DS Automobiles Logo

DS Automobiles ist eine französische Automobilmarke. Zunächst war DS Automobiles eine von vier Marken im französischen Automobilkonzern Groupe PSA.

Nach der Fusion von PSA und FCA im Jahr 2021 ist DS eine Marke im oberen Produktsegment innerhalb des Konzerns Stellantis.

Die Eigenständigkeit der Marke wurde 2014 in Paris beschlossen und 2015 umgesetzt. Ursprünglich eingeführt als Premium-Produktlinie („Citroën DS“; 2010–2014) innerhalb des Citroën-Programms, löste sich DS Automobiles 2015 von der heutigen Schwestermarke. Seit 2016 wird DS Automobiles in den Statistiken des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) als eigenständige Marke geführt. Yves Bonnefont war der erste CEO der Marke bis 2019, seit 2019 hält Béatrice Foucher diese Position.

Der Name „DS“ (gesprochen „De-es“) ist eine Hommage an die Citroën DS, die zwischen Oktober 1955 und April 1975 produziert wurde.

Die Marke DS umfasst derzeit in Europa die SUV-Modelle DS 3 und DS 7 (ab 2026: DS Nº7) und seit Mitte 2021 den kompakten DS 4 (ab 2025: DS Nº4). 2025 folgte zudem der elektrisch angetriebene DS N°8.

Geschichte

Ursprung

Die Marke DS ist eine Anspielung auf die Citroën DS. Dieser Wagen wurde der Fachpresse am 6. Oktober 1955 auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt. Neben der ungewöhnlichen Formgebung hatte das Fahrzeug ein zentrales hydraulisches System für Federung (Hydropneumatik), Lenkunterstützung (Servolenkung), gute Aerodynamik und entsprechend gute Fahrleistungen.

Entwicklung zur eigenständigen Marke

Am 13. Oktober 2008 erneuerte Citroën seine Eigentumsrechte an der Buchstabenkombination DS, um eine neue Produktlinie innerhalb der vorhandenen Modellpalette zu entwickeln und daraus in naher Zukunft eine vollwertige Marke aufzubauen. Zwischenzeitlich (2009) wurde als Bedeutung für die Abkürzung DS einmal Distinctive Series genannt. Eine Marketing-Mischung aus Französisch und Englisch nach dem Muster des Marken-Slogans Créative Technologie, der ebenfalls 2009 verwendet wurde. Diese Interpretation wird heute nicht mehr angewandt. Vielmehr steht der Name, wie bereits bei der historischen DS von 1955, für das französische Wort für Göttin, „Déesse“.

Zwischen 2010 und 2014 verkaufte Citroën unter der Premium-Produktlinie „Citroën DS“ rund 125.000 Exemplare. 2014 angekündigt, wurde DS 2015 zur eigenständigen Marke. Auf dem Autosalon „Mondial de l’Automobile“ in Paris 2014 waren Citroën und DS Automobiles daher erstmals an zwei unterschiedlichen Ständen vertreten.

Während DS in China bereits 2012 als eigenständige Marke eingeführt wurde, war in Europa zunächst kein unabhängiges DS-Vertriebsnetz zusätzlich zum Citroën-Vertriebsnetz geplant. „Vielleicht werden wir eines Tages DS von Citroën trennen. Dies steht aber momentan nicht auf der Tagesordnung“, stellte DS-Chefdesigner Thierry Métroz noch im Mai 2013 fest. Nachdem Carlos Tavares am 20. Februar 2014 die betriebliche Führung der Automobilsparte der Groupe PSA übernommen hatte, verkündete er jedoch als erste Entscheidung, DS Automobiles solle innerhalb von 20 Jahren zur eigenständigen dritten Marke des PSA-Konzerns ausgebaut werden. Er begründete diese Entscheidung wie folgt:

„Vor allen Dingen, um die Preise zu halten oder sogar zu erhöhen. Und damit auch die Margen zu erhalten.“

– Carlos Tavares

Am 19. Februar 2014 genehmigte der Aufsichtsrat einstimmig den Einstieg des französischen Staates und der Dongfeng Motor Corporation in die Groupe PSA. Am 16. Februar 2015 stellte DS Automobiles das erste Modell in Europa vor, das nicht mehr den Doppelwinkel von Citroën, sondern ausschließlich das DS-Logo trägt. Seit 2016 wird DS Automobiles in den Statistiken des deutschen Kraftfahrtbundesamtes geführt. 2018 stellte die Marke das Produktportfolio, beginnend mit dem DS 7 Crossback, komplett auf eigenständige Modelle um. 2019 folgte der DS 3 Crossback und 2020 der DS 9.

DS-Standorte in Deutschland

Bis 2018 verkauften noch über 160 Citroën-Standorte die DS-Modelle. 2018 wurde das Vertriebsnetz komplett umgestellt; 2020 bestand das Vertriebsnetz aus 30 Standorten.

Internationalisierung

Am 20. November 2011 stellten der chinesische Konzern Chang’an Automobile (CCAG) mit Sitz in Chongqing und die Groupe PSA das neue Joint Venture „Changan PSA Automobiles (CAPSA)“ vor, um die Fahrzeuge der Linie DS in China vertreiben und später auch herstellen zu können. Es ist das zweite Gemeinschaftsunternehmen des französischen Konzerns in China; für die standardmäßigen C-Modelle hatte Citroën schon eine Kooperation mit Dongfeng (DPCA) geschlossen.

