Rolls-Royce
Rolls-Royce Motor Cars Ltd. ist ein englischer Automobilhersteller in der Tradition des Unternehmens Rolls-Royce, dessen Wurzeln im Bau von Elektroanlagen, Kränen und den luxuriösen Rolls-Royce-Automobilen liegen.
Der Automobilbau ist seit dem Jahr 2000 eine Tochtergesellschaft des BMW-Konzerns.
Unternehmensgeschichte
Unternehmensgründung
1884 gründete der Ingenieur Frederick Henry Royce gemeinsam mit Ernest A. Claremont das Unternehmen F.H. Royce and Co. zum Bau und zum Vertrieb von Elektroanlagen. 1894 wurde diese Firma in Royce Ltd. umgewandelt.
1902 ersetzte Henry Royce sein erstes Motorfahrzeug, ein Quadricycle, durch einen gebrauchten französischen Zweizylinder vom Typ Decauville 10hp. Das Auto wurde per Bahn geliefert. Royce persönlich holte das Fahrzeug ab. Es gelang ihm jedoch nicht, den Decauville zu starten. Er war mit der Qualität des Fahrzeuges so unzufrieden, dass er sich vom Verwaltungsrat seines Unternehmens die Erlaubnis holte, drei Autos nach eigenem Design zu bauen.
Am 1. April 1904 fuhr Henry Royce ohne Probleme mit dem ersten fertigen Prototyp, einem Royce 10 hp, als Testfahrt vom Firmengelände in Manchester zu seinem etwa 25 km entfernten Wohnhaus in Knutsford und zurück.
Entgegen der Legende, Royce wollte schon mit seinem ersten Auto ein besonders leises Fahrzeug schaffen, erinnerte sich F.D. Nawell, ein Firmennachbar des Royce-Werks in der Cooke Street, später an die Testfahrten des ersten Royce-Autos: „Everybody knew when it was coming.“ (dt.: „Jeder wusste, wenn es [das Auto] näherkam.“)
Einen der drei Prototypen behielt Royce selbst, den zweiten fuhr Claremont und der dritte wurde an einen Großaktionär von Royce, Mr. Henry Edmunds übergeben. Edmunds besprach die positiven Erfahrungen mit dem Royce 10 hp mit seinem Freund Claude Johnson, der der Geschäftspartner von Charles Rolls war. Johnson gelang es, Rolls für Royce zu interessieren, und über Edmunds wurde ein Treffen vereinbart.
Rolls hatte im Januar 1903 mit C.S. Rolls & Co. in Fulham einen der ersten Autohändler in Großbritannien gegründet. Sein Vater borgte ihm das Startkapital von £ 6.600, was heute £ 960.000 entspricht.
1904, als sich Rolls und Royce kennenlernten, importierte und verkaufte Rolls Luxusautos der Typen Minerva (Belgien) und Panhard (Frankreich). Er war seit der Unternehmensgründung auf der Suche einer britischen Automarke, die er in sein Programm aufnehmen wollte, jedoch genügten die Fahrzeuge der damaligen Zeit seinen hohen Qualitätsansprüchen nicht.
Am 4. Mai 1904 trafen sich Royce und Rolls im Midland Hotel in Manchester erstmals. Bei diesem Treffen machte Rolls auch eine Probefahrt mit dem brandneuen Royce 10 hp und war von der Qualität des Fahrzeugs überzeugt. Ohne feste Verträge begann Royce mit der Serienproduktion des Royce 10 hp, der nun mit wenigen Modifizierungen als Rolls-Royce 10 hp vermarktet wurde: Der Kühler erhielt die typische „Tempel-Form“ und die Namensplakette wurde geändert. 1904/1905 wurden 17 Fahrzeuge dieses Modells gebaut. Auch der 20 hp wurde in dieser vertragslosen Zeit entwickelt und als Rolls-Royce in Serie gebaut und verkauft (1904–1906: 37 Stück).
Erst am 23. Dezember 1904 wurde vertraglich fixiert, was schon monatelang „per Handschlag“ praktiziert wurde: C.S. Rolls & Co. bekam die Alleinverkaufsrechte für alle Fahrzeuge, die Royce Ltd. baute. Verkauft werden sollten die Fahrzeuge unter dem Namen Rolls-Royce. Die Vertragsverhandlungen auf Seiten von Rolls, und auch in der Folgezeit die Koordination zwischen Verkauf und Produktion der Rolls-Royce-Fahrzeuge, oblag dem Geschäftspartner von Rolls, Claude Johnson.
Auf dem Pariser Autosalon im Dezember 1904 präsentierte Rolls-Royce erstmals seine Modellpalette im Rahmen einer Messe.
Zusammenschluss zur Rolls-Royce Ltd.
Am 15. März 1906 fusionierten C.S. Rolls & Co. und Royce Ltd. zur Firma Rolls-Royce Ltd. mit Sitz in Manchester. Im November 1906 wurde auf der Olympia Motor Show in London mit dem später als „Silver Ghost“ bezeichneten Rolls-Royce 40/50 hp das erste Modell dieser gemeinsamen Firma vorgestellt (1906–1928: 6173 Stück). Er kostete damals 305 Pfund – inflationsbereinigt entspricht das im Jahr 2025 etwa 47.000 Pfund oder 54.000 Euro. Das Fahrzeug verschaffte dem Unternehmen den Ruf, das beste Automobil der Welt zu bauen.
1907 wurden die Geschäftsbereiche bei Rolls-Royce Ltd. reorganisiert und neu aufgeteilt. Der Geschäftsbereich Auto wurde von den anderen Geschäftsbereichen (z. B. Elektroanlagen etc.) getrennt, indem die C.S. Rolls & Co. aus diesen anderen Geschäftsbereichen herausgekauft wurde.
Rolls war seit 1906 Technical Managing Director von Rolls-Royce, mit einem Jahresgehalt von £ 750 (etwa £ 110.00 im Jahr 2025) plus 4 % Prämie für alle Profite, die £ 10.000 überstiegen. Rolls steuerte zur Partnerschaft die finanzielle Ausstattung bei, während Royce die technische Expertise einbrachte. Ende 1909 – sein Interesse am Autogeschäft hatte sich abgekühlt – trat Rolls als Technical Managing Director zurück und wurde Direktor ohne Geschäftsbereich.
Am 10. Juni 1910 überquerte Charles Rolls mit seinem Flugzeug als erster Mensch in einem Nonstop-Hin-und-Rückflug den Ärmelkanal. Am 12. Juli 1910 starb er im Alter von 32 Jahren als erster Brite bei einem Flugunfall. Seinem Wright-Biplane war zwei Tage zuvor in Frankreich ein neues Heck angebaut worden, das nun im Flug abbrach. Rolls war zu diesem Zeitpunkt ein so bekannter und geehrter Mann, dass Lord Montagu of Beaulieu seine Rede im britischen Oberhaus unterbrach, um den Tod von Rolls bekannt zu geben. Sein Partner Henry Royce ist angeblich – auch als Konstrukteur von Flugmotoren – niemals selbst geflogen.
