. Kennzeichnend war die mit einem starren Scheibenrahmen versehene Windschutzscheibe, das fest am Aufbau montierte klappbare Verdeck, hochgezogene Türen mit festen Scheibenrahmen und Schiebescheiben. Auch dieses Modell wurde in verschiedenen Varianten gebaut: als 4/4, +4, 4-4, auch ein viersitziges Drophead-Coupe („Coupé mit abnehmbarem Dach“, nach deutschem Verständnis ein Cabriolet, komfortabler als ein Roadster) wurde in 52 oder 53 Exemplaren gebaut.
2009 kam mit dem 4/4 Sport eine puristische Variante auf den Markt, die mit einem 82 kW (112 PS) starken 1,6-Liter-Motor von Ford ausgerüstet ist und mit weiter vereinfachter Ausstattung etwa 39.500 Euro kostet.
Das erste Modell mit festem Dach war der nur 26-mal gebaute Morgan Plus 4 Plus von 1963. Er hat eine dem Zeitgeschmack entsprechende Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff auf der hergebrachten Plattform.
+8 / Plus Acht
1969 wurde als zweite Baureihe der +8 (oder Plus 8) mit dem ursprünglich von Buick entwickelten Rover-Achtzylinder-V-Motor mit einem Hubraum von 3,5 Litern und einer Leistung von etwa 120 kW (160 PS) eingeführt. Bei einem Fahrzeuggewicht von 935 kg (Leergewicht) ergaben sich für die damalige Zeit sehr gute Fahrleistungen. In der Beschleunigung konnte er bis zuletzt mit den meisten Sportwagen mithalten. Wegen des nicht sehr sportlich ausgelegten Motors (31 kW/l) hat der Wagen einen guten Durchzug – er kann auch bei niedrigen Geschwindigkeiten in hohen Gängen gefahren werden.
Dieses Modell wurde mit Hubräumen von 3,5 Liter mit Vergaser und etwa 120 kW (160 PS) von 1968/69 bis 1987, mit Saugrohreinspritzung mit ca. 140 kW (190 PS) von 1984 bis 1990, mit 3,9 l Hubraum und Einspritzung, etwa 140 kW (190 PS) von 1990 bis 2004 und als 4,6-Liter-Einspritzmotor mit stark variierenden Leistungsangaben von etwa 140 kW bis etwa 166 kW (190 PS bis 226 PS) von 1998 bis 2001 produziert.
Allein der Beliebtheit und andauernden Popularität dieses Modells ist es zu verdanken, dass die Morgan Motor Company in den 36 Jahren seiner Produktion (1968–2004) von einer Pleite verschont blieb.
Als Mitte der 1970er Jahre in den USA Emissionsgrenzen für Verbrennungsmotoren eingeführt wurden, rüstete man alle von 1974 bis 1992 eingeführten Plus 8 auf Propangas-Betrieb um. Als Rover schließlich in den 1990ern einen neuen abgasarmen Motor zur Verfügung stellte, konnte auch der Plus 8 wieder mit Benzinmotor in den USA verkauft werden. Als aber ab 2006 neue Sicherheitsrichtlinien in Bezug auf Karosserie und Airbags galten, versuchte man vergeblich eine Ausnahme von diesen Gesetzen zu erhalten, was den Import klassischer Morgans stark sinken ließ.
Im März 2012 stellte Morgan auf dem Genfer Auto-Salon einen neuen Achtzylinder-Roadster unter dem traditionellen Namen Plus 8 vor. Statt der Karosserie mit Holzgerippe und Aluminiumbeplankung hat der Wagen wie der Aero 8 ein Monocoque aus Aluminium. Die Form erinnert an den ersten Plus 8, die Karosserie ist aber etwa 30 cm breiter und 15 cm länger.
Angetrieben wird der neue Plus 8 von einem BMW-4,8-Liter-V8-Motor, der mit Motorleistungen von 270 kW und 291 kW angeboten wird. Serienmäßig hat der Wagen ein Sechsgang-Schaltgetriebe, wahlweise gibt es eine Sechsgang-Automatik. Laut Herstellerangabe beschleunigt das 1100 Kilogramm schwere Fahrzeug in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h, als Höchstgeschwindigkeit sind 250 km/h angegeben. Der 2012er Plus 8 erfüllt die aktuellen europäischen Sicherheits- und Emissionsstandards.
