Der Saab 900 ist ein Automodell des schwedischen Herstellers Saab. Erstmals wurde er 1978 als Weiterentwicklung des Saab 99 präsentiert.

Saab 900 Cabriolet, rot/schwarz, 1987, Modellauto, Fertigmodell, Neo 1:18

Der Saab 900 wurde in zwei Generationen bis 1998 gebaut. Für beide Modellvarianten gab es unterschiedliche Karosserievarianten wie drei- und fünftüriges Combi-Coupé, Limousine (genannt Sedan), wahlweise zwei- oder viertürig. Ab 1986 wurde er als Cabriolet auf Basis des zweitürigen Sedan produziert.

Saab 900 I (1978–1994)

Der Saab 900 I wurde 1978 als eine Weiterentwicklung des Saab 99 präsentiert. Besonderheiten waren seine hohe aktive und passive Sicherheit und sein eigenständiges Design.

Zum Produktionsbeginn im Spätsommer 1978 wurde er nur als Fließheck-Limousine verkauft. 1981 kam die Sedan genannte Stufenhecklimousine hinzu. Technische Besonderheit war der längs eingebaute Motor mit Antrieb vorne. Das Getriebe saß unter dem nach rechts geneigt eingebauten Motor und wurde durch eine Rollenkette angetrieben.

Die Modelljahrgänge 1979 und 1980 unterschieden sich gravierend von den späteren Modellen mit senkrechter Frontpartie, die bis 1986 produziert wurden. Schaltknauf, Aschenbecher, Handschuhfachdeckel, Tachokombiinstrument, Blinker, Sitze und Sitzbezüge, Außenspiegel, Türverkleidungen, Zierleisten, Lenkräder, Felgen (Inka), Tempomathebel, Motorhaube, Tankstutzen, Kofferraumverkleidungen, Mittelkonsole, Gurtschlösser, Stoßstangen, Entlüftungsgitter und andere Details waren neu geformt und konstruiert worden.

Wichtigster Unterschied bei den Motoren: Die Modelljahrgänge 1979/1980 verfügten über den sogenannten B-Motor, der sich in vielen Details vom ab 1981 produzierten H-Motor unterschied. Die beiden ersten Jahrgänge des klassischen 900 sind in Deutschland so gut wie nicht mehr zu finden und daher inzwischen begehrte Sammlerstücke.

Im Spätsommer 1986 wurde der Saab einer Modellpflege unterzogen und erhielt eine aerodynamisch geneigte Frontpartie. Zusätzlich erschien das 900 Cabrio.

Zum Herbst 1987 wurde der 900 erneut technisch überarbeitet: die Handbremse wirkte jetzt auf die Hinterräder, es gab einen anderen Lochkreis, und ABS war nun im Angebot erhältlich. Das Schrägheck wurde bis einschließlich 1993 produziert; das Cabrio ein Jahr länger bis 1994.

Mit der Übernahme durch General Motors gab es erste technische Eingriffe bei den Motoren des 900 I. Neben dem etablierten Vollturbo mit 160 PS wurde das Volumenmodell 900 S geschaffen, das ohne die innovative Steuerungselektronik (APC) für den Turbolader, ohne Ladeluftkühlung und mit einer kürzeren Primärübersetzung auskommen musste (Softturbo). Diese Modellvariante war günstiger, aber mit 141 PS nur unwesentlich schwächer als der Vollturbo und erreichte daher gute Verkaufszahlen.

Drei Jahre nach der Übernahme durch General Motors wurde das erfolgreiche, aber nicht mehr rentable Modell 900 I eingestellt und durch einen Nachfolger mit gleichem Namen ersetzt, der sich aber aufgrund der verwendeten Bodengruppe des Opel Vectra technisch und optisch grundlegend vom Vorgänger abhob.

Vom 900 wurden insgesamt 908.810 Exemplare hergestellt.[1]

Datenblatt Saab 900 (1982)

Saab 900

GL

GLS

GLi/GLE

Turbo

Motor: 

4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt)

Hubraum: 

1985 cm³

Bohrung x Hub: 

90 x 78 mm

Leistung bei 1/min: 

74 kW
(100 PS)
bei 5200

79,5 kW
(108 PS)
bei 5200

87 kW
(118 PS)
bei 5500

106,5 kW
(145 PS)
bei 5000

Max. Drehmoment bei 1/min: 

162 Nm bei 3500

164 Nm bei 3300

167 Nm bei 3700

235 Nm bei 3000

Verdichtung: 

9,5:1

7,2:1

Gemischaufbereitung: 

1 x Zenith-Stromberg 175

1 x Doppelvergaser

Mech. Bosch-Einspritzung

Bosch K-Jetronic, Garrett-Turbolader
max. Ladedruck 0,7 bar

Ventilsteuerung: 

Obenliegende Nockenwelle, Antrieb über Kette

Kühlung: 

Wasserkühlung

Getriebe: 

4-oder 5-Gang-Getriebe
a.W. Borg-Warner-Dreigangautomatik
Frontantrieb

Radaufhängung vorn: 

Trapezlenker, oberer Querlenker, Schraubenfedern

Radaufhängung hinten: 

Starrachse, Längslenker, Panhardstab, Schraubenfedern

Bremsen: 

Scheibenbremsen rundum, Servo

Lenkung: 

Zahnstangenlenkung, teils Servo

Karosserie: 

Stahlblech, selbsttragend

Spurweite vorn/hinten: 

1420/1430 mm

Radstand: 

2515 mm

Abmessungen: 

4740 x 1690 x 1420 mm

Leergewicht: 

1150–1220 kg

1190–1290 kg

Höchstgeschwindigkeit (Werk): 

160 km/h

n.a. km/h

175 km/h

195 km/h

0-100 km/h (Werk): 

14,5 s

n.a.