Seit 1911 trug der Silver Ghost als Kühlerfigur den legendären „Spirit of Ecstasy“, eine Frauengestalt mit einem im Wind wehenden Tuch.
Zwischenkriegszeit
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion des Rolls-Royce 40/50 hp wieder aufgenommen. Dieses Modell blieb bis 1925 im Angebot. Ab 1922 wurde als weiteres Modell der Rolls-Royce 20 hp angeboten, der als „kleiner“ Rolls-Royce vorrangig die Selbstfahrer unter den Kunden ansprechen sollte.
Im Jahre 1921 begann Rolls-Royce, im Zweigwerk Springfield (Massachusetts) Chassis für den US-amerikanischen Markt zu bauen. Die Karosserien für diese bei Rolls-Royce of America gefertigten Fahrgestelle lieferte überwiegend Brewster & Co., ein alteingesessenes Karosseriebauunternehmen in New York, das ab 1914 Alleinimporteur der Marke gewesen war und 1926 mehrheitlich von Rolls-Royce übernommen wurde. Mehr als 400 – weitgehend standardisierte – offene Aufbauten lieferte zudem Merrimac. Die Fertigung in den USA endete 1931 im Zuge der Wirtschaftskrise.
Mitte der 1920er-Jahre waren die Automobile von Rolls-Royce bereits ein Mythos; man assoziierte sie international mit Prominenz, Adel, Glamour und Reichtum. Die im Herbst 1924 erstmals erschienene deutsche Automobilzeitschrift Der Herrenfahrer – Das Blatt vom Auto und anderen Annehmlichkeiten des Lebens widmete Rolls-Royce unter dem Titel „Der Wagen der Könige“ eine mehrseitige Bilderstrecke. Die Fotos zeigten unter anderem
Im November 1931 kaufte Rolls-Royce für £125.175 den Konkurrenten Bentley, der im Juli des gleichen Jahres Konkurs angemeldet hatte. Die Marke Bentley war als Hersteller teurer Sportwagen bekannt geworden. Rolls-Royce pflegte diesen Ruf, indem sportlichere Modelle als Bentley, die großen Phantom-Limousinen nur als Rolls-Royce und die meisten Modelle sowohl als Rolls-Royce als auch als Bentley angeboten wurden, wobei sich diese doppelten Modelle im Wesentlichen nur durch Kühlergrill, Kühlerfigur und die Markenschriftzüge unterschieden.
Am 22. April 1933 starb Henry Royce.
Im Jahre 1938 wurde mit dem Wraith das letzte neue Modell vor Beginn des Zweiten Weltkriegs präsentiert. Kurz nach Kriegsbeginn wurde die Produktion dieser aus dem Rolls-Royce 25/30 hp abgeleiteten Variante – wie auch bei den anderen Modellen – bereits wieder eingestellt.
Rolls-Royce-Motoren vor dem Zweiten Weltkrieg wiesen zum Teil eine Gaswechselsteuerung per Knight-Schieber auf, um einen besonders ruhigen Lauf zu erreichen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Verlagerung der Automobilproduktion nach Crewe
1946 wurde die Automobilproduktion nach Crewe verlegt. Im selben Jahr wurde mit dem Silver Wraith die erste Neuentwicklung nach dem Krieg präsentiert, während der Phantom III nicht wieder angeboten wurde. Der ab 1949 angebotene Silver Dawn richtete sich vor allem an den amerikanischen Markt und war als „Selbstfahrerwagen“ gedacht. Auf Wunsch war ein automatisches Hydramatic-Getriebe von General Motors erhältlich. Als erstes Rolls-Royce-Modell wurde der Silver Dawn auch mit einer Werkskarosserie angeboten. Der Silver Wraith wiederum war ab 1952 auch mit verlängertem Radstand und Trennscheibe zum Fahrer erhältlich.
1950 erschien mit dem Phantom IV der Nachfolger der Repräsentationslimousine. Mit dem 5675 cm³ großen Achtzylindermotor war der Phantom „ausreichend“ motorisiert.
Der 1955 vorgestellte Rolls-Royce Silver Cloud war identisch mit dem gleichzeitig präsentierten Bentley S, nachdem sich die Vorgängermodelle technisch schon zunehmend angenähert hatten. Der Hubraum der Sechszylindermotoren war in den vergangenen Jahren zunehmend gewachsen und stieg von 4.257 cm³ (1946) über 4566 cm³ (1951) auf nunmehr 4.887 cm³. Im überarbeiteten Silver Cloud II, der ab 1959 angeboten wurde, kam ein 6230 cm³ großer V8-Motor zum Einsatz. Dieser Motor, seinerzeit der größte Personenwagenmotor Europas, hielt im selben Jahr auch im neuen Phantom V Einzug und wurde nur noch in Verbindung mit dem 4-Gang-Hydramatic-Getriebe angeboten.
Zum Einsatz kam ab 1959 eine V8-Maschine mit 6250 cm³, die 1970 während der Produktion des Silver Shadow I auf 6,75 Liter Hubraum vergrößert wurde. Hintergrund war, dass Mercedes-Benz zunächst mit dem M 100 in dem „großen“ Mercedes 600 an Rolls-Royce vorbeizog, und man mit dem 6¾ Liter-Motor die Nase vorn haben wollte (Mercedes-Benz konterte aber zeitnah mit 6,9 Liter V8 Motor). Diese Motorbasis fand bis 2009 im Bentley Verwendung, wo dieses Aggregat entsprechend weiterentwickelt und turbogeladen sogar die jeweils aktuellen Abgasnormen erfüllte. Auch für den aktuellen Phantom wurde wieder ein 6,75-Liter-Motor entwickelt, um die lange 6¾-Liter-Tradition zu wahren.
Der 1965 präsentierte Silver Shadow wurde zum stilistisch prägenden Modell der Marke in den folgenden Jahren. Die liegenden Doppelscheinwerfer wurden auch vom technisch verwandten Cabrio Corniche übernommen. Mit seinen Scheibenbremsen an den Vorderrädern dokumentierte der Silver Shadow auch den technischen Fortschritt. Der Silver Shadow blieb mit kleinen Änderungen als Silver Shadow II bis 1980 im Programm. Ursprünglich sollte das Modell Silver Shadow die Bezeichnung Silver Mist tragen, als stimmige Fortentwicklung der Bezeichnung Silver Cloud. Für den deutschen Markt wäre dieser Name jedoch wenig geeignet gewesen.
Insolvenz und Übernahmen
Am 4. Februar 1971 meldete Rolls-Royce Konkurs an, nachdem die Entwicklung des Rolls-Royce RB211, eines Dreiwellentriebwerkes für die Lockheed L-1011 TriStar, zu finanziellen Schwierigkeiten geführt hatte. Die britische Regierung verhinderte mit großem Einsatz an Steuergeldern durch die Verstaatlichung den Zusammenbruch des Unternehmens.
