DAF
DAF (Van Doorne’s Automobiel Fabriek N.V.) ist ein niederländischer Hersteller von Lastkraftwagen.
Er gehört zum US-amerikanischen Paccar-Konzern. Zwischen 1959 und 1975 wurden zudem Personenwagen hergestellt.
Geschichte
Im Jahr 1928 gründete Hub van Doorne in Eindhoven die Hub van Doorne, Machinefabriek en Reparatieinrichting in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (Commanditaire vennootschap). Zu Beginn konzentrierte sich das Unternehmen auf Schweiß- und Schmiedearbeiten für die Eindhovensche Binnenschifffahrt und Philips, aber auch Sattelzugomnibus-Sattelauflieger. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre zwang die Gebrüder Van Doorne – inzwischen war auch Hub van Doornes jüngerer Bruder Wim van Doorne am Unternehmen beteiligt – sich nach neuen Auftragsgebieten umzusehen.
1932 wurde die Firma in Van Doorne’s Aanhangwagenfabriek N.V. (DAF) umbenannt und in eine Aktiengesellschaft (niederländisch Naamloze vennootschap N.V.) umgewandelt. Seitdem konzentrierte sich das Unternehmen ausschließlich auf die Herstellung von schwerbelastbaren Lkw-Anhängern. 1936 wurde mit dem DAF Losser einer der ersten Container-Sattelauflieger der Welt entwickelt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden erstmals eigene Zugfahrzeuge gebaut, nämlich schwere Artillerieschlepper für das Militär. Nach dem Krieg folgte 1948 eine Namensänderung in Van Doorne’s Automobiel Fabriek N.V.
1949 begann DAF neben der Anhängerfertigung auch mit dem Bau eigener Lastwagen, die zunächst lange Zeit mit Dieselmotoren des britischen Herstellers Leyland ausgestattet wurden. Eine Stärke der DAF-Lkw-Produktion waren die von Beginn an angebotenen Frontlenker-Fahrerhäuser, deren Form immer wieder dem Zeitgeschmack angepasst wurde: anfangs rundlich, ab den 1960er Jahren dann eckig ausgeführt. Von den 1950er Jahren bis 1972 waren auch eigene Haubenwagen im Programm.
Ab 1958 wurden mit dem DAF 600, der Daffodil-Reihe und den Modellen DAF 33 bis 66 auch Pkw (siehe unten) produziert. Die DAF-Pkw sind insbesondere durch ihr Variomatic-Getriebe bekannt geworden. Dies ist eine stufenlose Keilriemenautomatik mit Fliehkraftkupplung, die ein schaltruckfreies Fahren ermöglicht. Die Riemenscheiben sind über Fliehkraftregler sowie durch vom Motor-Ansaugrohrdruck über Steuerventile beaufschlagte Membranzylinder axial verstellbar. Vor der Automatik befand sich ein per Hand zu schaltendes Wendegetriebe, so dass die Wagen gleich schnell vorwärts wie rückwärts fahren konnten.
Der letzte von DAF entwickelte Pkw, der DAF 77, war ein Mittelklassemodell mit Variomatic, das dann als Volvo 343 auf den Markt kam und in den Niederlanden produziert wurde.
Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte DAF in der Lkw-Produktion mit Ford zusammengearbeitet, nach dem Krieg begann DAF mit dem DAF A30 eine eigene Lkw-Produktion. Später folgten der A50 und DAF A10. Die ersten Lastwagen wurden mit britischen Leyland- und Perkins-Motoren ausgestattet.
Im Jahr 1963 brachte DAF den Typ 2600 heraus, der erste moderne Lkw, der sich grundlegend von den Vorkriegsprodukten unterschied. Die Frontlenkerfahrerkabine war ab dem Jahr 1968 nach vorne kippbar. Durch ein Baukastensystem mit einer hohen Anzahl von gleichen Bauteilen konnten verschiedene Fahrerkabinen für unterschiedliche Anforderungen hergestellt werden. Ebenfalls ab 1968 wurde ein Sechszylinder-Dieselmotor mit Direkteinspritzung verwendet, den DAF selbst entwickelt hatte.
1967 ließ DAF eine neue Automobilfabrik in Born errichten, in der ab 1967 die DAF-Personenwagen 33, 44, 55 und 66 vom Band rollten.
