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Kategorie: Citroen GS/GSA

Citroen GS (1970-1986) / GS Break (1971-1986) / GSA

Der Citroën GS („Grande Série“, deutsch Großserie), später GSA („Grande Série athlète“), war ein PKW-Modell des französischen Herstellers Citroën.

Citroen GS and GSA 1971-83 Owner's Workshop Manual

Zwischen Herbst 1970 und Mitte 1986 wurden 2,5 Millionen Autos dieses Typs hergestellt, die meisten davon im Werk Rennes.

Der GS hatte Frontantrieb und Vierzylinder-Boxermotoren mit Luftkühlung. Sein Hydrauliksystem, die Hydropneumatik, war in vereinfachter Form vom großen Schwestermodell Citroën DS abgeleitet, im GS entfiel z. B. die Servolenkung.

Die für die Zeit ungewöhnlich stromlinienförmige Karosserie sorgte für einen geringen Verbrauch und eine überdurchschnittlich hohe Geschwindigkeit. Die trotz Luftkühlung und hoher Drehzahlen leisen Motoren und der große Innenraum machten ihn zu einem komfortablen Auto.

Angeboten wurde der GS mit luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotoren mit 1015 (54 PS), 1129 (55 PS), 1220 cm³ Hubraum (58 und 63 PS). Im letzten Baujahr gab es in einigen Ländern schon den für den GSA vorgesehenen 1299 cm³-Motor mit 65 PS.

Für kurze Zeit gab es von 1973 bis 1975 ein Modell mit Zweischeiben-Wankelmotor von Comotor namens Birotor mit 105 PS. Comotor war ein Gemeinschaftsunternehmen von Citroën und NSU. Der Wankelmotor KKM 624 war eine Weiterentwicklung des KKM 612 aus dem Ro 80. Der Comotor Wankelmotor wurde noch in der Van Veen OCR 1000 eingesetzt. VW zog sich 1972 aus dem von NSU und Citroën geschlossenen Vertrag zurück und Comotor wurde alleinige Tochterfirma von Citroën. Insgesamt wurden 847 GS Birotor hergestellt.

 

 

Citroën versuchte später alle GS Birotor zurückzukaufen, um keine Ersatzteilversorgung aufrechterhalten zu müssen; nur eine geringe nicht näher bekannte Anzahl entging der direkten Verschrottung.

Der weiterentwickelte GSA wurde von Motoren mit 1129 cm³ und 57 PS oder 1299 cm³ mit 65 PS angetrieben. Letzteren gab es in zwei Varianten, die sich vor allem durch eine Transistorzündung und niedrigeren Verbrauch unterschieden.

Beim Motor handelte es sich nicht um eine simple Weiterentwicklung des 2CV-Motors (Zwei-Zylinder-Boxer), sondern um eine komplette Neukonstruktion. Anstelle einer zentral im Kurbelgehäuse gelegenen Nockenwelle kamen zwei obenliegende Nockenwellen (OHC) zum Einsatz, die jeweils von einem Zahnriemen angetrieben wurden.

 

Der GS hatte serienmäßig ein Vierganggetriebe, gegen Aufpreis gab es eine Dreiganghalbautomatik mit Wandlerkupplung. Der Birotor hatte eine Dreiganghalbautomatik serienmäßig, dieses Getriebe findet sich später beim Citroën CX als Option wieder.

Der GSA hatte je nach Ausstattungsvariante und Motorisierung Vier- oder Fünfgangschaltung. Die Fünfganggetriebe hatten entweder eine eher sportlich kurze oder eine mehr komfortbetonende, weil drehzahlsenkende Gesamtübersetzung. Die aus dem GS bereits bekannte Dreiganghalbautomatik wurde deutlich länger übersetzt und verfügte nun über eine bei Automatikgetrieben übliche Parksperre.

Die Versionen zwischen Oktober 1970 und August 1979 wurden als GS bezeichnet. Ab Mitte 1971 wurde ein Kombi mit der Bezeichnung Break angeboten.

