Drucken
Kategorie: Austin Princess

Austin Princess (1976-1978) / Princess 2 (1978-1982)

 

Princess (auch Leyland Princess) existierte als eigenständiger Markenname im Konzern British Leyland nur für die kurze Zeit von 1975 bis 1982.

Service-Fibel für die Kfz-Elektrik: Eine Einführung in die Kraftfahrzeug-Elektrik

Als Zusatz für Fahrzeuge vom Typ Austin A135 taucht der Name 1947 zum ersten Mal auf - zur damaligen Zeit ungewöhnlich, da kein anderer britischer Hersteller als Name Begriffe aus dem Bereich der „Royalties“, dem Königshaus, verwendete. Ein Versuch, den Namen „Princess“ unabhängig von Austin als eigenständige Marke zu etablieren, wurde ab 1957 mit der „Princess IV“, der „Princess 4-litre Limousine“ und der "Princess 3-litre" unternommen - als große, traditionelle Limousinen zu Repräsentationszwecken.

Ab Mitte der 1960er-Jahre wurde der Name Princess dann als Zusatzbezeichnung bei Vanden Plas verwendet, ein Begriff, der bis heute für kleine Serien mit exklusiver Ausstattung steht. Als Spitzenmodell wurde die Vanden Plas Princess 4-Litre R von 1964–1968 mit einem Motor von Rolls-Royce gebaut. Nachdem Vanden Plas von Jaguar übernommen wurde, wollte der neue Eigentümer die Bezeichnung Princess nicht weiter fortführen, da der Name zu sehr mit Austin verbunden zu sein schien.

Bei Leyland wurde 1969/70 von Harris Mann ein Fahrzeug unter der internen Bezeichnung ADO71 oder auch Diablo entworfen. Dieser Wagen sollte den Konkurrenten (Modellen wie dem Audi 100 Avant und dem Renault 20) zumindest ebenbürtig sein und auch Marktanteile auf dem Kontinent zurückerobern.

Es dauerte bis zum März 1975, bis - als Vorgänger der Princess - gleich drei technisch weitgehend identische Modelle unter der Typbezeichnung The 18-22 Series von Austin, Morris und Wolseley als Hoffnungsträger für den Konzern vorgestellt wurden (siehe hierzu auch unter Austin 1800 und Austin 2200).

 

 

Unterscheidungsmerkmale waren lediglich die Gestaltung der Frontpartie und des Innenraums, z.B. durch höherwertige Materialien beim Wolseley. Von der Presse gelobt und - wegen ihrer Keilform und ihres kantigen Designs - „The Wedge“ genannt, wiesen die Fahrzeuge auch einige technische Neuerungen auf.

Das Hydragas-Fahrwerk hatte sich bereits in anderen Modellen des Konzerns wie etwa dem Austin Maxi bewährt, bei den Motoren musste aus Kapazitätsgründen auf die neu entwickelte O-Serie zugunsten anderer Modelle verzichtet werden. Statt dessen wurden aus der B-Serie ein langhubiger 4-Zylinder-Motor mit 1800 cm³ Hubraum und 59 kW, der in den 50ern entwickelt wurde, und ein bewährter 2,2l 6-Zylinder aus der E-Serie von 1972 mit einer Leistung von 77 kW verwendet. Die Motoren waren quer eingebaut, Getriebe und Kurbelgehäuse nicht voneinander getrennt, so dass die Antriebseinheit sehr kompakt ausfiel. Angetrieben wurden die Vorderräder, verzögert wurde vorne mit Scheiben- (beim 2200 innenbelüftet), hinten mit Trommelbremsen.

Armaturen und Bedienelemente waren, im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen aus dem Konzern, sinnvoll gestaltet und platziert - es gab eine Servolenkung und vernünftige Sitze. Harris Mann war allerdings nicht zufrieden: neben einer dynamischeren Form hielt er eine Hatchback-Version (Fließheck mit großer Ladeklappe und umklappbarer Rückbank) und stärkere Motoren für unverzichtbar, um konkurrenzfähig zu sein. Beides wurde ebenso wie die Verwendung eines 5-Gang-Getriebes aus konzerninternen Gründen abgelehnt.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Austin Princess aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.