Aero 8
Im Februar 2000 stellte Morgan auf dem Genfer Auto-Salon den neuen Aero 8 mit 4,4-Liter-BMW-V8-Motor (N62), neuem Chassis und Fahrwerk und modernisierter Linienführung vor. Die Auslieferung des Aero 8 begann 2001. Er kostete weit mehr als die bis dahin angebotenen Modelle, war für anspruchsvolle Kundschaft gedacht und beschleunigt in 4,5 s von 0 auf 100 km/h.
Seit 2006 rüstete Morgan den Aero 8 serienmäßig mit Airbags und einem Antiblockiersystem (ABS) aus. Zudem ist ein Facelift mit verkleinertem Lufteinlass unterhalb des Kühlergrills und runden Blinkern eingeführt worden. Auch die zugunsten eines niedrigeren Luftwiderstandes „schielenden“ Scheinwerfer von VW wurden aufgegeben. Die Gläser der neuen, für den Mini entwickelten Scheinwerfer standen quer zur Fahrtrichtung.
Ein 4,8-Liter-BMW-V8-Motor mit 270 kW (367 PS) treibt die letzte Version des Aero 8 an. Er soll in 4,2 s von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine Endgeschwindigkeit von 273 km/h erreichen.
In zehn Baujahren wurden vier Varianten des Aero 8 gebaut, insgesamt ca. 700 Fahrzeuge sowie 100 Aeromax. Die Serienproduktion wurde 2010 eingestellt. Im vierten Quartal 2015 wurde die Serienproduktion der 5. Generation des Aero 8 aufgenommen.
Aeromax
2005 präsentierte Morgan am Genfer Salon den Aeromax, ein auf dem Aero aufbauendes Einzelstück, das für den Schweizer Bankier Prinz Eric Ioan Sturdza gebaut wurde. Designer dieses Wagens war Matthew Humphries. Der Wagen ist ein Coupé mit Fließheck und längs geteiltem Heckfenster mit aufklappbaren dreieckigen Glashälften.
Morgan Motor Company legte ein dem Aeromax ähnliches Modell in auf 100 Exemplare limitierter Serie parallel zum Aero 8 auf. Wie der Aero 8 war es mit manuell zu schaltendem Sechsganggetriebe oder ZF-Sechsstufenautomatik erhältlich. Ab Frühjahr 2007 wurde es ausgeliefert. Die letzten Exemplare sollten im Jubiläumsjahr 2009 oder Anfang 2010 an die Besitzer übergeben worden sein. Ein Aeromax des Modelljahres 2010 wurde im folgenden Jahr für US$ 209.000 versteigert.
Roadster
Seit der Einstellung der Produktion der Rover-V8-Motoren im Jahre 2004 wird anstelle des Plus 8 der neue Roadster mit Ford- bzw. Jaguar-Drei-Liter-Sechszylinder-V-Motor (etwa 160 bis 170 kW, bzw. 220 bis 230 PS) angeboten. Ab November 2007 verringerte sich die Leistung durch den Einbau von anderen Katalysatoren auf 150 kW (203 PS).
Der Morgan Roadster wird auch in einer um 100 kg leichteren Version angeboten, diese wird von einem 170 kW (230 PS) starken V6-Motor angetrieben.
Ab 2012 wurde in den Roadster ein neuer Motor eingebaut: ein Ford-3,7-Liter-V6-Motor mit 209 kW (280 PS) und Ford-6-Gang-Getriebe.
Roadster 4-Seater
Seit dem Genfer Auto-Salon 2006 wird mit dem Roadster 4-Seater wieder ein Morgan-Modell als Viersitzer angeboten. Das überarbeitete Design des neuen Viersitzers stammt von Matthew Humphries, einem jungen britischen Designer. Den Wagen gibt es auch als +4 mit 2,0-Liter-Ford-Duratec-Maschine mit etwa 107 kW (145 PS).