In den 1970er Jahren war DAF ein Teil des „Vierer-Clubs“, zu dem auch Saviem, Magirus-Deutz und Volvo gehörten.
In dieser Zeit war es für DAF ein großes Problem, qualifiziertes Personal für die Produktion zu finden. In den folgenden wirtschaftlichen Turbulenzen wurde die Pkw-Sparte Volvo übertragen. Die Lkw-Produktion wurde fortgesetzt und DAF wurde in den Verbund „International Harvester“ aufgenommen. Teil dieses Verbundes waren auch die Firmen Atkinson und Pegaso. Ausbleibende Investitionen bewegten DAF jedoch, aus diesem Zusammenschluss wieder auszutreten.
Seit 1982 übernimmt DAF den Vertrieb und den Service für Ginaf-LKW.
Eine Niederlassung in Deutschland erfolgte in Langenfeld (Rheinland) (DAF Nutzfahrzeuge Deutschland GmbH), eine weitere in Erkrath bei Düsseldorf (Deutsche DAF GmbH), eine in Österreich in Wiener Neudorf (DAF Austria).
Im Jahr 1987 übernahm DAF den britischen Hersteller Leyland. Dadurch bekam DAF plötzlich zwei „Heimmärkte“, Großbritannien und die Niederlande. Außerdem wurde durch die Fusion die Produktionskapazität erheblich erweitert. Im Jahre 1988 wurde mit großem Erfolg die Baureihe 95 eingeführt. Mit diesem Modell erreichte DAF seine erste Auszeichnung „Truck of the Year“. In den folgenden Jahren wurde diese Serie um die leichteren Baureihen 45/55 und 65/75/85 erweitert.
Nach der vollständigen Übernahme von Leyland versuchte DAF auch, den spanischen Lkw-Hersteller Pegaso zu übernehmen. Pegaso war wegen anhaltender Verluste in einer schwierigen Situation. Im Jahre 1989 machte DAF ein Übernahmeangebot. Jedoch kam es nicht zu dem Zusammenschluss. Die Iveco-Gruppe übernahm Pegaso.
DAF beabsichtigte, eine größere Rolle auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt zu spielen. Daher ging das Unternehmen an die Börse.
Für den Bau leichter Lastwagen hatte DAF schon vor der Übernahme eine Zusammenarbeit mit Leyland vereinbart. Letztere stellte leichte Lkw für DAF in Lizenz her. Nach der Übernahme wurde der Leyland Sherpa zum Freight Rover weiterentwickelt, später zum DAF 200, worauf der schwerere DAF 400 folgte. Der Leyland Roadrunner wurde zunächst als DAF 800 vermarktet, aber bald in DAF 45 umbenannt. Auf dessen Grundlage wurde der DAF 55 entwickelt. Als der Lkw-Markt in schwere Turbulenzen geriet, musste DAF im Jahr 1993 Insolvenz anmelden. Das Unternehmen startete einen Neuanfang im selben Jahr unter dem Namen „DAF Trucks N.V.“ und wurde im Jahr 1996 vom amerikanischen Nutzfahrzeughersteller Paccar übernommen.
Die Abwicklung des Konkurses dauerte 19 Jahre. Das Verfahren wurde im Jahr 2012 beendet und war damit einer der längsten Konkurse in den Niederlanden. An mehr als 1.100 Gläubiger wurden insgesamt 500 Mio. Euro gezahlt, das entsprach einer Quote von 10 %.
Im Jahr 1998 wurde der Nachfolger des DAF 95, der 95 XF vorgestellt. Im Jahr 2007 wurde der XF 105 zum „Truck of the Year“ gewählt. Am 19. April 2007 lief der 750.000ste Lkw vom Band.
Im Oktober 2013 eröffnete DAF für 320 Mio. Euro ein Montagewerk in Ponta Grossa, Brasilien. Hier werden Lkw für den südamerikanischen Markt gebaut.
Im Juli 2016 wurde DAF zusammen mit vier anderen europäischen Lkw-Herstellern wegen verbotener Preisabsprachen mit einem Bußgeld von 2,93 Milliarden Euro belegt. Der Anteil von DAF betrug 752 Millionen Euro.
