Ford P2 (17M) (1957-1960)

Der Ford P2 war die zweite Neukonstruktion eines PKWs nach dem Zweiten Weltkrieg, der von den deutschen Ford-Werken nach dem kleineren „Weltkugeltaunus" Ford P1 produziert wurde. Das Fahrzeug der Mittelklasse wurde zwischen 1957 und 1960 als Taunus 17M angeboten und wurde wegen seiner Form auch „Barocktaunus“ genannt. In drei Jahren wurden ca. 240.000 P2 hergestellt. Bereits 1960 wurde er durch den sachlicher gestalteten Ford P3 („Linie der Vernunft“) ersetzt.

Ford Taunus P2 17m Turnier, rot/weiss, limitierte Auflage 300 Stück, 1957, Modellauto, Fertigmodell, Neo Limited 300 1:43

Entwicklung

Erste Skizzen für den neuen Mittelklasse-Wagen stammten vom Frühjahr 1955. Ursprünglich sollte der Motor des damals neuen Taunus 15M mit 1,5 Litern Hubraum und 55 PS (40 kW) Leistung verwendet werden. Die neue Karosse geriet aber so groß und schwer, dass die Fahrleistungen unter denen des kleineren Taunus 15M lagen. Das war nicht hinzunehmen, daher wurde durch eine Hubraumvergrößerung auf 1,7 Liter die Motorleistung auf 60 PS (44 kW) gesteigert. Der neue Wagen wurde 1957 von Gitta Lind im Kölner Stadtwaldrestaurant vorgestellt. Eigens dafür wurde für Gitta Lind ein Lied "Fahren auch sie den neuen Taunus" komponiert.

Ausstattung

„Gelsenkirchener Barock“ und „Fliegender Teppich“ sind andere Spitznamen für den ersten Mittelklasse-Ford, der die Kölner Werkshallen nach dem Kriege 1957 verließ. Fliegender Teppich deswegen, weil die – auch französischen – Ingenieure damals alles taten, um das Fahrwerk des französischen Ford Vedette zu adaptieren und in einen Mini-Straßenkreuzer à la Ford Fairlane zu integrieren. Die Vedette besaß bereits McPherson-Federbeine, und so war der Barocktaunus 1957 das erste deutsche Auto, das mit diesem bis heute für hohen Fahrkomfort bei niedrigen Kosten stehenden Standard ausgerüstet war. Die Karosserie wurde – in dieser Art einmalig bei deutschen Autos – mit üppigem Chromschmuck, Foreward-Design und Heckflossen im Stil der US-Straßenkreuzer ausgerüstet. Neben der Standard-Ausführung gab es noch einen 17 M deLuxe, der mit einer Zwei-Farben-Lackierung, einer Innenausstattung mit Brokatstoff und noch etwas mehr Chrom aufwarten konnte.

Den P2 gab es in der zweitürigen (T), viertürigen (F), Kasten- (KA) und Kombi-Variante (KO), wobei die deLuxe-Version (L) auch gehobene Ansprüche befriedigen konnte. Entsprechend stand die Typbezeichnung CL für die überaus seltene Cabriolet-Version des Karossiers Deutsch in Köln-Braunsfeld.

Karosseriemäßig hatte der Barocktaunus in allen Varianten überaus viel zu bieten. Neben ausladenden Karosserieüberhängen, Peilkanten vorn und hinten, in Amerika auch „Tailfins“, Heckflossen genannt, gab es – in der deLuxe-Version – einen üppigen Chromschmuck, der in der Fachpresse heftig diskutiert, manchmal abfällig „Gelsenkirchener Barock“ tituliert wurde.

Zur Kraftübertragung stand entweder die automatischen Kupplung „Saxomat“ oder der BorgWarner „Overdrive“ zur Verfügung, die das amerikanische Flair und den Fahrkomfort noch verstärkten.

Nach den Werksferien 1959, zum Modelljahr 1960, erfuhren die Modelle leichte Überarbeitungen. Statt eines Faltdaches gab es nun ein Stahlschiebedach, und das Dach als solches war flacher und 3cm niedriger. Die Chromleisten der Armaturen waren nun senk- und waagerecht geriffelt, an den Vorderkotflügeln wurde das Kölner Wappen angebracht. Außerdem war das auf Wunsch erhältliche Vierganggetriebe nun vollsynchronisiert. Die Basismodelle erhielten nun auch den einteiligen Kühlergrill der DeLuxe-Modelle, der bisherige Grill mit den 4 oberen Schlitzen entfiel.

 

 

1960 wurde der P2-„Barocktaunus" vom P3-„Badewannentaunus" abgelöst.

Preise

Limousine 2-türig : 6650,- DM, Limousine deLuxe 2-türig : 7190,-DM, Kombi : 6990,-DM, Kombi deLuxe : 7550,-DM.

4-Gang-Getriebe : 98,-DM, Saxomat : 275,-DM, Heizung : 180,-DM.

Erfolg

Der Taunus 17M P2 wurde in 239.978 Exemplaren, darunter 45.468 mal als Kombi hergestellt und unter anderem auch in die USA exportiert. Sein populärer Nachfolger P3 war wesentlich moderner gestaltet und machte den P2 als Gebrauchtwagen schnell unbeliebt, da dieser im Vergleich altmodisch wirkte. Ein P2 in gutem Zustand ist eine absolute Rarität, da es kaum noch Ersatzteile gibt.

Durch sein extremes 50er-Jahre-Design wurde der Wagen schon in den frühen 60er Jahren unbeliebt und genoss ein schlechtes Image. Dies sowie die hohe Rostanfälligkeit ließen den Wagen recht schnell aus dem deutschen Straßenbild verschwinden.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ford P2 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.

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