3 Wheeler
Am 3. März 2011 präsentierte Morgan im Rahmen des Genfer Automobilsalons einen neuen 3 Wheeler. Das in Großbritannien als Motorrad homologierte Fahrzeug sieht aus wie sein historischer Vorgänger. Angetrieben wird es von einem 60 kW starken V2-Motor des Herstellers S&S, der für Custombike-Motoren und Tuningteile insbesondere für Harley-Davidson bekannt ist. Das Getriebe stammt aus dem Roadster Mazda MX-5 und hat hierdurch – erstmals bei Morgan 3 Wheelern – auch einen Rückwärtsgang. Auf der jährlich stattfindenden „Motorcycle Live“ wurde 2013 die aktualisierte „2014 Edition“ vorgestellt.
Plus Six
Auf dem Genfer Auto-Salon 2019 wurde der Plus Six präsentiert. Er wird vom turbogeladenen BMW-B58-Reihensechszylinder-Ottomotor mit 340 PS und einem Achtgang-Automatikgetriebe von ZF angetrieben. Anstelle des traditionellen Morgan-Leiterrahmens und der Schiebesäulenaufhängung verfügt es über ein neues Aluminiumgehäuse und ein völlig unabhängiges Aufhängungsdesign mit doppelten Querlenkern vorne und einem Mehrlenkersystem hinten.
Technische Merkmale und Eigenheiten
Alle Morgan-Modelle außer dem Aero 8 haben immer noch ein Holzgerüst für die Karosserie auf einem Stahlrahmen – Morgan ist damit das letzte Automobilunternehmen, das noch für Personenkraftwagen die klassische Gemischtbauweise verwendet, wie sie im Boots- und Kutschenbau üblich ist. Ältere Morgans neigen zu Karosserieschäden, weil der Aufbau nicht sehr dicht ist und nur von außen lackiert wurde. Daher rostet das Blech von innen und das Eschenholzgerippe verrottet, sobald Wasser eindringt.
Die älteren vierrädrigen Modelle haben einen stählernen Fischbauchrahmen aus nach außen gebogenen Z-Profilen. Der Boden ist aus Sperrholz. Die unabhängige Vorderradaufhängung besteht aus zwei starr mit dem Rahmen verbundenen Querträgerrohren mit einer Geradwegfederung, ein Patent von Morgan aus dem Jahre 1909. Die hintere Starrachse ist an Blattfedern aufgehängt, sie wird bei den stärkeren Modellen mit einem Sperrdifferential ausgerüstet. Der Rahmen läuft („underslung“) unter der Achse her.
Der auf dem Rahmen aufgesetzte Aufbau besteht aus einem Gerippe aus Eschenholz, je nach Modell und Baujahr mit Stahl- oder Alublech beplankt.
Das Modell Aero 8 ist von modernerer Machart. Federführender Konstrukteur des Aero8 war Chris Lawrence, der 1962 bereits auf einem von ihm persönlich modifizierten und getunten Morgan +4 Super Sports die 2-Liter-Klasse des 24-Stunden-Rennens von Le Mans gewinnen konnte.
Beim Aero 8 ist das Chassis ein aus weitgehend ebenen Aluminiumblechen zusammengeklebtes und genietetes Monocoque, mit handgetriebenen Verkleidungsblechen (Kotflügel, Motor- und Kofferraumhauben), auch aus Aluminium. Vorder- und Hinterräder sind einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt.
Motorsport
Morgan ist von jeher – unterschiedlich stark – im Motorsport involviert. So hat ein Werksteam 2003 und 2004 am 24-Stunden-Rennen von Le Mans in der Klasse GT2 teilgenommen. In den Jahren 2007 bis 2009 beteiligte sich ein wiederum vom Bankhaus Banque Baring Brothers Sturdza gesponsertes Team in fünf Rennen der FIA-GT3-Europameisterschaft.
Morgan 3-Wheeler (2012–2021)
Der Morgan Threewheeler ist ein britischer Roadster mit zwei Vorderrädern, nur einem Hinterrad und einem Zweizylinder-Frontmotor. Henry Frederick Stanley Morgan (* 1881 in Stoke Lacy Rectory, Hereford, † 1959) konstruierte den Prototyp in den Jahren 1908/09 und stellte sein erstes Modell, den einsitzigen „Morgan Runabout“, 1910 auf der Londoner Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung der Öffentlichkeit vor. Obwohl es keinen Plan für eine Serienfertigung gab, war das Interesse an dem kleinen Wagen so groß, dass Morgan in neue Gebäude und Maschinen investierte und ihn produzierte. Bis 1952 wurde er mit nur kleinen Veränderungen gebaut.