Aufspaltung von Automobil- und Triebwerksfabrikation
1973 wurde der Triebwerkshersteller vom Automobilhersteller getrennt. Seit 1973 firmierte unter Rolls-Royce Motor Cars der Automobilhersteller, während der Triebwerkshersteller nach der Reprivatisierung 1987 unter dem Namen Rolls-Royce plc. neu aufgestellt wurde. Die Markenrechte am Namen Rolls-Royce gingen an den Triebwerkshersteller. Vickers erhielt das Automobilwerk und eine Lizenz zur Nutzung der Marke Rolls-Royce, jedoch keine Eigentumsrechte an der Marke.
Übernahme durch Volkswagen
1997 wollte Vickers den Automobilhersteller wieder verkaufen. Alles sprach für einen Zuschlag zu Gunsten von BMW, da diese bereits Motoren für Rolls-Royce und Bentley lieferte. BMW wurde jedoch von VW überboten.
VW bezahlte 1,44 Milliarden Mark für Rolls-Royce Motor Cars und erhielt dafür das Werk in Crewe, die Rechte am Rolls-Royce-Kühler sowie an der Kühlerfigur („Spirit of Ecstasy“), jedoch nicht die Namens- und Markenrechte für Rolls-Royce. VW hatte es versäumt, bei Rolls-Royce plc. um die Markenrechte zu verhandeln und nachdem diese „Markenlücke“ entdeckt worden war, war es schon zu spät: BMW hatte sich die Rechte bereits gesichert. VW kannte auch nicht die wahre Tiefe der technischen Verbindungen zwischen BMW und Rolls-Royce Motor Cars.
VW besaß somit zwar das Werk und die Rechte an Kühler und Kühlerfigur, nicht aber die Rechte am Namen Rolls-Royce. Daher wurde vereinbart, Rolls-Royce und Bentley ab 2003 zu trennen; Volkswagen behielt Bentley, das Werk und die Expertise der Mitarbeiter. VW-Chef Ferdinand Piëch sagte später: „Wir […] wollten in erster Linie nur Bentley.“
2000 übernahm die Rolls-Royce Group den BMW-Anteil am Joint Venture BMW Rolls-Royce AeroEngines, ob ein Zusammenhang mit der Übertragung der Namensrechte besteht, ist unbekannt.
In der Folge lief Ende 2002 nach 56 Jahren der letzte Rolls-Royce im Werk Crewe vom Band.
Eingliederung in die BMW-Gruppe
BMW übernahm für 120 Millionen Mark das Nutzungsrecht der Marke Rolls-Royce, verhandelte mit VW einen Eigentumsübergang für die Rechte an Kühler und Kühlerfigur und startete einen Neubeginn. Eigentümerin des Namens Rolls-Royce bleibt jedoch die in Derby befindliche, für den Flugmotorenbau zuständige Rolls-Royce plc. Vickers kam nur kurz nach dem Verkauf von Rolls-Royce Motor Cars und der Trennung der Marken Rolls-Royce und Bentley selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
BMW kalkulierte im Jahr 2002 mit etwa 1000 Verkäufen pro Jahr – nur ein Drittel des Rekordverkaufsjahrs 1978, in dem 3357 Fahrzeuge verkauft wurden. Die Verkäufe begannen schleppend. So wurden 2003 etwa 300 Autos verkauft; 2005 waren es 796 Exemplare. 2009 wurden die ursprünglich angestrebten Verkaufszahlen mit 1002 Fahrzeugen erreicht. 2010 wurde durch die Markteinführung des Ghost eine Steigerung der Verkäufe auf 2711 Fahrzeuge erzielt.
2011 konnte das Rekordjahr 1978 übertroffen werden: 3538 Fahrzeuge wurden verkauft, was einer Steigerung von 31 % entspricht.
2013 begann Rolls-Royce mit dem Coupé Sweptail, Einzelanfertigungen herzustellen. 2017 folgte das Cabrio Boat Tail, das 2021 vorgestellt wurde. Unternehmenschef Müller-Ötvös sah als Kunden „Milliardäre, die eng mit der englischen Marke verbunden sind“. Nach 14 Jahren als CEO ging Müller-Ötvös in den Ruhestand; Nachfolger wurde zum November 2023 Chris Brownridge von BMW UK. Müller-Ötvös hatte gegenüber 2009 die Verkäufe etwa versechsfacht.
Modellgeschichte
Vom Chassis-Hersteller zum Fahrzeug-Hersteller
Fahrgestellhersteller und Karosseriebauer
1903 begann Henry Royce, Fahrgestelle, bestehend aus Rahmen, Motor, Getriebe, Achsen, Bremsen und Rädern, herzustellen. Diese Chassis wurden dann zu Karosseriebauern gebracht, die den Aufbau – Karosserie, Sitze, Innenverkleidung, Armaturenbrett, Scheibenwischer etc. – aufsetzten.
Diese Beschränkung auf die Chassisfertigung war durchaus nicht ungewöhnlich, denn in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war es für die Käufer von luxuriösen Fahrzeugen üblich, vom Fahrzeughersteller ein motorisiertes Fahrgestell zu erwerben, das dann von einem spezialisierten Karosseriebauunternehmen mit dem nach Wünschen des Kunden gestalteten Aufbau versehen wurde. Der Aufbau für das erste Royce-Chassis (Royce 10 hp) wurde von John Roberts in Hulme gefertigt
Es kam auch vor, dass von einem gebrauchten Fahrzeug der Aufbau demontiert und durch einen neuen ersetzt wurde. Dieser alte Aufbau wurde des Öfteren wieder aufgearbeitet und erneut verbaut.
Grundsätzlich lag es in der Hand des Chassis-Kunden, sich für einen Aufbauhersteller zu entscheiden. Dennoch gab es Karosseriebauer, die besonders häufig von Rolls-Royce-Kunden ausgewählt wurden, wie beispielsweise Hooper & Co. Coachbuilders, Park Ward, und Mulliner. Der vielleicht exklusivste Karosseriebauer für Rolls-Royce-Chassis war die 1805 gegründete Kutschenfirma Hooper, die beispielsweise über 60 Jahre lang die Kutschen für Königin Victoria lieferte. Hooper hatte eine ganze Anzahl regierender Monarchen in seiner Kundenliste. Andere Karosseriehersteller, die regelmäßig Chassis von Rolls-Royce einkleideten, waren u. a. Barker, Charlesworth, Lancefield, Mayfair, James Young, Offord & Sons und Rippon. Zahlreiche Chassis wurden nacheinander mit unterschiedlichen Karosserien versehen. Einige Betriebe wie etwa Southern spezialisierten sich darauf, ältere Chassis neu einzukleiden. Auch ausländische Karosseriehersteller fertigen Aufbauten für die lokale Kundschaft. Zu ihnen gehörte z. B. Brandone in Cannes.
