Die Entwicklung der Fahrzeuge startete 2010 in Aachen unter der Leitung von zwei Professoren der RWTH für den Einsatz im Paketzustelldienst. Der Pilotkunde war die Deutsche Post DHL, die 2014 das Herstellerunternehmen StreetScooter GmbH aufkaufte. Das Unternehmen stellte in Werken in Aachen und Düren Fahrzeuge für den Bedarf von Post und DHL wie auch für andere Abnehmer her.
Aufgrund von Verlusten beschloss die Deutsche Post AG, den Geschäftszweig Entwicklung und Produktion, der in der Streetscooter Engineering GmbH gebündelt wurde, zu veräußern. Anfang 2022 erfolgte der Verkauf an eine luxemburgische Holding, die unter dem Namen B-ON die Produktion in dem Werk am Standort Düren fortführte. Im Eigentum der Deutsche Post DHL Group verblieb die StreetScooter GmbH, welche die Fahrzeuge der Post wartet.
Im Juni 2010 gründete Achim Kampker gemeinsam mit Günther Schuh die Street Scooter GmbH (im August 2014 Umfirmierung in StreetScooter GmbH), eine privatwirtschaftlich organisierte Forschungsinitiative an der RWTH Aachen, die zusammen mit 80 mittelständischen Unternehmen und zahlreichen Forschungseinrichtungen, wie dem Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, ein günstiges Elektrofahrzeug ausdrücklich für den Kurzstreckenverkehr entwickelte. Das Elektroauto sollte für einen Preis von 5.000 Euro (zzgl. Batteriemiete) angeboten werden. Die Forschungsinitiative hat sich in der Folge zu einem eigenständigen Unternehmen entwickelt. Im Mai 2011 wurde das Concept Zeitgeist zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt, und im Herbst folgte der erste Prototyp des Streetscooter Compact auf der IAA in Frankfurt. Ihm folgte die Nutzfahrzeugversion Work. 2012 gründete Kampker den gemeinnützigen Verein Netzwerk für bezahlbare und nachhaltige Elektromobilität und wurde sein erster Vorsitzender.
An der RWTH Aachen wurde mit einem Multimaterial-3D-Drucker von Stratasys in zwölf Monaten ein voll funktionsfähiger Elektroauto-Prototyp gebaut, der Streetscooter C16, der am 25. Oktober 2014 auf der EuroMold der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
2014 fertigten etwa 40 Mitarbeiter auf dem Gelände der Waggonfabrik Talbot an der Jülicher Straße im Industriegebiet Aachen-Nord 200 Exemplare der Nutzfahrzeugversion Work, von denen 70 als Zustellauto bei der Deutschen Post eingesetzt werden. Erklärtes Ziel war es, den Streetscooter Work ab 2015 für 20.000 Euro anzubieten. Im Mai 2014 wurde bekannt, dass die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen und die Sparkasse Aachen Elektrofahrzeuge des Unternehmens bestellt haben. Das Unternehmen baute 2014 im deutsch-niederländischen Gewerbepark Avantis eine Teststrecke für seine Zustellfahrzeuge, die später unter dem Namen Deutsche Post DHL Innovationspark geführt wird.
Im Dezember 2014 kaufte die Deutsche Post das Unternehmen, das damit zum hundertprozentigen Tochterunternehmen wurde. Zuvor waren Versuche der Deutschen Post, von einem Automobilhersteller ein Elektrofahrzeug für den Zustellbetrieb entwickeln zu lassen, fehlgeschlagen, woraufhin sie beschloss, selbst ein Fahrzeug zu entwickeln.
Ziel der Deutschen Post war es, mit dem Streetscooter 60–80 % der Kosten bei Wartung und Verschleiß und 60–70 % der Kosten für Kraftstoff einzusparen und daneben den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Auch sind die Elektrofahrzeuge zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
Im April 2016 wurde mit der Serienfertigung des Streetscooter Work begonnen; bis zum Jahresende sollten die ersten 2.000 Fahrzeuge hergestellt werden. Tatsächlich gelang es, bis Ende 2016 insgesamt 1.906 Fahrzeuge zu produzieren. Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes äußerte 2016, langfristig solle die gesamte Post-Flotte von etwa 70.000 Fahrzeugen durch Elektroautos ersetzt werden. Ab 2017 sollten jährlich ursprünglich etwa 10.000 Fahrzeuge produziert werden, doch konnte die Produktionskapazität bis September 2017 bereits auf 15.000 Fahrzeuge pro Jahr erhöht werden. Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 präsentierte Streetscooter das größere Modell Streetscooter Work L.