Nach einem gründlichen Facelift innen und außen im September 1979 wurde das Fahrzeug bis Juli 1986 als GSA verkauft. Sichtbare Änderungen des GSA waren eine Heckklappe und Kunststoffstoßstangen, geänderte Rückleuchten, Kunststofftürgriffe sowie ein futuristisches Armaturenbrett aus Kunststoff mit Bedienungssatelliten. GS und GSA verfügten wie die größeren Citroën-Modelle über Hydropneumatik und vier Scheibenbremsen, letzteres war in der unteren Mittelklasse in den frühen 1980er Jahren kein Standard.

Der GS wurde zum Europäischen Auto des Jahres 1971 gewählt. Er bot fortschrittliche Technik für einen relativ geringen Preis. Das Auto fiel bald wegen seiner schlechten Verarbeitungsqualität auf.

1979 konnte eine Großzahl der für Großbritannien produzierten Fahrzeuge nicht verkauft werden und wurde in Southampton eingelagert, wo sie bis zu zwei Jahre der salzigen Luft ausgesetzt waren. GS und GSA standen im Ruf, sehr rostanfällig zu sein.

Mit dem hydropneumatischen Fahrwerk bot der GS/A in der unteren Mittelklasse einen außergewöhnlichen Komfort, Citroën bietet die Hydropneumatik mittlerweile nur noch in der oberen Mittelklasse an. Das Bedienkonzept des GSA - alle Schalter befinden sich in zwei Bedienungssatelliten und sind erreichbar, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen - setzte sich bei den Käufern nicht durch.

Als eines von wenigen Autos westlicher Produktion wurde der GSA in die DDR importiert. Die Produktion in Frankreich wurde im Juni 1985 (Break: Juli 1986) eingestellt, in anderen Ländern wurde er noch bis Mitte 1990 produziert.

Folgende Angaben beziehen sich auf die österreichische Modellpalette dieses Typs. In diesem Jahr wurde nur noch der 1299 cm³-Motor mit 48 kW (65 PS) angeboten, die einzelnen Modelle unterschieden sich nur durch ihre Ausstattungen.

GSA Spécial - das Basismodell, eher nüchtern ausgestattet und serienmäßig mit 4-Gang-Getriebe versehen. Zu erkennen ist diese Version an den nicht vorhandenen Radzierdeckeln. Er wurde auch in einer Steilheck-Kombiversion Break angeboten. Der Preis des Wagens 1981: 11.950,– DM. Der Break war 700,– DM teurer.

GSA Club - komfortabler und wohnlicher ausgestattet, Analoguhr, Halogenscheinwerfer, 5 Gänge. Ab Februar 1981 betrug der Preis des GSA Club 13.930,– DM.

GSA Pallas - Wie bei Citroën üblich tragen die edelsten Ausführungen die Bezeichnung Pallas. In dieser Version gab es Drehzahlmesser, Velours, einen drehzahlschonenden fünften Gang, Kartenleselampen und Mittelarmlehne hinten. Markentypisch erinnerten die Sitze mehr an einen Fauteuil als an Autositze. Der Preis betrug im Februar 1981 14.990,– DM.

GSA X1 - Die abgespeckte Sportversion, in der Ausstattung dem Modell Spécial ähnlich, aber zusätzlich mit Drehzahlmesser, kurz übersetztem fünften Gang, Heckspoiler, Integralsitzen vorne, Nebelscheinwerfern und Halogenlicht. An den Spécial erinnern vor allem die mit Plastik verkleideten Türen.

GSA X3 - Die sportliche Topversion des GSA. Zusätzlich zur X1 Ausstattung verfügen diese Modelle unter anderem noch über eine Heckscheibenwisch- und -waschanlage, Türen mit Stoffverkleidung, Kartenleselampe. Der Preis des X-3 betrug 1981 14.830,– DM.

Durch die drei verschiedenen Getriebe fuhr sich jeder GSA anders. Die Modelle X1 und X3 wirkten durch den drehfreudigen Motor trotz der relativ geringen Leistung agil.

Die Motoren des GS und GSA wurden bis Mitte der 1990er im rumänischen Kleinwagen Oltcit eingebaut, der in Zusammenarbeit mit Citroën entstand. Er war optisch stark an den Citroën Visa angelehnt und wurde in einigen westeuropäischen Ländern unter dem Namen Citroën Axel verkauft.

Das Design des 1974 vorgestellten Nachfolgers der Citroën DS, des Citroën CX, nimmt deutlich Bezug auf den GS.

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