Aus der Trennung von Fahrgestell- und Aufbauhersteller ergibt sich, dass für die einwandfreie Identifizierung eines Rolls-Royce ausschließlich die Chassisnummer (zentrales Dokument: Rolls-Royce-Chassis-Card) maßgebend ist, nicht die Karosserie-Form.
Karosseriebauunternehmen im Eigentum von Rolls-Royce
1921 eröffnete Rolls-Royce ein Chassiswerk in den USA und kurz darauf auch einen eigenen Aufbauhersteller. Die US-Chassis wurden sowohl von der US-Tochter Rolls-Royce Custom Coach Work als auch von anderen Unternehmen mit Karosserien versehen.
1925 erwarb Rolls-Royce die Firma Brewster, das führende US-Unternehmen im Karosseriebau. Das 1810 gegründete Unternehmen wurde 1934 wegen sinkender Absatzzahlen im Zuge der Weltwirtschaftskrise in einem Management-buy-out wieder verkauft.
1933 beteiligte sich Rolls-Royce an dem 1919 gegründeten Karosseriebauer Park Ward. Park Ward wurde zum bevorzugten Aufbauhersteller für Bentley-Kunden. Rolls-Royce übernahm 1939 die Firma ganz.
1959 wurde H.J. Mulliner in London (nicht zu verwechseln mit dem Karosseriebauer Arthur Mulliner aus Northampton, der ebenfalls Rolls-Royce-Chassis aufbaute) von Rolls-Royce übernommen. 1760 hatte Mulliner mit dem Bau von Pferdekutschen begonnen. Im Jahr 1900 wurde das Geschäft mit Autokarosserien aufgenommen. Mulliner baute in den frühen 1920er-Jahren auch die Zweisitzer-Karosserie für den privaten Rolls-Royce 40/50 hp (Silver Ghost) von Henry Royce. Aber erst ab 1928 wurden regulär Aufbauten für Rolls-Royce-Chassis gefertigt.
1961 verschmolz Rolls-Royce das Tochterunternehmen Park Ward mit der neu zugekauften Firma H. J. Mulliner & Co. zu Mulliner Park Ward. Die Geschäfte wurden in der Fabrik in Willesden zusammengefasst. Mulliner Park Ward stellte in Handarbeit die Karosserien für Fahrzeuge wie Rolls-Royce Silver Cloud, Rolls-Royce Phantom V und Bentley Continental her.
1991 wurde der Karosseriebauer Mulliner Park Ward geschlossen, was auch zur Produktionseinstellung der Phantom-Modelle führte. Der Name ist heute nur noch eine Marketingbezeichnung für Sonderausführungen von Bentley-Modellen.
Herstellung endmontierter Fahrzeuge
Ab 1946 begann auch Rolls-Royce, komplette Autos mit Serienkarosserien auszuliefern. Das Geschäft mit Karosserie-Einzelanfertigungen lief jedoch bei Park Ward bzw. später auch bei H.J. Mulliner weiter. Die Karosserieteile der Serienkarosserien wurden von Pressed Steel zugeliefert, wobei nicht nur Stahlblech, sondern auch schon Aluminium zum Einsatz kam. Erstes Konzernfahrzeug dieser neuen Fahrzeug-Fertigung wurde das Silver-Wraith-Schwestermodell Bentley Mark VI, das anschließend auch als Rolls-Royce Silver Dawn vermarktet wurde.
1996 – noch unter Vickers-Führung – erhielt Rolls-Royce eine eigene Karosseriefertigung. Die Verträge mit Pressed Steel wurden gekündigt. Diese Fertigungsanlage ging später in den Besitz von VW über und fertigt nun Teile für Bentley.
Nach der Übernahme durch BMW wurden die Produktionsverantwortlichkeiten neu geordnet. Verschiedene Baugruppen des Phantom entstehen in deutschen Standorten der BMW Group, so beispielsweise der V12-Motor aus dem Werk München. Auch die Rolls-Royce-Tradition der Zulieferung von Karosserieteilen wurde wieder aufgenommen; heute stammt die gesamte Karosserie aus dem Aluminium-Kompetenzzentrum im BMW Group Werk Dingolfing. Die Karosserie aus Aluminium in Space-Frame-Bauweise wird im BMW-Werk in Dingolfing von Hand zusammengeschweißt und nach Goodwood geliefert, wo sie lackiert wird.
Markenzeichen
Kühlergrill
Auf der Annual Manchester Motor Show stellte die Firma Abel Blackburn & Co. aus Cleckheaton im März ihr Automodell „Norfolk“ vor. Vermutlich hat auch Henry Royce diese Show besucht. Der Norfolk hatte einen Kühlergrill, der eine Eigenheit der Architektur griechischer Tempel, insbesondere des Parthenon, übernimmt: Da gerade Säulen einen eingefallenen Eindruck erwecken, werden die Säulen leicht nach außen gebogen; aufgrund dieser leichten Schwellung wirkt der Tempel stabil und gerade, weshalb der Rolls-Royce-Kühlergrill unter Zuhilfenahme dieses Effekts gebaut wird. Dieser Norfolk-Grill sah dem späteren Rolls-Royce-Kühler sehr ähnlich. Der erste Rolls-Royce-Tempel-Kühler wurde nicht vor August 1904 gefertigt. Ein Grundsatz von Henry Royce lässt diese Inspiration durchaus möglich erscheinen: „A good way to proceed was to take the best and improve it“. (dt. „Eine gute Vorgehensweise war, das Beste zu nehmen und es zu verbessern“.)
Die historische Sichtweise der Fachpresse: „With respect to the Royce (of Rolls-Royce) radiator grille, historians have noted the general similarity in design with the little-known Norfolk car of the time“. (dt.: Im Hinblick auf den Royce-Kühlergrill haben Historiker angemerkt, dass er grundsätzliche Übereinstimmung mit dem Design der seinerzeitigen Norfolk-Autos besitzt.)
Rolls-Royce präsentierte im Dezember 1904 auf dem Pariser Autosalon erstmals die Modellpalette auf einer Messe. Dabei wurde der Kühler in der aufwändig gebauten klassischen griechischen Tempel-Form präsentiert.
Seit 1974 ist der Tympanon-Kühler auch ein eingetragenes Warenzeichen von Rolls-Royce.
Markenemblem
Im Januar 1905 gab C.S. Rolls & Co. den ersten Katalog von Rolls-Royce-Automobilen heraus. Auf dem Titelbild war das verschlungene RR-Emblem erstmals zu sehen. Die Farbe war zunächst rot.
