Der Audi A8 D2 (interne Typbezeichnung 4D) ist ein Oberklassefahrzeug der Audi AG, das von Mitte 1994 bis Mitte 2002 hergestellt bzw. Ende 2002 verkauft wurde.
Der A8 D2 löste als zweite Generation der D-Plattform den Audi V8 von 1988 ab.
Modellgeschichte
Allgemeines
Audis Weg in die Oberklasse begann im Jahre 1988 mit dem Audi V8, dem ersten eigenständigen Oberklassemodell. Der Audi V8 war – trotz technisch eigenständiger Neukonstruktion – ein Ableger der C3-Plattform. Vor allem durch den Allradantrieb quattro erzielten diese Modelle zwar Achtungserfolge, eine breite Akzeptanz als konkurrenzfähiges Angebot zu Mercedes-Benz- oder BMW-Produkten erfuhren sie jedoch noch nicht.
Im Herbst 1991 stellte Audi zwei Prototypen mit aus Aluminium gefertigtem Gitterrohrrahmen und Karosserie vor: den Audi quattro spyder und den Avus quattro. Sie wurden auf der IAA und auf der Tokyo Motor Show präsentiert.
Im September 1993 wurde das sogenannte Audi Space Frame Concept Car – kurz ASF – auf der IAA vorgestellt. Es hatte einen 3,4-Liter-V8-TDI-Motor und entsprach – abgesehen von der polierten Aluminiumaußenhaut – weitestgehend dem Audi A8, der im Mai 1994 auf den Markt kam.
Die Karosserie des Audi A8 besteht nahezu komplett aus Aluminium. Dadurch sollen Rostprobleme vermieden werden, wobei allerdings auch Aluminium unter bestimmten Umständen korrodieren kann. Die selbsttragende Aluminiumkarosserie trägt den Namen Audi Space Frame. Schon das Vorgängermodell des ersten Audi A8 hatte eine vollverzinkte Karosserie, bei der Rostschäden äußerst selten vorkamen, in aller Regel nur nach unsachgemäß instandgesetzten Unfallschäden.
Ein weiteres Entwicklungsziel war und ist die Senkung des Fahrzeuggewichtes und damit verbunden des Verbrauchs. Dieses gelang nur zum Teil, da das Fahrzeug mit allen technisch möglichen Ausstattungsdetails ausgerüstet werden sollte. Dazu gehörte unter anderem der Quattro-Antrieb, der das Gewicht um etwa 100 kg erhöhte. Dennoch war der Audi A8 leichter als die vergleichbare BMW 7er-Reihe oder die Mercedes S-Klasse.
Der Audi A8 D2 wurde ausschließlich als Limousine mit Stufenheck angeboten. Eine Kombiversion befand sich nicht im Lieferprogramm.
Auf dem Genfer Auto-Salon 1997 wurde ein Konzeptfahrzeug einer Coupéversion basierend auf dem A8 D2 gezeigt, das von IVM Automotive aufgebaut wurde.
Im September 2001 stellte Audi, zu einer Zeit, in der der Audi A8 D2 verkauft wurde, auf der IAA die Studie des Audi Avantissimo vor. Auch wenn die Reaktionen des Publikums überwiegend positiv waren, ist die Produktion eines solchen Kombis von Audi für die nähere Zukunft nicht vorgesehen. Wie beim Audi V8 gab es eine optional wählbare, verlängerte Karosserievariante: die Audi A8 Langversion.
Markterfolg
Als bedeutender Faktor für den unmittelbaren Markterfolg des A8 kann die eher weniger beliebte S-Klasse W140 von Mercedes-Benz gelten: Viele potenzielle Käufer fühlten sich weder von den Dimensionen, noch vom Design des W140 angesprochen. Der Auftritt des A8 war hingegen recht zurückhaltend, besaß aber dafür eine sehr langlebige Designsprache. Außerdem stellte der A8 einen völlig eigenständigen Entwurf ohne Bezüge zur Audi-Mittelklasse dar. Die erste Version des A8 wurde mit einigen technischen Besonderheiten ausgestattet, die damals die Hauptkonkurrenten Mercedes-Benz S-Klasse und BMW-7er-Reihe noch nicht boten.