Auf dem Genfer Auto-Salon 2011 präsentierte Morgan Motor eine moderne Neuauflage, die 2012 auf den Markt kam. Dieser 3-Wheeler hat ein 5-Gang-Schaltgetriebe von Mazda, statt des anfänglichen Zweiganggetriebes ohne Rückwärtsgang und des späteren Dreiganggetriebes.
Im Frühjahr 2016 wurde eine Variante mit Elektroantrieb vorgestellt, die im Juli desselben Jahres in einer ersten Auflage auf den Markt kam.
Äußerlich ähnelt die Neuauflage des 3-Wheelers von 2012 dem Original.
Vorn ist ein Zweizylinder-V-Motor mit zwei Liter Hubraum eingebaut, dessen Auspuffanlage wiederum als Sidepipes ausgeführt ist.
Hersteller ist S&S in Wisconsin, der Zulieferer von Harley-Davidson. Die Vorderräder sind nicht mehr an der für Morgan patentierten Achse mit Geradwegfederung, sondern an doppelten Dreiecksquerlenkern aufgehängt. Die aus Aluminium statt Stahlblech gefertigte Karosserie ist nach wie vor spartanisch: ohne Windschutzscheibe, ohne Türen, ohne festes Dach, allerdings mit zwei Überrollbügeln zum Schutz der Insassen. Wie seit jeher wird auch der neue Threeweeler von Hand gebaut.
Auf dem Genfer Auto-Salon 2016 präsentierte Morgan eine elektrische Variante des neuen 3-Wheelers. Im Juli 2016 wurde berichtet, dass die Serienproduktion des 46 kW (63 PS) starken 3-Wheeler EV3 angelaufen sei. Diese UK 1909 Edition benannte Version entstand in Zusammenarbeit mit dem britischen Traditionswarenhaus Selfridges und war auf 19 Exemplare limitiert. Neben dem Fahrzeug gehören Fahrerstiefel, Handschuhe, Jacke, Schal und Regenschutz zum Gesamtpaket. Um ein Exemplar zu erhalten, muss der Kunde seinen Wohnsitz in Großbritannien haben und persönlich bei Selfridges anfragen. 2018 wurde bekannt, dass Entwicklungspartner Frazer Nash finanzielle Probleme hat. Daraufhin wurde die Elektroversion gestrichen. Rund 100 Kunden, die ihren elektrischen Threewheeler bereits angezahlt hatten, bekamen ihr Geld zurück.
Im November 2020 kündigte der Hersteller an, im Jahr 2021 die Produktion vorübergehend einstellen zu wollen. Aus diesem Anlass wurde auch die auf 33 Exemplare limitiere Sonderedition P101 Edition vorgestellt. Der Name bezieht sich auf den ursprünglichen Projektnamen P101 für das Fahrzeug. Als Nachfolgemodell wurde im Februar 2022 schließlich der Morgan Super 3 vorgestellt.
Morgan Super 3 (2022-)
Der Morgan Super 3 ist ein dreirädriges Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen des britischen Automobilherstellers Morgan.
Nachdem die Produktion des Vorgängermodells 3-Wheeler Ende 2021 eingestellt wurde, präsentierte Morgan am 24. Februar 2022 den Super 3.
Zunächst ist er in Europa und den USA erhältlich. Gebaut wird das Fahrzeug im englischen Malvern.
Der Rahmen des Super 3 ist ein geklebtes Aluminium-Monocoque, wie beim Plus Four und Plus Six. Die Vorderräder sind einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt. Gegenüber dem Vorgängermodell soll das Fahrgestell stabiler sein und mehr Platz für die Passagiere bieten.
