Als Alfa Romeo im Sommer 1962 auf die Rennstrecke im königlichen Park zu Monza einlädt, ist den Journalisten sofort klar, dass es um ein ganz besonderes Automobil gehen wird. Die Giulia 1600 TI, die in der Formel-1-erprobten Boxengasse zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird, ist eine Kreuzung aus Mittelklasselimousine und Sportwagen: 92 PS, leistungsmäßig also auf dem Niveau eines Porsche 356, mit vier Türen und Platz für bis zu sechs Personen - auf zwei durchgehenden Sitzbänken vorn und hinten.

Alfa Romeo Giulia Spider AB Wsm 1962-78: Easy to Use, Fully Illustrated, Comprehensive Guide to Repair and Maintenance (Autobook Series of Workshop Manuals)

Tatsächlich hat der neue Alfa Romeo einen Motor unter der Haube, dessen Wurzeln im Motorsport liegen. Block und Zylinderkopf sind aus Aluminium gegossen. Zwei obenliegende, von einer Doppelkette angetriebene Nockenwellen steuern die Ventile. Ein Doppelvergaser sorgt für ein heiser röchelndes Ansauggeräusch, das nicht nur den Alfisti südlich der Alpen eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Der Leichtmetallmotor überträgt seine Kraft per Fünfganggetriebe auf die Hinterachse und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 169 km/h.


Um der auf den ersten Blick gar nicht so windschnittigen Karosserie einen möglichst geringen Luftwiderstand zu verpassen, bildet der Kofferraum mit einer breiten Sicke ein so genanntes Kamm-Heck, benannt nach dem Aerodynamik-Pionier Wunibald Kamm. Der Cw-Wert von 0,34 ist 1962 eine Sensation, Alfa Romeo wirbt mit dem Slogan "vom Wind modelliert". Da Kamm-Heck nicht wirklich einprägsam klingt, setzt sich unter Alfisti schnell der Begriff "Knochenheck" durch, der auf die Form des gesamten Heckbereichs anspielt.

Das Fahrwerk der mit dem Baureihencode 105 versehenen Giulia entspricht weitgehend dem der Vorgängerin Giulietta, ist aber in Details verbessert. So kommen an der Vorderachse zusätzliche obere Querlenker zum Einsatz. Die Hinterachse wird von neu gestalteten Längslenkern und einem T-förmigen Reaktionsdreieck wesentlich besser geführt. Kein Wunder, dass die "Bella Donna" aus Mailand bald auch auf den Rennstrecken auftaucht.

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