Produktionsstandorte:
Eindhoven (Niederlande)
Westerlo (Belgien)
Leyland (Vereinigtes Königreich)
Ponta Grossa (Brasilien)
Patent-Informationen
Von Hubertus („Hub“) Josephus van Doorne und dem Unternehmen DAF wurden etliche Erfindungen mit Patenten angemeldet. Nachfolgend eine unvollständige Übersicht:
Patent GB451615A: Brake mechanism for motor and other vehicles. Angemeldet am 19. März 1935, veröffentlicht am 10. August 1936, Erfinder: Hubertus Josephus van Doorne (NL).
Patent DE664919C: Kupplungsvorrichtung für Anhänger von Sattelschleppern. Angemeldet am 29. Dezember 1935, veröffentlicht am 9. September 1938, Erfinder: Hubertus Josephus van Doorne (NL).
Patent CH261251A: Fahrzeug, insbesondere Sattelschlepperanhänger, mit vier Hinterrädern. Angemeldet am 9. Oktober 1947, veröffentlicht am 30. April 1949, Erfinder: Hubertus Josephus van Doorne (NL).
Patent US3720113A: FLEXIBLE CONTINUOUS POWER TRANSMISSION MEANS. Angemeldet am 6. April 1971, veröffentlicht am 13. März 1973, Erfinder: Hubertus Josephus van Doorne, Hemmo Hermannus Johannes Ludoph Heeze (NL) (Patent zur Variomatic).
DAF Getriebecodes / Getriebeübersicht / Getriebebaumuster
| HERSTELLER | MODELL | TYP | CCM | KW | PS | MOTORCODE | GETRIEBECODE | BAUZEIT VON | BAUZEIT BIS |
| DAF | 400 | 2.0 | 1994 | 20VC 95 | 30A | Okt 88 | Dez 94 | ||
| DAF | 400 | 2.5 D Diesel | 2495 | 15J | 31A, BA10/5 | Okt 88 | |||
| DAF | 400 | 2.5 TD Turbo Diesel | 2495 | EN55, ET70 | 31A, BA10/5 | Okt 88 |
DAF 30 / 31 / 32 / Daffodil (1961-1967)
Der DAF 30 mit der Verkaufsbezeichnung Daffodil war ein niederländischer Kleinwagen des Herstellers DAF mit serienmäßigem Automatikgetriebe „Variomatic“.
Das Fahrzeug erschien 1961 zusammen mit dem etwas weniger luxuriösen DAF 750.
Beide waren bis auf Kühlergrill und Ausstattung gleich. Sie waren verbesserte Varianten des ersten DAF von 1959, des DAF 600, der einen kleineren Motor mit 590 cm³ Hubraum hatte, den DAF weiterhin als günstigstes Modell anbot. Die zweitürige Karosserie hatte die damals modernen Heckflossen.
Der DAF 30 hatte einen luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor mit 26 PS (19 kW), der über eine Fliehkraftkupplung, ein Wendegetriebe, eine Antriebswelle und die Keilriemen-Automatik die Hinterräder antrieb. Die schwere Variomatic war vor der Hinterachse unter der Rückbank eingebaut. Wegen des Wendegetriebes konnte man mit dem Daffodil rückwärts genauso schnell wie vorwärts fahren. Neu im Vergleich zum bisherigen DAF 600 war ein verändertes Unterdrucksystem mit einem zusätzlichen Unterdruckbehälter. In der Fahrpraxis wirkte sich dies durch ein stabil bleibendes Übersetzungsverhältnis bei konstantem Fahrwiderstand, aber stärker getretenem Gaspedal, aus. Außerdem drehte der Motor nun bis in den Bereich der maximalen Leistung hoch, wenn das Gaspedal voll durchgetreten wurde. Die Beschleunigung von 0 auf 80 km/h verbesserte sich daher im Vergleich zum DAF 600 nicht nur wegen des größeren Motors ganz erheblich von 35 auf 20 Sekunden. Das Daffodil hatte kein Differential. Bei Kurvenfahrt glich der Schlupf der Keilriemen die unterschiedlichen Drehzahlen aus. 1963 überarbeitete der italienischen Designer Giovanni Michelotti die 600-750-30-Reihe und gestaltete den DAF 31, den es nun in den Ausstattungsvarianten „Standaard“, „Luxe“ und „Luxe Extra“ gab. 1965 kam dann das letzte Daffodil, der DAF 32 – auch wieder als „Standaard“, „Luxe“ und „Luxe Extra“. Zudem wurde 1966 kurzzeitig noch eine Sportversion Daffodil S gebaut. Abgelöst wurde die Daffodil-Serie 1966/1967 von dem Kleinwagen DAF 33, hinzu kamen DAF 44 und DAF 55 mit neuer Karosserie, der 55 hatte dazu ein geändertes Fahrwerk und einen wassergekühlten Motor von Renault.
