Citroen BX (XB_) (1982-1994)

Der Citroën BX ist ein von 1982 bis 1993 (Break: bis 1994) im bretonischen Rennes gebautes Mittelklassemodell des französischen Automobilherstellers Citroën.

Faltenbalgsatz Antriebswelle RS CITROËN BX (XB-_) - 14

Die Entwicklungsarbeiten am Citroën BX begannen im Frühjahr 1977. Einerseits, weil zwischen den Modellen GS und CX eine Lücke klaffte und andererseits aus Gründen der Übernahme von Citroën durch Peugeot am 8. April 1976.

Die Eingliederung der Marke Citroën in den PSA-Konzern (=Peugeot Société Anonyme) läutete den Beginn der Plattform-Ära ein. Beispiele hierfür sind die Modelle LN/LNA und Visa, deren Basis der Peugeot 104 bildete. Das neue Mittelklassemodell von Citroën sollte möglichst viele Teile aus den Peugeot-Regalen beziehen, in erster Linie Motoren und Getriebe. Dennoch sollte auch das neue Modell über die markentypische Hydropneumatik verfügen.

Schließlich erhielt der Designer Marcello Gandini aus dem Hause Bertone den Auftrag, das Erscheinungsbild des künftigen Mittelklassemodells zu bestimmen. Sein Entwurf, basierend auf der für Volvo angefertigten Studie „Tundra“ von 1979 und dem Reliant-FW11-Prototyp, wurde im Citroën-Design-Zentrum Vélizy einem Feinschliff unterzogen. Produktionsstart der BX Limousine war im September 1982.

Die kantige Karosserie wies nur halb so viele Schweißpunkte auf wie das Modell GS/GSA und wurde bereits mit Hilfe von Computern (CAD) entwickelt.

Aus Gewichtsgründen wurden Motorhaube und Heckklappe aus Kunststoff gefertigt. Das konsequent durchgeführte Leichtbau-Konzept sorgte dafür, dass der BX kaum schwerer, in manchen Fällen sogar leichter war als der kleinere GSA.

 

 

Trotz des Verzichts auf die für Citroën typischen fließenden Formen galt der BX während seiner gesamten Bauzeit als unverwechselbar. Bei seiner Vorstellung im Jahre 1982 gab es nur wenige Autos mit ähnlichem Grundkonzept.

Wenn bei der Entwicklung auch viel Wert auf die Aerodynamik gelegt wurde, erreichte der BX in diesem Punkt nicht ganz die Werte des GSA. Ein zunächst den Topversionen (16TRS und 19TRD) des BX vorbehaltener Styling-Gag waren dunkel getönte Polycarbonat-Seitenscheiben in den C-Säulen.

Absolut einzigartig waren die Bedienungselemente: Walzentacho, von der Fachpresse häufig Badezimmerwaage genannt und völlig ins Armaturenbrett integrierte Bedienungssatelliten. Eine ganz und gar typische Citroën-Lösung stellte der Drehzahlmesser (grüne Leuchtkette) dar – eine Vakuum-Fluoreszenzanzeige, die allerdings nur in den Modellen BX 16TRS und BX 19TRD (ab 1984) zu finden war.

Im Frühjahr 1985 folgte mit der Vorstellung der Break genannten Kombis der letzte Schritt zur Ablösung des nach wie vor parallel weitergebauten und mittlerweile auch betagten Modells GSA. Der Break wurde von dem französischen Design-Büro Heuliez entwickelt und überzeugte durch sein sehr großes Ladevolumen, das durch das höher gestellte Dach weiter optimiert wurde.

Ebenfalls 1985 erschien ein Sondermodell mit der Bezeichnung „DIGIT“, das über vollelektronische Digitalinstrumente, Bordcomputer mit 15 Funktionen, Zentralverriegelung mit Infrarotfernbedienung (PLIP) und ein hochwertiges Autoradio von Pioneer verfügte.

1986 wurde der BX innen und außen überarbeitet. Die vorderen Blinker wurden großflächiger und erhielten eine farblose Verglasung; das Armaturenbrett wurde vollständig umgestaltet. Walzentacho und Bedienungssatelliten wichen normalen Analoginstrumenten und konventionellen Bedienelementen. Der BX ab Jahrgang 1986 wird als BX „Serie II“ bezeichnet. Das Design des BX wurde im XM weiterentwickelt.

In Finnland wurde ein Sondermodell verkauft, dessen Merkmale der zusätzliche Dachaufbau und fehlende Rücksitze waren. Es erfreute sich großer Beliebtheit, weil es als LKW zulassen werden konnte und deswegen deutlich niedrigere Steuern zu zahlen waren als bei einem vergleichbaren PKW.

In den ersten Jahren war es noch recht einfach, von der Typenbezeichnung auf das Ausstattungsniveau zu schließen. Zwar waren einige Details vom jeweils installierten Motor abhängig, aber grundsätzlich galt: je mehr Buchstaben das Typenschild zierten, desto höher war das Ausstattungsniveau. Die Spitze der Palette bildeten die ab 1985 angebotenen GT-Versionen BX 19GT, später GTi und GTi 16V, in Frankreich GTi 16S (Soupape, franz. für Ventil) genannt. Das recht karg ausgestattete Basismodell wurde auf den meisten Märkten schlicht und einfach mit der Bezeichnung BX angeboten, verfügte über ein 4-Gang-Getriebe, kunststoffbezogene Türverkleidungen und nackte Stahlfelgen. Das Fehlen von Zierleisten unterstrich den eher spröden Charme der Einstiegsversion. Der Break genannte Kombi war in dieser Ausstattung nicht verfügbar. Optisch aufgewertet und mit 5-Gang-Getriebe, Radzierdeckeln, stoffbezogenen Türverkleidungen und Radiovorbereitung ausgestattet waren die Versionen mit zwei Buchstaben am Ende der Typenbezeichnung, z. B. BX 14RE, BX 16RS, BX 19RI, BX 17RD und BX 19 RD. Dies war auch die häufigste Ausstattungsstufe für den Break, der – mit Ausnahme des 1700er-Saugdiesels und des 16-Ventilers – mit allen Motoren angeboten wurde. Einen großen Fortschritt lieferten die „3-Buchstaben-Modelle“, wie z. B. BX14TRE, BX16TRS/TRI, BX19TRS/TRI und BX19TRD (ab 9/88 wurden diese Modellkürzel zu 14TZE, 16TZS/TZI 19TZS/TZI und 19TZD). Hier gehörten Zentralverriegelung (teilweise mit Infrarotfernbedienung), vier elektrische Fensterheber, Heckscheibenwischer, elektrische Ölstandkontrolle, Türmonitor, Kartenleselampen, Velourspolsterung, Servolenkung, und einiges mehr bereits zur Serienausstattung. Die GTi-Modelle verfügten unter anderem zusätzlich über Spoiler, Nebelscheinwerfer, elektrisch verstellbare Außenspiegel sowie Ölthermometer.

Die Palette wurde im Laufe der Jahre immer undurchsichtiger, die Buchstabenkürzel wurden zunächst willkürlich gewählt und später durch Namen, wie Pallas, Tecnic oder Millesime ersetzt.

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