1933 gab Henry Royce Anweisung, die Schriftfarbe der Buchstaben „RR“ im Rolls-Royce-Zeichen dauerhaft von rot auf schwarz zu ändern. Diese Änderung erfolgte auf Grund zahlreicher Beschwerden hochrangiger Kunden (u. a. des Prince of Wales), dass das Rot mit manchen Wagenfarben nicht harmonierte. Schwarz wurde gewählt, weil es für alle Farben passend erschien. Der Mythos, dass dieser Farbwechsel aus Ursache des Ablebens von Henry Royce (1933) vorgenommen wurde, widerspricht den gegebenen Fakten.
1979 wurden zum 75-jährigen Jubiläum der Unternehmensgründung 225 Sondermodelle der Baureihe Silver Shadow II mit einem Emblem in roter Schriftfarbe verkauft. 1995 wurde bei den 25 Sondermodellen des Corniche S das Emblem in roter Schriftfarbe ausgeführt.
Kühlerfigur „The Spirit of Ecstasy“
Die Idee zur Kühlerfigur als solches wird Lord Montagu zugeschrieben, der sich schon 1899 einen Christophorus, den Schutzpatron der Autofahrer, auf den Kühler schraubte. Bis dahin hatte noch kein Hersteller Kühlerfiguren verwendet. Seit 1911 ziert den Grill der meisten Rolls-Royce die Kühlerfigur Spirit of Ecstasy (einige wenige Fahrzeuge, beispielsweise für das britische Königshaus, sind mit anderen Kühlerfiguren versehen).
Henry Royce selbst lehnte Kühlerfiguren ab und verwendete für seine persönlichen Wagen keine Kühlerfiguren. Seiner Meinung nach störten sie die Linie des Fahrzeugs und den Sichtbereich des Fahrers. Dennoch waren sie zu jener Zeit sehr beliebt.
Der Herausgeber von The Car, Lord John Walter Edward-Scott-Montagu, ließ sich vom Bildhauer Charles Sykes für seinen privaten Rolls-Royce eine Kühlerfigur gestalten. Modell für die Figur war die Geliebte von Lord Montagu, Eleanor Velasco Thornton. Die Idee wurde populär und schlug ein, sodass Lord Montagu dafür sorgte, dass Rolls-Royce (während Henry Royce im Krankenhaus lag) den Bildhauer beauftragte, eine Kühlerfigur zu gestalten. Sie wurde von Rolls-Royce Spirit of Ecstasy genannt.
Ende der 1920er-Jahre waren die Aufbauten immer niedriger geworden. Royce gab nun eine kniende Version der Figur in Auftrag, die wiederum Charles Sykes modellierte. Diese kniende Version störte das Sichtfeld des Fahrers nicht mehr so nachhaltig. Die kniende Version wurde beim Silver Wraith und als letztes Modell beim Silver Dawn bis nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Dann wurde wieder die stehende Version verwendet, allerdings im Vergleich zum Original von 1911 in verkleinerter Form.
Die Figur wurde bis 1948 in den Ateliers von Sykes hergestellt, dann übernahm Rolls-Royce selbst deren Produktion. Das Wachsausschmelzverfahren wurde noch bis 1950 fortgeführt. Mit dessen Einstellung wurden auch die individuellen Signaturen der Figur abgeschafft.
Rolls-Royce Corniche (1971-1989)
Rolls-Royce Corniche, benannt nach der Küstenstraße Corniche zwischen Monaco und Nizza, ist eine Modellbezeichnung des britischen Herstellers Rolls-Royce.
Unter diesem Namen wurden von 1971 bis 1995 die Coupé- und Drophead Coupé- (Cabriolet-) Varianten des Rolls-Royce Silver Shadow und von 2000 bis 2002 die Rolls-Royce-Version des Bentley Continental R vermarktet.
Zeitweilig gab es von der Schwestermarke Bentley ein Parallelmodell Bentley Corniche, das 1984 in Bentley Continental umbenannt wurde. Den Namen Corniche hatte schon 1939 ein Prototyp auf Basis des Bentley Mark V getragen, der aber wegen des Kriegsausbruches nicht mehr in Serie gegangen war.
Der Name Corniche wurde 1971 für die seit 1965 beziehungsweise 1967 gefertigten Coupé- und Cabrioletversionen des Silver Shadows eingeführt. Offiziell nannte Rolls-Royce sie Two Door Saloon, da sie platzmäßig ähnliche Maße wie die viertürigen Saloons aufwiesen. Die Fahrzeuge wurden beim zu Rolls-Royce gehörenden Karosseriebauer Mulliner Park Ward in London hergestellt.
Das Corniche Coupé wurde 1982 aus dem Angebot genommen.
Der Corniche besaß den regulären V8-Motor des Hauses mit Motorblock aus einer Aluminium-Silizium-Legierung (Alusil), Aluminium-Zylinderköpfen und nassen, gusseisernen Zylinderlaufbuchsen. 104,1 mm Bohrung und 99,1 mm Hub ergaben einen Gesamthubraum von 6750 cm³. Anfänglich war der Motor mit zwei SU-Vergasern, ab 1975 mit einem Solex-Vierfachvergaser bestückt. Ab 1980 wurde eine Bosch-Einspritzung verwendet.
Die Dreigangautomatik, eine Turbo Hydramatic 400, stammte von General Motors. Das Fahrwerk wies Einzelradaufhängung rundum und Schraubenfedern an Vorder- und Hinterachse auf, ferner eine automatische Niveauregulierung (von Rolls-Royce unter Verzicht auf die pneumatischen Dämpfer unter Citroën-Lizenz hergestellt), zunächst an allen vier, später nur an den Hinterrädern. Für Verzögerung sorgten Scheibenbremsen rundum, ab 1972 in innenbelüfteter Ausführung.
Der Radstand von 3042 mm wurde 1974 auf 3048 und 1979 auf 3061 mm gestreckt.
Als Cabrio kostete der Corniche 1971 rund 148.000 DM.
1988 wurde das Modell nach einer Modellpflege in Corniche II umbenannt. Die Chromstoßstangen wichen Einheiten aus Aluminium und Gummi, wurden in Wagenfarbe geliefert, ebenso die Außenspiegel. Der Kühler bestand aus Aluminium, das Öl erhielt einen eigenen Ölkühler. ABS war nun Serie, Airbags waren nicht lieferbar. Weitere Änderungen waren neue Felgen, neue Rückfahrleuchten neben dem hinteren Nummernschild, neue Sitze und ein überarbeitetes Armaturenbrett. Die optisch auffälligste Änderung ist der durchgehende Mitteltunnel.
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Rolls-Royce Corniche (1989-1993)
Der Corniche III wurde auf der Frankfurter IAA im Herbst 1989 vorgestellt.
Einzige größere Neuerung gegenüber dem Corniche II waren die serienmäßigen Airbags.
Die Stoßstangen waren nun nicht mehr schwarz ausgeführt, sondern in Wagenfarbe lackiert, das Fahrwerk erfuhr Verbesserungen. Im Interieur wurden Armaturenbrett und Mittelkonsole nachgebessert.