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DAF 33 (1967-1974)
Der DAF 33 war ein Kleinwagen des niederländischen Unternehmens DAF, der von 1967 bis 1974 im Werk Born (heute NedCar) gebaut wurde.
Technisch unterschied er sich wenig von seinem Vorgänger, dem DAF 32. Äußerlich entsprach er dem Daffodil S.
1966 wurde der von Michelotti entworfene DAF 44 eingeführt, der etwas größer war als der Daffodil, aber der 33, dessen Entwicklungskosten sich lange schon amortisiert hatten, blieb mit dem neuen Namen bis 1974 in Produktion.
Der DAF 33 besaß einen Zweizylinder-Boxermotor mit 0,75 l Hubraum und 30 PS (22 kW) Leistung und, wie alle DAF, die stufenlose, mit Riemen betriebene Automatik Variomatic.
Neben der Limousine wurde der DAF 33 auch als Kombi und Pick-up mit kräftigeren Schraubenfedern hinten gebaut.
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DAF 44 (1966-1974)
Der DAF 44 war ein niederländischer Pkw der unteren Mittelklasse, den DAF in Limburg in den Modelljahren 1966–1974 herstellte.
Für den Lkw-Hersteller DAF, der vorher für den Pkw-Markt nur die kleinere schwächere Daffodil-Reihe (DAF 30 bis 33) gebaut hatte, war der DAF 44 ein vorsichtiger erster Schritt nach oben.
Die Karosserie war von Giovanni Michelotti entworfen worden und galt als wohlproportioniert.
Die zur Kraftübertragung genutzte, stufenlose Variomatic war etwas größer dimensioniert als beim DAF 33. Der Radstand wurde um 20 cm auf nun 2250 mm verlängert und die Räder von 13" auf 14" vergrößert. Das übrige Fahrwerk mit Dämpferbeinen und radführender Querblattfeder vorn und schraubengefederter Pendelachse hinten war im Wesentlichen wie beim DAF 33 ausgeführt.
Der luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor von DAF erhielt mehr Hub und damit 844 cm³ Hubraum. Er leistete maximal 34 DIN-PS (25 kW) bei 4500/min und gab bei 2200/min sein maximales Drehmoment von 64 Nm ab. Zur Geräuschdämmung wurde das direkt auf der Kurbelwelle sitzende Radialgebläse mit einem Plastgehäuse versehen, und die Zylinder hatten eine filz-gefütterte Ummantelung.
1968/69 wurde mit dem Motor des DAF 44 auch das Nutzfahrzeug DAF Pony ausgestattet.
Die Konstruktion des 44 war auch Basis für den ab 1967 gebauten DAF 55 mit Vierzylindermotor von Renault und neuer Vorderradaufhängung. Für kostenbewusste Kunden blieb der 44 aber im Angebot.
1974 wurde das Modell in DAF 46 umbenannt und mit technischen Änderungen, wie zum Beispiel der De-Dion-Hinterachse des DAF 66, unter Volvo-Ägide noch für zwei Jahre gebaut. Da das maximale Drehmoment des Zweizylindermotors geringer war als das des größeren Renault-Motors im DAF 66, genügte ein Keilriemen zur Kraftübertragung.
Der DAF 44 war Grundlage des Kalmar-DAF-Postzustellfahrzeugs.
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DAF 55 (1967-1972)
Der DAF 55 war ein von 1967 bis 1972 gebautes Automodell des Herstellers DAF.
Der 55 ging im Dezember 1967 in Produktion. Die Karosserie hatte Giovanni Michelotti entworfen.