12,5 s

9 s

Verbrauch
(Liter/100 Kilometer, Werk): 

11,6 S

n.a.

12,7 S

13,8–14,6 S

Preis: 

DM 21.900 (02/82)

DM 23.050–25.200 (02/82)

DM 25.250–28.750 (02/82)

DM 31.900–35.150 (02/82)

 

Saab 900 II (1993–1998)

Der Saab 900 II war 1993 das erste unter der Regie von General Motors gefertigte Saab-Modell. Es kamen bei der Produktion viele Teile aus anderen GM-Modellen zum Einsatz, zum Beispiel große Teile der Bodengruppe des Opel Vectra A. Auch bei den Motorvarianten gab es neben dem Saab-typischen Vierzylinder (mit und ohne Turboaufladung) auch ein V6-Aggregat aus dem Opel-Programm, das sich aber schlecht verkaufte, weil es von den Kunden als „Saab-untypisch“ wahrgenommen wurde. Der Käufer konnte hierbei auch zwischen den Ausstattungsvarianten „S“ und „SE“ auswählen. Ab 1994 wurde der Saab 900 II auch als Cabrio angeboten. Vom 900 II wurden 273.568 Exemplare hergestellt.[1]

 

 

Nachfolgemodell wurde der Saab 9-3, der 1998 eingeführt wurde und aufgrund von Zuverlässigkeitsproblemen seines Vorgängers mit insgesamt 450 neuen Bauteilen versehen wurde.

Motorvarianten

Modell

Zylinder/
Ventile

Hubraum

Max. Leistung

Max. Drehmoment

Motorcode

Bauzeitraum

2.0i

4/16

1985 cm³

98 kW (133 PS) bei 6100 min-1

180 Nm bei 4300 min-1

B206I

07/1993–07/1994

2.0i

4/16

1985 cm³

96 kW (130 PS) bei 6100 min-1

177 Nm bei 4300 min-1

B204I

08/1994–02/1998

2.0 Turbo[* 1]

4/16

1985 cm³

136 kW (185 PS) bei 5500 min-1

263 Nm bei 2100 min-1

B204L

07/1993–02/1998

2.0 Turbo[* 2]

4/16

1985 cm³

136 kW (185 PS) bei 5750 min-1

230 Nm bei 2000 min-1

B204L

07/1993–02/1998

2.3i

4/16

2290 cm³

110 kW (150 PS) bei 5700 min-1

210 Nm bei 4300 min-1

B234I

07/1993–02/1998

2.5i V6

6/24

2498 cm³

125 kW (170 PS) bei 5900 min-1

227 Nm bei 4200 min-1

B258I

07/1993–02/1998

  1. ↑Mit Schaltgetriebe
  2. ↑Mit Automatikgetriebe

Trivia

  • Filmauftritte: Ein rotes Cabrio 900 I fand 2004 Verwendung im Roadmovie Sideways. In Ein ganz normaler Hochzeitstag hat Woody Allen 1990 dasselbe Modell. In Eiskalte Leidenschaft fährt Richard Gere als Psychiater einen grauen 900 S. Jack Nicholson bringt in Besser geht’s nicht seinen Nachbarn in einem Saab 900 Cabrio II zu dessen Eltern. Im Film Die Rückkehr des Tanzlehrers fährt die Hauptfigur (gespielt von Tobias Moretti) ein rotes 900/I Modell. Weiter fährt auch Matthew McConaughey in der Rolle des Anwalts Jake Tyler Brigance im Film „A Time to Kill“ (1996) ein rotes 900 I Turbo Cabriolet.In der Verfilmung des Nick Hornby Klassikers "High Fidelty" fährt Laura ein Saab 900 I Cabrio.
  • Der US-Amerikaner Peter Gilbert ist mit seinem Saab 900 über 1,6 Millionen Kilometer gefahren.
  • In dem deutschen Film „Vincent will meer“ wird ein roter Saab 900 benutzt und thematisiert („ich liebe das Auto“).
  • In der deutschen Serie „Liebe, Babys und ein großes Herz“ mit Marion Kracht und Michael Roll fährt die Hauptdarstellerin ein rotes Saab 900 II Cabrio, in dem unter anderem ein Kind zur Welt gebracht wird.
  • In der Deutschen Fernsehserie "Pastewka" ist ein Roter 900 I zu sehen.

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