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Rolls-Royce Cullinan (2018-)
Der Rolls-Royce Cullinan ist das erste SUV des britischen Automobilherstellers Rolls-Royce Motor Cars.
Technisch baut der Cullinan auf der mit der achten Phantom-Generation eingeführten Aluminium-Spaceframe-Architektur (ASF) auf.
Die Karosserie des Autos konstruierte der italienische Zulieferbetrieb Fontana. Sie bietet den Mitfahrern hinten mehr Platz als vorn, hat einen von vorn bis hinten laufenden Unterfahrschutz und wird im BMW Group Werk Dingolfing im bayerischen Moosthenning gefertigt.
Die Türen öffnen wie im Phantom und im Ghost gegenläufig. Um den Ein- und Ausstieg weiter zu erleichtern, lässt sich das SUV mit dem Fahrzeugschlüssel um vier Zentimeter absenken.
Der Cullinan hat als erstes in Serie produziertes Rolls-Royce-Modell eine Heckklappe. Sie ist zweigeteilt und bei Bedarf lassen sich aus ihr wie im Range Rover SVAutobiography zwei „Picknick“-Einzelsitze herausklappen. Außerdem ist die Karosserie mit Laser-Scheinwerfern ausgestattet.
Um niedrigere Innenraumgeräusche zu erreichen, ist eine sechs Millimeter dicke Doppelverglasung und zwischen dem Fahrgastraum und dem Gepäckraum eine Glaswand eingebaut.
Der Cullinan, der eine Luftfederung hat, ist nach dem Phantom VIII der zweite Rolls-Royce mit Allradlenkung. Bis zu einer Geschwindigkeit von unter 60 km/h ist der Lenkeinschlag der Hinterräder entgegengesetzt zu den Vorderrädern, um die Manövrierbarkeit zu verbessern. Ab 60 km/h schlagen zur Verbesserung der Stabilität des Fahrzeugs die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder ein. Der Raddurchmesser beträgt 22 Zoll.
Das 8-Stufen-Automatikgetriebe von ZF ist wie im Phantom VIII mit einem GPS-Receiver verknüpft, der das Fahrzeug lokalisiert und die Geschwindigkeit misst, um rechtzeitig einen passenden Gang zu wählen Außerdem bestimmt die Bordelektronik aus der Beschleunigung und den Kamerasystemen die bestmögliche Dämpfereinstellung. Die Instrumente sind digital und es gibt ein großes Head-up-Display. Als Assistenzsysteme gehören ein Nachtsicht-, ein Bremsassistent mit Fußgänger- und Wildtiererkennung sowie ein Abstandstempomat, Querverkehrwarner, Spurverlassenswarner und Spurwechselassistent zur Serienausstattung.
Angetrieben wird das SUV vom aus dem Phantom VIII bekannten 6,75-Liter-Zwölfzylinder-Ottomotor mit 420 kW (571 PS). Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit abgeregelten 250 km/h an. Die Plattform des Cullinan ist für alternative Antriebe vorbereitet.
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Rolls-Royce Dawn (2016-)
Der Rolls-Royce Dawn ist ein Pkw-Modell der Rolls-Royce Motor Cars Ltd. Die Präsentation fand auf der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 2015 in Frankfurt am Main statt.
Das Modell soll das „kleine“ Cabriolet der Marke im Vergleich zum Drophead Coupé darstellen und entspricht technisch wie stilistisch weitgehend dem Coupé Wraith.
Im Frühjahr 2016 wurden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert.
Das zweitürige Cabriolet bietet vier Personen Platz. Genau wie der Wraith hat das Fahrzeug als Besonderheit hinten angeschlagene Türen. Den Antrieb übernimmt derselbe Motor wie beim Wraith, ein mittels Biturbo aufgeladener V12-Motor mit 6592 cm³ Hubraum. Jedoch leistet er mit 420 kW (570 PS) und 820 Nm Drehmoment etwas weniger als im Wraith. Diese Leistung sorgt für eine Beschleunigung auf 100 km/h aus dem Stand innerhalb von 4,9 s Die Höchstgeschwindigkeit beträgt elektronisch abgeregelt 250 km/h. Weitere Unterschiede zum baulich eng verwandten Coupé finden sich in den Abmessungen: Der Radstand des Dawn ist 180 mm kürzer, was zu einer Gesamtlänge von 5.285 mm führt. Die Spur hingegen ist mit 24 mm breiter. Unbeladen wiegt das Cabriolet 2.560 kg. Das klassische Softtop öffnet sich innerhalb von 22 s und kann auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h betätigt werden. Eine weitere Innovation des Wraith gibt es auch im Dawn: Das Automatik-Getriebe von ZF greift auf GPS-Daten zurück, um den optimalen Gang für den vorausliegenden Straßenabschnitt zu wählen.
Auf dem Goodwood Festival of Speed Ende Juni 2017 präsentierte Rolls-Royce den Dawn als Black Badge–Version. Diese ist in schwarz lackiert und weist orangefarbene Akzente – wie beispielsweise in der Türverkleidung – auf, die als Hinweis auf die untergehende Sonne zu sehen sind. Außerdem leistet der V12-Ottomotor mit 442 kW (601 PS) und 840 Nm etwas mehr.
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Rolls-Royce Ghost (2009-2020)
Der Rolls-Royce Ghost I (Baureihe RR4) ist eine Luxuslimousine von Rolls-Royce, die erstmals im April 2009 auf der Auto Shanghai der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Der Name Ghost erinnert an das ab 1906 hergestellte Modell Silver Ghost. Die Baureihe war mit einer Länge von 5,40 m die kleinste und einem Einstiegspreis von etwa 250.000 € auch günstigste im Programm des Herstellers.
Der seit 2013 produzierte Rolls-Royce Wraith stellt die Coupé-Version des Ghost dar, wird jedoch – anders als beim Phantom – als eigenständiges Modell vermarktet und besitzt mit 465 kW (632 PS) mehr Leistung als die Limousine. Der Einstiegspreis des Wraith liegt bei rund 282.000 Euro.
Auf der IAA 2015 in Frankfurt am Main wurde das auf Basis des Ghost entwickelte Cabriolet Dawn vorgestellt. Seit 2016 wird es ausgeliefert.
Im September 2020 präsentierte der Hersteller das Nachfolgemodell Ghost II.
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Rolls-Royce Ghost (2020-)
Der Rolls-Royce Ghost II ist eine Luxuslimousine von Rolls-Royce.
Präsentiert wurde die zweite Generation des Ghost am 1. September 2020.
Sie ist neu entwickelt; nur die Spirit of Ecstasy und die Regenschirme wurden aus dem Vorgängermodell Ghost I übernommen. Mit einer Länge von knapp 5,55 Meter fällt die Baureihe knapp 9 Zentimeter länger aus als der Vorgänger. Eine Langversion wird auch wieder angeboten. Der stärkere Black Badge wurde am 28. Oktober 2021 vorgestellt.