In den Vereinbarungen zur Gründung von CAPSA und DPCA war die Schaffung einer zweiten chinesischen Marke vorgesehen, die jedem einzelnen Joint Venture gehört, wobei 3 % Marktanteil erreicht werden sollten. Die Vereinbarungen wurden jedoch geändert, um zu verhindern, dass in solche Marken investiert wird und spezielle Vertriebsnetze aufgebaut werden müssen, was beträchtliche Investitionen erfordert hätte. CAPSA wird künftig zwei Modelle entwickeln und herstellen, die bei DPCA verkauft werden. DPCA wird diese Modelle unter seiner lokalen Marke in seinem Vertriebsnetz anbieten, während CAPSA ein kleines Elektrofahrzeug mit einer Technologie produzieren wird, die von Changan bereitgestellt wird.

2012 führte Citroën in China die Linie DS (auf Chinesisch Di Yishi) als eigenständige Marke mit einem spezifischen Vertriebsnetz ein, das vom Citroën-Vertriebsnetz unabhängig ist und zunächst 25 Vertragshändler in den wichtigsten Städten des Landes umfasste.

Am 28. September 2013 konnten PSA und Chang’an Automobile ihr erstes Montagewerk einweihen. Changan PSA Automobiles mit Sitz in Shenzhen im Süden des Landes in der Nähe von Hongkong produzierte den DS 5, gefolgt vom DS 5LS, einer kompakten Stufenhecklimousine, die am 19. Dezember 2013 erstmals vorgestellt und im März 2014 in den Markt eingeführt wurde. Dieser Standort soll letztlich mindestens 200.000 Fahrzeuge der Marke DS pro Jahr herstellen und 6.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Marke DS soll künftig sechs Modelle mit einem Verkaufsanteil von 10 % bei PSA haben, also zwischen 300.000 und 400.000 Einheiten (122.700 DS im Jahr 2013).

Ende 2020 ist die eigenständige Marke DS Automobiles in 40 Ländern mit insgesamt über 400 Vertriebsstandorten vertreten.

Frühere und eingestellte Modelle

Citroën DS (2010–2014)

Zwischen 2010 und 2014 wurden folgende Modelle unter der Produktlinie „Citroën DS“ in Deutschland eingeführt:

Citroën DS 3
Citroën DS 4
Citroën DS 5
DS-Modelle der ersten Generation (2015–2024)
Zwischen 2015 und 2024 wurden mehrere Citroën-Modelle als DS-Modelle (nun ohne Citroën-Doppelwinkel und ausschließlich mit DS-Logo) unter der neu gegründeten Marke eingeführt.

DS 3
DS 4
DS 4S
DS 4 Crossback
DS 5
DS 5LS
DS 6
DS 9

Motorsport

DS Automobiles nimmt seit 2015 mit der eigenen Motorsportabteilung DS Performance in der FIA-Formel-E-Meisterschaft teil. Im Juli 2018 beendete DS Automobiles nach drei Saisons die Zusammenarbeit mit dem Rennstall Virgin Racing, mit denen man gemeinsam als DS Virgin Racing Formula E Team antrat. Seit der Saison 2018/19 tritt DS Automobiles als Konstrukteur in der Motorsportserie und mit dem Rennstall Techeetah an. Zum Einsatz kam erstmals der neuentwickelte DS E-Tense FE 19, der von den Piloten André Lotterer und Jean-Éric Vergne gefahren wurde. Zu Beginn der Saison 2018/19 ersetzte António Félix da Costa Lotterer, der seinerseits zu Porsche wechselte.

Erfolge:

Gewinn des Fahrertitels in der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2018/19 durch Jean-Éric Vergne
Sieg in der Teamwertung bzw. Konstrukteurswertung in der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2018/19
Gewinn des Fahrertitels in der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2019/20 durch António Félix da Costa
Sieg in der Teamwertung bzw. Konstrukteurswertung in der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2019/20

Clubs und Interessenvereinigungen

Fanclub

Die Clubs zur neu gegründeten Marke DS werden in Deutschland von der Amicale Citroën vertreten. Derzeit ist die DS3 Community als einziger DS Club in Deutschland in der Amicale akkreditiert.

Kundenclub

DS Automobiles gründete 2019 den DS Club Privilège als Teil des Kundenprogramms „Only You“. Der Club ist kostenlos für alle DS-Privatkunden.

Auszeichnungen

Verschiedene Fahrzeugmodelle von DS Automobiles bzw. der DS-Varianten von Citroën wurden mit Preisen ausgezeichnet:

„Voiture Gay Européenne de l’Année 2012“ für den Citroën DS 4, verliehen durch die Website Ledorga (www.ledorga.fr)
„Grand prix du design 2012“ für die Linie DS, vergeben beim „27. Festival Automobile International“ in Paris
„Best Revealing Car 2013“ (beste Neuvorstellung) für den DS Wild Rubis in China, verliehen durch die chinesischsprachige Automobilzeitschrift „BitAuto“
„Best Supermini 2013“ für den Citroën DS 3 in England, verliehen durch das Magazin „What Car?“
„Plus X Award 2020“ für den DS 9 in den Kategorien „High Quality“, „Design“, „Bedienkomfort“ und „Funktionalität“
Die Modelle DS 3, DS 4 und DS 5 der damaligen Linie DS wurden 2013 mit dem Label „Origine France Garantie“ (garantiert französischer Herkunft) ausgezeichnet. Das Label kennzeichnet Produkte, deren Endmontage in Frankreich erfolgt und bei denen der Wertanteil der in Frankreich produzierten Komponenten 50 % übersteigt. Bei den drei ausgezeichneten Fahrzeugen beläuft sich dieser Wertanteil auf durchschnittlich 68 %.

Zudem wurde die DS World in Shanghai 2013 vom französischen Magazin Autojournal als beste Händlerniederlassung im Automobilbereich ausgezeichnet.