Dazu gehörte wiederum der Allradantrieb „quattro“ sowie die weltweit erste Aluminiumkarosserie in einem Serienfahrzeug der Oberklasse. Kritik musste sich der Wagen nach wie vor im Komfort-Kapitel gefallen lassen – ein Tribut an die eher sportliche Gesamtauslegung.
Vom Audi A8 der ersten Generation wurden 105.092 Stück bis zur Einstellung der Produktion am 30. Juli 2002 hergestellt.
Nach acht Jahren Bauzeit wurde der intern D2 genannte Ur-A8 im November 2002 (Modelljahr 2003) vom A8 D3 abgelöst.
Modellpflege
1999: Geänderte Front, Aluminiumleisten vorne/hinten, rechter Seitenspiegel gleich groß, geänderte Mittelkonsole, geänderte Türgriffe und weiße Seitenblinker
2001: Leicht geänderte Nebelscheinwerfer, Aluleiste am Aschenbecher und kleines Fach in der Mittelkonsole sowie ein Automatikgetriebe mit Schaltstufe „S“ (anstatt 2/3/4)
Antrieb
Als Basismotorisierung kam ein 2,8-l-Ottomotor mit sechs Zylindern in V-Bauart zum Einsatz. Größter Motor der angebotenen Motorenpalette war der Zwölfzylinder-W-Motor (W12). Es gab auch einen Achtzylinder-Ottomotor in V-Bauart mit 4,2 Litern Hubraum, von dem auch der sportlicher aussehende Ableger S8 stammte. Der erste A8 mit Dieselmotor (2.5 TDI) hatte anfangs eine maximale Leistung von 110 kW (150 PS) und wurde ab dem Modelljahr 2000 durch eine Version mit einer maximalen Leistung von 132 kW (180 PS) ersetzt. Im selben Jahr erfolgte die Vorstellung des ersten Achtzylinder-Dieselmotors (3.3 TDI).
Während das Vorgängermodell Audi V8 ausschließlich mit dem Allradantrieb quattro ausgeliefert wurde, konnten die Kunden beim Audi A8 bei den kleineren Ottomotor-Varianten zwischen Front- und Allradantrieb wählen, da diese die damals bei Audi geltende Grenze von 200 PS für einachsgetriebene Fahrzeuge nicht überschritten. Frontantrieb ist in dieser Klasse unüblich, normalerweise sind Oberklassenmodelle mit Hinterradantrieb ausgestattet. Der von Audi beworbene Allradantrieb stellte zur Markteinführung ebenso eine Neuerung in der Oberklasse dar.
Bis zum Baujahr 1996 wurde in Verbindung mit 4,2-Liter-Motor (alle mit Allradantrieb) nur ein 4-Gang-Automatikgetriebe verbaut – ab Baujahr 1997 ein 5-Gang-Automatikgetriebe. Für die kleineren Motoren wurde wahlweise ein Handschaltgetriebe angeboten. Für die 4,2-Liter-Motorisierung konnte später im S8 auch zwischen einem Sechsgang-Handschaltgetriebe oder einem Fünfstufen-Automatikgetriebe gewählt werden.
Der A8 in der Öffentlichkeit und den Medien
Audi setzte Ende der 1990er-Jahre stark auf medienwirksame Auftritte. So diente der damalige Audi S8 als Fluchtfahrzeug im Film Ronin (1998). Auch im Film Matrix Reloaded wurde ein Audi A8 eingesetzt.
Gerhard Schröder setzte erstmals den Audi A8 als Staatskarosse ein, auch Angela Merkel nutzte einen A8. Bis dahin kamen die Fahrzeuge hoher Politiker zumeist von Mercedes-Benz oder seltener von BMW.