Angetrieben wird die Limousine vom aus dem Phantom VIII und dem Cullinan bekannten 6,75-Liter-Zwölfzylinder-Ottomotor mit 420 kW (571 PS). Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit elektronisch begrenzten 250 km/h an. Im Black Badge beträgt die maximale Leistung 441 kW (600 PS).
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Rolls-Royce Phantom (2003-2017)
Der Rolls-Royce Phantom VII (ursprünglich vom Hersteller nur als ‚Phantom‘ bezeichnet) ist ein Pkw-Modell des Automobilherstellers Rolls-Royce Motor Cars.
Er wurde als Limousine mit normalem Radstand und als Limousine mit verlängertem Radstand (Phantom Extended Wheelbase) gefertigt.
Basierend auf der Limousine wurden außerdem die Modelle Phantom Drophead Coupé (Cabriolet) und Phantom Coupé angeboten.
Seit dem 28. Juli 1998 hält der deutsche Autohersteller BMW die Markenrechte an Rolls-Royce. In Goodwood im Süden Englands entstand nach anfänglichen Schwierigkeiten das Fahrzeug mit dem Projektnamen RR01. Am 3. Januar 2003 endete die Startphase und nach vier Jahren Entwicklung wurde das Ergebnis präsentiert. Das Fahrzeug steht mit seinem Namen in der Tradition der Firma Rolls-Royce, es ist bereits das siebte Fahrzeugmodell mit dem Namen Rolls-Royce Phantom. Technisch hat es jedoch nichts mit dem namensverwandten, bis 1991 gebauten Rolls-Royce Phantom VI gemeinsam.
Im Jahr 2011 gab es ein dezentes Facelift. Bei den neuen Modellen mussten die runden Xenon-Scheinwerfer moderneren LED-Einheiten weichen. Hinzu kamen ein dynamisches Kurvenlicht und ein überarbeitetes Navigationssystem. Zudem wurde die 6-Gang-Automatik durch eine 8-Gang-Automatik ersetzt, was den CO2-Ausstoß von 385 auf 347 Gramm je Kilometer senkte.
Verschiedene Baugruppen wurden auch an deutschen Standorten gebaut, allerdings wurde die gesamte Montage und Individualisierung in Goodwood vorgenommen.
2012 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 14 Rolls-Royce Phantom in Deutschland neu zugelassen, ausnahmslos durch gewerbliche Halter.
Ende Januar 2017 endete die Produktion des Phantom VII, das Nachfolgemodell Phantom VIII wurde am 27. Juli 2017 vorgestellt. Die Öffentlichkeitspremiere hatte es auf der IAA im September 2017 in Frankfurt am Main, in den Handel kam es 2018. Das Cabriolet und das Coupé erhielten keinen Nachfolger.
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Rolls-Royce Phantom (2018-)
Der Rolls-Royce Phantom VIII (Baureihe RR11, Baureihe RR12 = Langversion) ist ein Pkw-Modell des britischen Automobilherstellers Rolls-Royce Motor Cars.
Es wurde am 27. Juli 2017 im Londoner Stadtteil Mayfair als Nachfolger der siebten Phantom-Generation vorgestellt.
Gebaut wird der neue Phantom seit Anfang 2018 in Goodwood.
Im Gegensatz zum Vorgängermodell wird das Fahrzeug nur noch als Limousine mit normalem Radstand und mit verlängertem Radstand (Phantom Extended Wheelbase) angeboten. Beide Varianten wurden etwas kürzer, die Langversion auch etwas leichter. Das Längenmaß ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass in China Fahrer eines über sechs Meter langen Fahrzeugs einen Bus-Führerschein benötigen. Mit 5,98 Metern liegt die neue Langversion nun knapp darunter. Die auf dem Phantom VII basierenden Phantom Drophead Coupé und Phantom Coupé erhalten keinen Nachfolger. Dafür basiert das im Jahr 2015 angekündigte und ab 2018 angebotene SUV Cullinan auf der Aluminium-Spaceframe-Architektur (ASF) des neuen Phantom, was auch eine fließendende, Coupé-ähnliche Gestaltung der Form des Hecks ermöglicht.
Preise starten für die Kurzversion SWB (Short Wheel Base) ab 375.000 Euro, für die Langversion EWB (Extended Wheel Base) ab 450.000 Euro.
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Rolls-Royce Silver Dawn (1980-1998)
Der Rolls-Royce Silver Spirit (dt.: Silberner Geist; Geist im Sinne von Seele) ist ein Oberklasse-Fahrzeug des britischen Automobilherstellers Rolls-Royce Motors.
Der Silver Spirit ist der Nachfolger des Silver Shadow. Er wurde in verschiedenen Serien (I bis IV) sowie unter verschiedenen Namen von 1980 bis 1998 produziert.
Zu der Baureihe, die intern als Rolls-Royce SZ bezeichnet wird, gehören auch die Modelle Silver Spur, Silver Dawn, Centenary, Park Ward und Touring Limousine. Der Rolls-Royce Silver Spirit ist außerdem baugleich mit dem Bentley Mulsanne. Einige Varianten waren sowohl als Rolls-Royce als auch als Bentley verfügbar, andere nur als Rolls-Royce oder nur als Bentley.
Von 1965 bis 1980 war Rolls-Royce mit dem Silver Shadow und den von ihm abgeleiteten Silver Wraith und Bentley T in der Oberklasse vertreten. Die Baureihe war die erste von Rolls-Royce mit selbsttragender Karosserie. Mit insgesamt 32.343 Exemplaren (28.476 Rolls-Royce und 3.867 Bentley) war sie das bislang erfolgreichste Modell des Unternehmens.
Die Arbeiten für einen Nachfolger des Silver Shadow begannen im Sommer 1972. Die Entwicklung leitete der technische Direktor John Hollings; die Karosserie gestaltete der in Österreich geborene Ingenieur Fritz Feller. Der SZ war nicht vollständig neu entwickelt. Die Bodengruppe und die gesamte Mechanik wurde – mit Ausnahme der hinteren Radaufhängung – unverändert vom Silver Shadow übernommen, gleiches gilt für den 6,75 Liter großen Achtzylindermotor.
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Rolls-Royce Silver Seraph (1998-2002)
Der Rolls-Royce Silver Seraph ist eine Limousine der Oberklasse von Rolls-Royce.
Er wurde am 3. Mai 1998 als Nachfolger der Baureihen Silver Spirit und Silver Spur vorgestellt und darauf gleichzeitig mit dem Schwestermodell Bentley Arnage auf den Markt gebracht.
Nach 18 Jahren war er der erste völlig neu entwickelte Rolls-Royce nach dem Silver Shadow. Eine im März 2000 vorgestellte Version mit um 25 cm verlängertem Radstand trug den Namen Park Ward.