Als Windschutz für die Passagiere dienen lediglich zwei kleine Windschilder. Ein Verdeck ist nicht erhältlich, aber Morgan bietet eine spezielle Jacke mit anknöpfbarer Schürze als Regenschutz für die Hose an. Alle Baugruppen im Cockpit sollen nach IP64 staubdicht und gegen Spritzwasser geschützt sein. Die Sitze sind fest eingebaut; um die Sitzposition an den Fahrer anzupassen, lassen sich die Pedale und die Lenksäule verstellen. Im Cockpit werden digitale Instrumente mit einem klassischen Aussehen eingebaut.
Ein frei saugender Dreizylinder-Ottomotor (Ford EcoBoost) mit 1432 cm³ Hubraum und 87 kW (118 PS) Leistung treibt den trocken 635 kg schweren Roadster an. Der Motor ist längs eingebaut und anders als beim 3-Wheeler unter einer Motorhaube verborgen. Die beiden Kühler sitzen neben dem Motor hinter der Vorderachse. Das 5-Gang-Schaltgetriebe stammt aus dem Mazda MX-5. Über eine Antriebswelle, ein neu entwickeltes Winkelgetriebe und einen aramidfaserverstärkten Zahnriemen wird das Hinterrad angetrieben. Die Beschleunigung auf 100 km/h soll sieben Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 209 km/h angegeben.
Morgan Plus 4 (1950-2020)
Der Morgan Plus 4 ist ein Roadster des britischen Automobilherstellers Morgan, der zwischen 1950 und 1969, 1985 und 2000 und zwischen 2005 und 2019 gebaut wurde.
Das Fahrzeug, das als Zwei- oder Viersitzer angeboten wird, ist zwischen dem Morgan 4/4 und dem Morgan Plus 8 angesiedelt.
Am 3. März 2020 wurde das Nachfolgemodell Morgan Plus Four vorgestellt, das zu 97 Prozent aus neuen Teilen besteht. Außerdem wurde die Ziffer im Modellnamen durch ein Zahlwort ersetzt.
Mit dem Plus 4, der 1950 auf den Markt kam, blieb Morgan bei den Konstruktionsmerkmalen der 1930er-Jahre. Der Wagen hatte einen Leiterrahmen, die 1909 konstruierte und für Morgan patentierte Vorderradaufhängung mit senkrechten Führungsrohren und Schraubenfedern, eine hintere Starrachse an Blattfedern sowie die Karosserie in Gemischtbauweise aus Eschenholz und Stahlblech. Neu war ab 1953 die Frontpartie mit dem später typischen rundlichen Kühlergrill im Gegensatz zur ersten flachen Ausführung, dem sogenannten „flat rad“.
Der Wagen hatte einen wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotor mit seitlicher Nockenwelle und einem Solex-Fallstromvergaser, Hubraum 2088 cm³, Leistung 69 PS (51 kW) bei 4200/min, maximales Drehmoment 15,4 mkp (151 Nm). Die Gänge zwei bis vier des Vierganggetriebes waren synchronisiert. Die Kraft wurde über eine geteilte Kardanwelle an die Hinterräder übertragen. Der Motor kam von Standard, zunächst aus dem Standard Vanguard, später wurde diese Konstruktion auch in verschiedenen Modellen von Triumph verwendet.
1954 wurde zusätzlich ein Morgan Plus 4 TR mit 1991-cm³-Motor von Triumph angeboten, der 91 PS (67 kW) bei 4800/min leistete und ein maximales Drehmoment von 16,1 mkp (158 Nm) hatte. Mit dem Motor aus dem Triumph TR3 stieg die Leistung 1959 auf 101 PS (74 kW) bei 5000/min und das maximale Drehmoment auf 16,8 mkp (165 Nm) bei 3000/min und für Rennen gab es 1963 einen Plus 4 Super Sports mit 120 PS (88 kW) bei 5500/min und einem maximalen Drehmoment von 19,8 mkp (194 Nm). Laut Werksangabe war der Super Sports je nach Achsuntersetzung bis zu 210 km/h schnell.
Maße und Gewicht des Morgan Plus 4 änderten sich während der ersten Epoche von 1950 bis 1969 nur geringfügig. Der Roadster war anfangs 3550 mm, später 3650 mm lang und 1420 mm breit, bei einem Radstand von 2438 mm sowie einer Spurweite von 1190 mm vorn und 1230 mm hinten. Das Gewicht wurde zu Beginn der Bauzeit mit 710 kg „trocken“ und ab den 1960er-Jahren mit 900 kg für das vollgetankte Fahrzeug angegeben. Die Werte für den Viersitzer sowie für Cabriolet und Coupé wichen geringfügig davon ab.
Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1962 gewann ein Morgen Plus 4 die Klasse der Grand-Tourisme-Wagen bis 2 Liter Hubraum. Gegenüber dem Serienmodell hatte der Wagen eine niedrigere Motorhaube und ein Hardtop aus Aluminium, außerdem eine längere Hinterachsübersetzung und einen 90-Liter-Tank. Das Gewicht lag bei 790 kg. In der Gesamtwertung belegte das von Chris Lawrence und Richard Shepard-Barron gefahrene Fahrzeug Platz 13 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 151,220 km/h. Beim 1000-km-Rennen 1962 auf dem Nürburgring erzielten Gay und Claude Savoye auf Morgan Plus 4 Platz 28 im Gesamtklassement und wurden Dritte der GT-Klasse bis 2 Liter. Zwei weitere Morgan Plus 4 fielen in der ersten Hälfte des Rennens aus. 1963 setzte Chris Lawrence drei Wagen mit 2,5-Liter-Motor ein, gefahren von Rob Slotemaker/Hugh Braithwaite und Philip Arnold/Robin Carnegie, die die Plätze 1 und 2 ihrer Klasse belegten, sowie Adrian Dence/Billy Bleidenstein. 1964 war Lawrence noch mal am Nürburgring, allerdings ohne Erfolg.
Morgan Plus Four (2020-)
Der Morgan Plus Four ist ein Roadster des britischen Automobilherstellers Morgan Motor.
Ursprünglich sollte der Sportwagen im März 2020 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt werden, wegen der COVID-19-Pandemie wurde der Auto-Salon am 28. Februar 2020 jedoch abgesagt.
Deshalb präsentierte Morgan Motor den Plus Four am 3. März 2020 im Werk in Malvern. Ein überarbeiteter Innenraum für die Baureihe wurde im November 2022 vorgestellt.
Gegenüber dem Vorgängermodell Morgan Plus 4 wird die Ziffer im Modellnamen durch ein Zahlwort ersetzt. Außerdem werden nur drei Prozent der Komponenten vom Vorgängermodell übernommen. Der Plus Four baut auf der Plattform mit geklebtem Aluminium-Monocoque und einzeln an doppelten Querlenkern aufgehängten Rädern auf, die 2019 mit dem Morgan Plus Six eingeführt wurde. Außerdem fallen Innen- und Gepäckraum größer aus und der Einstieg ins Fahrzeug soll leichter möglich sein als beim Vorgänger. Sicherheitsrelevante Ausstattungen wie LED-Scheinwerfer und Antiblockiersystem (ABS) sind nun verfügbar.
CX-T
Im August 2021 präsentierte der Hersteller das auf acht Exemplare limitierte Sondermodell CX-T. Es wurde gemeinsam mit dem Tuner Rallye Raid entwickelt und soll auch abseits von Straßen eingesetzt werden können. Dazu wurde unter anderem ein neues Gewindefahrwerk mit 230 mm Bodenfreiheit, längeren Federwegen und neuen Querlenkern eingebaut.
LM62
Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Sieges eines Plus 4 in seiner Klasse (GT 2.0) beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1962 präsentierte Morgan im Januar 2022 das auf 62 Exemplare limitierte Sondermodell LM62. Es hat ein spezielles Grafikpaket, bei dem beispielsweise die Startnummer 29 an den Seiten angebracht ist.
Spiaggina
Ein Einzelstück ist der 2022 gefertigte Spiaggina. Auffälligstes Merkmal ist ein Dach aus Aluminium, das sich seitlich nach oben klappen lässt. Er wurde von einem prominenten Morgan-Sammler in Auftrag gegeben.
Morgan Aero 8 (2001-2018)
Der Morgan Aero 8 ist ein Sportwagen des britischen Automobilherstellers Morgan, der als Coupé und als Roadster verkauft wird.
Die erste Generation wurde im Februar 2000 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt, der Verkauf begann 2001.