Die Unterschiede zum DAF 44 lagen im Vierzylinder-Ottomotor aus dem Renault 8. Wegen des längeren Motors musste die Vorderradaufhängung geändert werden. Zu den Dämpferbeinen wurden statt einer querliegenden radführenden Blattfeder Querlenker mit Schubstreben und Drehstabfedern (in Längsrichtung angeordnete Torsionsstäbe) eingebaut.
Mit dem Genfer Salon 1968 folgte eine Coupé-Variante, ab Herbst 1968 der Kombi. Der Motor dieses Modells stammte vom Renault 8. Angeboten wurde eine einzige Ausstattungsvariante, die etwas besser ausgestattet war als der DAF 44 Luxe.
Insgesamt wurden 164.000 Fahrzeuge dieses Modells hergestellt, davon ca. 11.000 als Sportcoupé DAF 55 Marathon, dessen Motor bei gleichem Hubraum mit größerer Verdichtung mehr Leistung brachte.
Der DAF 55 wurde 1972 durch das Nachfolgemodell DAF 66 mit geändertem Grill und neuer DeDion-Hinterachse abgelöst.
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DAF 600 (1959-1962)
Der DAF 600 war ein Kleinwagen, den DAF in Eindhoven in den Modelljahren 1959 bis 1963 herstellte.
Es war der erste Pkw des Herstellers und wurde im Februar 1958 auf der Amsterdamer Automobilausstellung vorgestellt.
1957 hatte DAF bereits erste Details veröffentlicht. Der Wagen hatte einen luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit 590 cm³ Hubraum und einer Leistung von 20 PS (15 kW) bei 4000 min−1. Der Motor war vorn, das Getriebe an der Hinterachse eingebaut. Das Auto erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h.
Wie alle DAF nach diesem Modell war der DAF 600 mit einer Fliehkraftkupplung und einer stufenlosen, mit Keilriemen betriebenen Automatik Variomatic ausgerüstet. Die DAF Variomatic arbeitet mit Fliehgewichten, die von den Zentrifugalkräften gegen Federn nach außen gedrückt werden, hinzu kommen Unterdruckdosen, die durch den Sog aus dem Ansaugtrakt des Motors eine Verstellkraft erzeugt. Der Unterdruck aus dem Ansaugtrakt des Motors drückte die konischen Riemenscheiben in eine Position mit höherer Übersetzung, wenn man das Gaspedal langsam losließ: Obwohl die Motordrehzahl gleich blieb, erhöhte das Getriebe die Reisegeschwindigkeit. Dies dauerte jedoch lange, auch wenn die Straße nicht anstieg.
Die Variomatic erlaubte eine erhöhte Motorbremskraft, wenn man einen Schalter am Armaturenbrett drückte, der den Effekt der Unterdruckverstärkung umkehrte, wobei ein höherer Unterdruck eine niedrigere Übersetzung bedeutete. Ein Durchrutschen der Antriebsriemen trat in einem damaligen Testbericht auch bei Nässe oder starkem Regen nicht auf, obwohl die Variomatic von unten gegen die Fahrbahn nicht abgedeckt war. Allerdings zeigte sich eine schlechte Bodenhaftung der Räder, weil zur Differentialwirkung der Variomatic mehr Kraftaufwand erforderlich war als bei herkömmlichen Ausgleichgetrieben. Kritisiert wurde zudem das auch für damalige Verhältnisse große Geräuschniveau, bei 85 km/h wurden im Innenraum 90 dB auf der Autobahn und 92 dB auf Kleinpflasterstraße gemessen.
Zur Rückwärtsfahrt hat der DAF ein eigenes Wendegetriebe. Die Wagen fuhren dadurch genauso schnell rückwärts wie vorwärts, was die verbliebenen Exemplare lange Zeit zu Favoriten bei rückwärts gefahrenen Nonsens-Rennen machte. Da der Kegeltrieb nicht synchronisiert war, traten beim Vorwärts- und Rückwärtsschalten aus der Neutralstellung häufig auch bei korrekter Bedienung Geräusche auf.
Die Zwölfzollräder waren einzeln aufgehängt, vorn an einer radführenden Querblattfeder und Dämpferbeinen mit Zahnstangenlenkung und hinten an Pendelhalbachsen mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern. Es gab keine Gelenke an den Antriebswellen, die Keilriemen wurden etwas verdreht, um die Winkeländerung beim Einfedern aufzunehmen. Gebremst wurde mit hydraulisch betätigten Trommelbremsen an allen Rädern.
