Die Erfolgsgeschichte des Renault R5 war bei Markteinführung gar nicht so konsequent geplant. Das neue Auto sollte die Lücke zwischen dem puristischen R4 und dem größeren, besser ausgestatteten R6 schließen. Außerdem verlangte die Modellpolitik des nationalen Rivalen Peugeot nach einer angemessenen Reaktion auf den Kleinwagen 104, der für das gleiche Jahr angekündigt war. Auch der 104 kam mit Frontantrieb, war 3,6 Meter lang und besaß eine Einzelradaufhängung.

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Anfang der Siebziger hatte sich Renault quasi als Pionier des Frontantriebs etabliert. Als erster Hersteller hatten die Franzosen die platzsparende Antriebtechnik mit dem R16 ab 1965 in der Mittelklasse etabliert. Das Karosseriekonzept mit dem steilen Heck und der Klappe zum Gepäckraum nahm beim R5 den künftigen Trend bei den Kleinwagen und den Fahrzeugen der Kompaktklasse vorweg. Der R5 erhielt als eines der ersten Autos Stoßfänger aus Kunststoff, die leichte Rempler vertrugen. Sie waren leicht und preiswert zu ersetzen und ließen sich sogar recyclen.

Selbsttragende Karoserie – aufwendiges Fahrwerk

Im Gegensatz zum R4, bei dem die Karosserie auf den Kastenrahmen aufgeschraubt war, erhielt der R5 eine selbsttragende Karosserie. Um mit Gleichteilen die Fertigung des neuen Kleinwagens möglichst preiswert zu halten, gab es die gleiche Einzelradaufhängung wie der R4. Das aufwendige Fahrwerk war der Garant für ein ausgesprochen komfortables Fahrverhalten, das den Kleinwagen auch für längere Strecken und die große Urlaubsreise qualifizierte.

Anfangs übernahm der R5 auch die Revolverschaltung des R4, doch der Wechsel zur bewährten Mittelschaltung kam schnell. Bis 1979 war ausschließlich die dreitürige Version verfügbar. Im Rahmen der Kostenreduzierung stammten auch die längs eingebauten Vierzylinder aus dem Konzernregal. Mit Hubräumen zwischen 0,8 Liter und 1,4 Liter spannte sich das Leistungsangebot von 35 PS bis 107 PS. Bei den Export-Modellen für Deutschland lag die Einstiegsmotorsierung bei 44 PS.

R5 Alpine als Sportableger – Erfolge auf der Rennstrecke

Inspiriert vom Erfolg des Golf GTI und der offensichtlich großen Nachfrage nach sportlichen Versionen kompakter Autos entwickelte Renault ein sportliches Spitzenmodell des R5, der ab 1976 als R5 Alpine mit 93 PS auf den Markt kam. Später rüstete Renault nach und bot den 1,4 Liter mit Turboaufladung und 107 PS Leistung als Renault R5 Alpine Turbo an. Das sportliche Talent des kleinen Flitzers und der günstige Preis boten ideale Voraussetzungen, den R5 als Nachwuchsfahrzeug für den Rennsport zu etablieren. Bereits 1974 war der erste R5-Cup im Vorprogramm großer Rennsportveranstaltungen zu sehen. Die Verantwortlichen des Herstellers rauften sich die Haare, als die Winzlinge im Vorprogramm des großen Preises von Deutschland auf dem Hockenheimring scharenweise von der Piste kugelten. Das sicherte dem Markenpokal jedoch so große Aufmerksamkeit, dass bald rund 1.500 R5-Piloten in neun nationalen Meisterschaften antraten. Die Rennserie lief 17 Jahre lang.

Für den Einsatz im Rallyesport entstand ab 1980 der Renault 5 Turbo, ein Mittelmotor-Bolide, der in der Straßenversion 160 PS leistete. Der 205 km/h schnelle Renn-Renault spurtete in 6,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und verlor dabei gegen einen Porsche 911 SC nur 0,1 Sekunden. Zwei Jahre baute Renault den kleinen Turbo-Flitzer, der in Deutschland 42 000 Mark kostete. Dafür bekam der Kunde bei Mercedes eine S-Klasse.

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