Mit diesem Modell brach Morgan mit seiner Tradition und führte moderne Fertigungsmethoden ein. Statt eines Leiterrahmens mit Sperrholzboden und einem Aufbau in Gemischtbauweise (Eschenholzgerippe mit aufgenagelten Stahl- oder Aluminiumblechteilen) hat der Aero 8 ein geklebtes und genietetes Aluminium-Monocoque mit angesetzten Karosserieteilen, auch aus Aluminium, im modernen Retro-Stil. Auch das Fahrwerk ist neu, mit Doppelquerlenkern an allen Rädern.
Die fünfte Generation wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2015 vorgestellt, sie wird von einem 4,8-Liter-V8-Ottomotor mit 270 kW (367 PS) von BMW angetrieben. Auch das 6-Gang-Schaltgetriebe stammt von BMW. Die Produktion des Aero 8 endete 2018, als die Produktion des 4,8-Liter-V8 von BMW eingestellt wurde.
Morgan Plus 8 (1968-)
Der Morgan Plus 8 ist ein offener Sportwagen im Stil der 1930er-Jahre mit einem 8-Zylinder-V-Motor von Rover, den die Morgan Motor Company von September 1968 bis 2004 rund 6000-mal baute.
Als die Produktion des Motors eingestellt wurde, endete auch die Bauzeit des Morgan Plus 8, der durch ein ähnliches Modell mit V6-Motor ersetzt wurde.
Einen neuen Plus 8 gab es zwischen 2012 und 2018, allerdings mit zeitgemäßer Technik und geringfügig verändertem Äußeren. Das Nachfolgemodell Morgan Plus Six wurde auf dem 89. Genfer Auto-Salon im März 2019 vorgestellt.
Nach rund 25 Jahre anhaltendem Erfolg mit motorgetriebenen Dreirädern baute Morgan 1935 den ersten vierrädrigen Sportwagen, den Morgan 4/4, mit einem Coventry-Climax-Vierzylindermotor. Dieser Motor hatte einen Hubraum von 1122 cm³. Es folgten ein 1,3-Liter-Motor der Standard Motor Company und die verschiedensten anderen. Die Grundkonstruktion blieb während der gesamten Bauzeit, auch als Plus 4 und ab 1968 als Plus 8, erhalten: ein Rahmen aus Stahl und eine Karosserie in Gemischtbauweise, das heißt mit einem Gerippe aus Eschenholz, das mit Blech beplankt ist. Das Fahrwerk besteht aus einer Starrachse an Blattfedern hinten und der für Morgan typischen Einzelradaufhängung mit Geradführung und Schraubenfedern vorn.
Der Morgan Plus 8 hat einen Leiterrahmen aus Stahl, auf dem ein aus 94 Teilen bestehendes Holzgerüst aus Eschenholz aufgebaut ist, das die handgetriebenen Bleche der Karosserie trägt. Die Motorhaube ist auffallend lang, längs geteilt und von der Seite nach oben zu klappen, wie es sonst nur noch bis Mitte der 1950er-Jahre an wenigen Fahrzeugen anzutreffen war. Als echter Roadster hat der Wagen nur einen primitiven Wetterschutz, eine verhältnismäßig kleine Windschutzscheibe mit (anfangs drei) kleinen Scheibenwischern, tief ausgeschnittene, vorn angeschlagene Türen und aufsteckbare Seitenscheiben; das Reserverad liegt außen auf dem Heck. Zwei Personen bietet auch die erste Ausführung des Plus 8 mit einer Innenbreite von 1170 mm sowie einer Sitztiefe von 500 mm ausreichend Platz. In einem zeitgenössischen Test heißt es außerdem, dass sich der Fahrersitz genügend weit nach hinten schieben lässt, „damit das feine Astrali-Lederlenkrad in akzeptabler Distanz ergriffen werden kann, …“ Die Anzeigeinstrumente liegen in der Mitte des Armaturenbretts (bis Mitte der 1970er Jahre), wobei der Drehzahlmesser je nach Rechts- oder Linkslenkung im Blickbereich des Fahrers platziert ist.