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DAF 66 (1972-1975)
Der DAF 66 war ein Wagen der unteren Mittelklasse des niederländischen Herstellers DAF.
Der von Giovanni Michelotti entworfene Nachfolger des DAF 55 kam im Oktober 1972 auf den Markt.
Neben der Limousine war er auch als Kombi sowie Coupé erhältlich.
Vom Vorgänger unterschieden ihn eine neue Frontgestaltung und eine De-Dion-Achse statt einer Pendelachse als Hinterachse. Das Variomatic-Getriebe wurde beibehalten. Der DAF 66 hatte einen 1100-cm³-Renault-Motor und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h.
Er war das letzte als DAF erschienene Pkw-Modell, da Volvo Personvagnar 1975 die Pkw-Sparte übernahm. Von Oktober 1975 bis Dezember 1979 wurde das Modell als Volvo 66 weiterproduziert.
Den DAF 66 gab es – wie schon vorher den DAF 55 – auch als Sport-Coupé. Von Oktober 1972 bis September 1973 hieß es DAF 66 Marathon, danach wurde es bis August 1975 als DAF 66 Marathon 1300 mit 1289-cm³-Motor und einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h verkauft. Diese Motorisierung findet sich auch im kurzzeitig angebotenen DAF 66 Super Sport Marathon 1300, dessen auffälligstes Merkmal runde Doppelscheinwerfer sind.
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DAF 750 (1961-1963)
Der DAF 30 mit der Verkaufsbezeichnung Daffodil war ein niederländischer Kleinwagen des Herstellers DAF mit serienmäßigem Automatikgetriebe „Variomatic“.
Das Fahrzeug erschien 1961 zusammen mit dem etwas weniger luxuriösen DAF 750.
Beide waren bis auf Kühlergrill und Ausstattung gleich. Sie waren verbesserte Varianten des ersten DAF von 1959, des DAF 600, der einen kleineren Motor mit 590 cm³ Hubraum hatte, den DAF weiterhin als günstigstes Modell anbot. Die zweitürige Karosserie hatte die damals modernen Heckflossen.
Der DAF 30 hatte einen luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor mit 26 PS (19 kW), der über eine Fliehkraftkupplung, ein Wendegetriebe, eine Antriebswelle und die Keilriemen-Automatik die Hinterräder antrieb. Die schwere Variomatic war vor der Hinterachse unter der Rückbank eingebaut. Wegen des Wendegetriebes konnte man mit dem Daffodil rückwärts genauso schnell wie vorwärts fahren. Neu im Vergleich zum bisherigen DAF 600 war ein verändertes Unterdrucksystem mit einem zusätzlichen Unterdruckbehälter. In der Fahrpraxis wirkte sich dies durch ein stabil bleibendes Übersetzungsverhältnis bei konstantem Fahrwiderstand, aber stärker getretenem Gaspedal, aus. Außerdem drehte der Motor nun bis in den Bereich der maximalen Leistung hoch, wenn das Gaspedal voll durchgetreten wurde. Die Beschleunigung von 0 auf 80 km/h verbesserte sich daher im Vergleich zum DAF 600 nicht nur wegen des größeren Motors ganz erheblich von 35 auf 20 Sekunden.[2] Das Daffodil hatte kein Differential. Bei Kurvenfahrt glich der Schlupf der Keilriemen die unterschiedlichen Drehzahlen aus. 1963 überarbeitete der italienischen Designer Giovanni Michelotti die 600-750-30-Reihe und gestaltete den DAF 31, den es nun in den Ausstattungsvarianten „Standaard“, „Luxe“ und „Luxe Extra“ gab. 1965 kam dann das letzte Daffodil, der DAF 32 – auch wieder als „Standaard“, „Luxe“ und „Luxe Extra“. Zudem wurde 1966 kurzzeitig noch eine Sportversion Daffodil S gebaut. Abgelöst wurde die Daffodil-Serie 1966/1967 von dem Kleinwagen DAF 33, hinzu kamen DAF 44 und DAF 55 mit neuer Karosserie, der 55 hatte dazu ein geändertes Fahrwerk und einen wassergekühlten Motor von Renault.