Alle Rolls-Royce Silver Seraph wurden in der Rolls-Royce-Fabrik im englischen Crewe gebaut. 2002 wurde die Produktion eingestellt. BMW hatte die Markenrechte vom Vickers-Konzern gekauft, die Fabrik ging dagegen an Volkswagen. Der Bentley Arnage wurde bis 2009 in der von Volkswagen übernommenen Fabrik in Crewe produziert.
Als erster Rolls-Royce seit dem Phantom III von 1936 wird er wieder von einem V12-Motor angetrieben, der in diesem Fall aus dem BMW 750i/iL stammt. Der BMW M73 besteht aus Aluminium und leistet 240 kW (326 PS) bei 5000 min−1. Das maximale Drehmoment beträgt 490 Nm bei 3900 min−1. Er besitzt ein elektronisch gesteuertes Motormanagement.
Zur weiteren Ausstattung zählt unter anderem auch ein Antiblockiersystem für die Bremsen und Adaptive Ride Control. Der Silver Seraph verfügt über ein ZF-Fünfgang-Automatikgetriebe.
Der Silver Seraph kostete 155.175 £ in Großbritannien, 220.695 $ in den Vereinigten Staaten und zur Markteinführung in Deutschland 444.000 DM. Die Verwindungssteifigkeit der Karosserie ist um 65 Prozent höher als bei dem Vorgänger. Außer dem Kühlergrill, den Felgen und der Kühlerfigur sind alle Karosserieteile mit dem Bentley Arnage identisch. Der Silver Seraph baut auch auf derselben Plattform auf wie der Arnage. Die Karosserie war in Einfarben- wie auch in Zweifarben-Lackierung erhältlich. Des Weiteren erfüllt Rolls-Royce jede individuelle Farbkombination für die Außenfarbe und die Innenraumausstattung.
Auch im Innenraum sind sich Silver Seraph und Arnage sehr ähnlich, weisen jedoch im Detail Unterschiede auf: Der Silver Seraph besitzt Rolls-Royce-typische Stilelemente, u. a. hat die Mittelkonsole eine ausführlichere Holzvertäfelung. In beiden Fahrzeugen gibt es einen mit Leder verkleideten Innenraum und Ledersitze. Die Innenraum-Applikationen an Armaturenbrett, Mittelkonsole, den Seiten der Vordersitze und an den Türvertäfelungen waren frei wählbar. Standardmäßig wurde Wurzelnussholz verwendet.
Der Silver Seraph mit seinen knapp 2,6 Tonnen Leergewicht erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Die Federung ist komfortabel ausgelegt, jedoch auf kurzen Unebenheiten härter als die der Vorgängermodelle.
Insgesamt wurden 1570 Silver Seraph hergestellt.
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Rolls-Royce Silver Spur (1980-1998)
Der Rolls-Royce Silver Spur war eine viertürige Limousine des britischen Automobilherstellers Rolls-Royce, der auf dem 1980 vorgestellten Silver Spirit basierte.
Der Silver Spur wies einen gegenüber dem Basismodell verlängerten Radstand auf.
Zeitweise wurde für das Fahrzeug auch die Bezeichnung Silver Dawn verwendet. Eine sportliche Ausführung des Wagens wurde zeitweise unter dem Namen Rolls-Royce Flying Spur vermarktet, und eine nochmals verlängerte Version hieß Rolls-Royce Silver Spur Touring Limousine. Wiederholt wechselnde Modellbezeichnungen sorgten in den 1990er-Jahren für Irritationen.
Im Laufe des Jahres 1980 hatte Rolls-Royce sein bislang erfolgreichstes Modell, den Silver Shadow, nach 15-jähriger Produktionszeit eingestellt. Zusammen mit dem Silver Shadow endete auch die Produktion des mit einem längeren Radstand versehenen Rolls-Royce Silver Wraith II. Die Silver Shadow Baureihe wurde durch den Silver Spirit ersetzt. Ihm zur Seite stellte das Werk eine Version mit einem um 100 mm verlängerten Radstand, die die Bezeichnung Silver Spur („silberner Sporn“) erhielt. Der Silver Spur ersetzte damit den Silver Wraith II.
Der Silver Spur entsprach, abgesehen von einem längeren Radstand, technisch dem Silver Spirit. Auch das Karosseriedesign beider Modelle war identisch. Die Verlängerung kam hierbei gänzlich den Fondpassagieren zugute. Allerdings war der Silver Spur, anders als die kürzere Basisversion, serienmäßig mit einem Vinyldach (hier Everflex genannt), den Radkappen der Corniche sowie einem Rolls-Royce Logo an der C-Säule ausgestattet.
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Rolls-Royce Spectre (2023-)
Mit dem Spectre präsentierte Rolls-Royce im Oktober 2022 das erste Elektroauto der Marke und zugleich den "geistigen Nachfolger" des Phantom Coupé.
Die ersten Exemplare sollen im vierten Quartal 2023 ausgeliefert werden.
Bereits im Jahr 1900 prophezeite der Mitbegründer von Rolls-Royce, Charles Rolls, eine elektrische Zukunft für das Automobil. Nachdem er ein Elektrofahrzeug namens The Columbia Electric Carriage erworben hatte, sah er seine Eignung als saubere, geräuschlose Alternative zum Verbrennungsmotor voraus – vorausgesetzt, es gebe eine ausreichende Infrastruktur, um dies zu unterstützen. Mehr als 120 Jahre später will Rolls-Royce Motor Cars die Prophezeiung seines Gründervaters mit dem Rolls-Royce Spectre erfüllen.
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Rolls-Royce Wraith (2013-)
Der Rolls-Royce Wraith ist ein Pkw-Modell der Rolls-Royce Motor Cars Ltd., das 2013 in den Markt eingeführt wurde.
Der Verkauf begann im Oktober 2013.
Das Modell entspricht technisch wie stilistisch weitgehend dem auf der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 2015 vorgestellten Cabriolet Dawn.
Rolls-Royce präsentierte das Modell der Öffentlichkeit erstmals auf dem Genfer Auto-Salon 2013. Das zweitürige Coupé bietet vier Personen Platz. Besonderheit sind die hinten angeschlagenen Türen. Angetrieben wird der Wagen von einem mittels Biturbo aufgeladenen V12-Motor mit 6592 cm³ Hubraum und 465 kW (632 PS) Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Das Fahrzeug ist bei einem Radstand von 3112 mm 5269 mm lang, 1947 mm breit und 1507 mm hoch. Der Kofferraum fasst 470 Liter. Das Leergewicht ist mit 2435 kg angegeben. Der Listenpreis beläuft sich auf 279.531,- €.
Das 8-Gang-Automatikgetriebe berücksichtigt GPS-Daten, um den optimalen Gang für den vorausliegenden Straßenabschnitt zu wählen.
Auf dem Genfer Auto-Salon 2016 wurde die Black Badge Version vorgestellt.
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