Die vordere Einzelradaufhängung des Plus 8 geht auf eine Konstruktion von Harry F. S. Morgan aus dem Jahr 1909 zurück. Sie arbeitet mit Dreh-Schubgelenken an jedem Rad, die an einem Querträger des Rahmens befestigt sind. Ein Gelenk besteht aus einer senkrechten, runden Tragsäule (Führungsrohr), auf der eine Hülse gleitet, die zum Lenken verdreht und zum Einfedern hochgeschoben wird. Die Hülse stützt sich auf einer Schraubenfeder ab, die die Tragsäule umschließt. Die hintere Starrachse mit Teleskopstoßdämpfern ist an Längsblattfedern aufgehängt. Die ersten Modelle bis einschließlich 1982 hatten eine Schneckenlenkung mit Lenkfinger, seit 1983 ist es eine Zahnstangenlenkung. Vorn sind Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen eingebaut. Von Anfang an gehörten Leichtmetallräder zur Serienausstattung.
Zwischen 2012 und 2018 gab es einen neuen Morgan Plus 8, auf den ersten Blick wenig verändert, jedoch 15 cm länger und 29 cm breiter als das Original von 1968. Er hat einen V8-Motor des Typs BMW N62 mit einem Hubraum von 4799 cm³, Leistung 270 kW (367 PS) bei 6300/min, maximales Drehmoment 490 Nm bei 3400/min; wahlweise mit Schaltgetriebe oder 6-Gang-Automatik. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 249 km/h begrenzt, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird mit 4,5 Sekunden angegeben. Das Leergewicht des Wagens liegt bei 1100 kg. Den Rahmen aus Stahl gibt es nicht mehr; stattdessen hat der neue Plus 8 ein Aluminium-Monocoque-Chassis. Die Räder sind an doppelten Dreiecksquerlenkern mit Schraubenfedern aufgehängt.
Zum fünfzigsten Geburtstag des Modells präsentierte Morgan auf dem 88. Genfer Auto-Salon im März 2018 den auf fünfzig Exemplare limitierten Morgan Plus 8 50th Anniversary Edition. Jedes Fahrzeug hat eine individuelle Nummer und eine Sonderlackierung. Zu jedem Plus 8 50th Anniversary Edition gibt es noch einen limitierten Christopher Ward C1 Morgan Plus 8 Jubiläums-Chronometer. Die Sondermodelle sollten ursprünglich die letzten Plus 8, die vom BMW-N62-Motor angetrieben werden, sein. Der Kaufpreis für das limitierte Fahrzeug betrug netto 107.500 Pfund Sterling.
Im Jahr 2021 konnte Morgan neun Chassis und V8-Motoren, die an einen anderen Hersteller – vermutlich für den nie in Serie gebauten Bristol Bullet – verkauft worden waren, ungenutzt zurückkaufen. Auf Basis dieser Chassis wird seit Sommer 2021 der Plus 8 GTR gebaut.
Morgan Plus Six (2019-)
Der Morgan Plus Six ist ein Roadster des britischen Automobilherstellers Morgan.
Nachdem der Morgan Plus 8 im Jahr 2018 eingestellt wurde, präsentierte Morgan auf dem 89. Genfer Auto-Salon im März 2019 mit dem Plus Six das Nachfolgemodell.
Es hat einen neuen geklebten Aluminiumrahmen, der doppelt so verwindungssteif ist wie der des Vorgängers und dabei 100 kg leichter. Die Karosserie hat weiterhin ein Gerippe aus Eschenholz.
Angetrieben wird der Morgan Plus Six vom 250 kW (340 PS) starken Reihensechszylinder-Ottomotor des Typs B58 von BMW. Das Fahrzeug ist damit das erste Modell des Herstellers mit Turbolader. Auf 100 km/h soll das Fahrzeug in 4,2 Sekunden beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 267 km/h angegeben.
Morgan Roadster (2004-2019)
Der Morgan Roadster ist ein Roadster des britischen Automobilherstellers Morgan, der zwischen 2004 und 2019 gebaut wurde.
Das Fahrzeug wird von einem 3,7-Liter-V6-Motor von Ford angetrieben, der 209 kW (284 PS) bei 6000/min leistet.
Das 6-Gang-Schaltgetriebe stammt ebenfalls von Ford. Der Roadster wird als Zwei- und als Viersitzer angeboten.