Im April 2017 kündigte die Post an, noch im selben Jahr eine zweite Produktionsstätte in Nordrhein-Westfalen in Betrieb zu nehmen. Im September 2017 meldeten Medien, dieser Standort werde in Düren sein. Die jährliche Produktion sollte sich gleichmäßig auf die Modelle Work und Work L verteilen. Außerdem war der Streetscooter dann auch für externe Kunden wie Kommunen erhältlich. Noch im gleichen Monat kündigte der Fischgroßhändler Deutsche See an, 80 Streetscooter zu kaufen. Die Fahrzeuge sind mit Kühlkoffern für bis zu 680 Kilogramm Fisch ausgestattet. Sie werden für die Auslieferung in Großstädten eingesetzt. Der Preis für den Streetscooter Work startete ab 40.400 Euro.
Außerdem kündigte die Post an, ab Juli 2017 den Work XL (20 Kubikmeter) in Kooperation mit Ford zu produzieren. Er wurde zunächst nur für den Eigenbedarf der Deutschen Post produziert. Bis Ende 2019 waren die 2500 bestellten Work XL montiert. Seither (Stand: Januar 2020) ruhte seine Fertigung bei Ford.
Im Oktober 2017 stellten die GLS Bank, der Finanzdienstleister COMCO Leasing und die Deutsche Post DHL Group ein Projekt vor, das Finanzierung und Vertrieb von 500 elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen von Streetscooter vorsieht. 2018 schloss die Post ein Abkommen mit dem auf Leasing spezialisierten BMW-Tochterunternehmen Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH zum Vertrieb der Streetscooter-Fahrzeuge ab. Ab April 2018 arbeitete man mit ausgewählten Ford-Händlern zusammen.
Seit dem 30. Mai 2018 wurden am zweiten Standort in Düren ebenfalls Fahrzeuge produziert. Dadurch erhöhte sich die Produktionskapazität auf 20.000 Fahrzeuge jährlich. Vorerst sollte die Produktion im Einschichtbetrieb gefahren werden. Somit wurden in Düren 46 Fahrzeuge pro Tag produziert.
Medienberichten nach machte die Streetscooter-Sparte der Deutschen Post 2018 einen Verlust von 70 Mio. Euro. Nachdem kein Partner für das Unternehmen gefunden werden konnte und die Verluste sich 2019 auf bis zu 100 Mio. Euro beliefen, gab die Post im Februar 2020 bekannt, im Laufe des Jahres 2020 die Produktion der Streetscooter einstellen zu wollen.
Im November 2020 wurde bekannt, dass beide Standorte in Aachen und Düren mit insgesamt 300 Mitarbeitern 2021 fortgeführt werden und mehrere tausend Fahrzeuge für den Eigenbedarf produzieren sollen. Als Strategiewechsel wollte die Deutsche Post die Verlängerung der StreetScooter-Produktion aber nicht verstanden wissen.] Aufgrund hohen internen Bedarfs teilte die Post im April 2021 mit, dass die Produktion bis mindestens Ende 2022 fortgeführt werden solle. Im Januar 2022 erfolgte der Verkauf des Unternehmens an das luxemburgische Konsortium Odin Automotive, wobei die Deutsche Post mit einem Anteil von 10 % beteiligt blieb. Das übernehmende Unternehmen, das bald in B-ON umbenannt wurde, konzentrierte die Produktion auf das Werk am Standort Düren.
Am 15. September 2023 meldete B-ON Insolvenz an.
Im Januar 2024 übernahm Günther Schuh erneut seine ehemalige Firma und rettete sie vor der Insolvenz. Am 8. Juli 2024 wurde die Produktion in Düren eingestellt. Im Herbst des gleichen Jahres teilte Schuh mit, dass die Produktion nach Thailand verlegt werde. Der dortige Produktionsstart ist für 2025 geplant.