Die Baureihe G11 des 7er-Modells von BMW wurde am 10. Juni 2015 angekündigt und kam im Oktober 2015 auf den Markt.
Es ist das Nachfolgemodell des ab 2008 produzierten F01. Dieses Fahrzeug ist das erste Modell auf der neuen CLAR-Plattform von BMW. Das Nachfolgemodell G70, das auch als vollelektrischer i7 angeboten wird, wurde am 20. April 2022 vorgestellt.
Modellgeschichte
Allgemeines
Die offizielle Vorstellung der G11-Modellreihe fand auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2015 vom 17. bis 27. September 2015 statt. Im selben Jahr wurde das Fahrzeug mit dem Goldenen Lenkrad in der Klasse Luxuswagen ausgezeichnet. Wie alle seine Vorgänger wurde auch dieser 7er im BMW-Werk Dingolfing produziert.
Im Frühjahr 2016 stellte BMW die 12-Zylinder-Variante M760Li xDrive vor. Sie wurde letztmals in der 7er-Reihe verwendet. Die Modelle mit einem verlängerten Radstand tragen intern die eigene Baureihenbezeichnung G12 und sind in der Verkaufsbezeichnung mit einem L gekennzeichnet. Für die äußere Form war BMW-Creative-Design-Director Nader Faghihzadeh verantwortlich, der auch die 6er-Reihe (Coupé, Cabrio, Gran-Coupé) gestaltete.
Modellpflege 2019
Am 16. Januar 2019 präsentierte BMW eine überarbeitete Version des G11. Nachdem 2018 44 % der 7er (24.500 Fahrzeuge) in China verkauft wurden, ist die größte optische Veränderung ein um 40 % vergrößerter Kühlergrill („Doppelniere“), um dort erfolgreich zu sein; Varianten mit Ottomotor, die aufgrund der Umstellung auf den WLTP-Zyklus 2018 nicht mehr angeboten wurden, waren im modellgepflegten G11 wieder erhältlich. Der Plug-in-Hybrid 740e wurde durch den 745e mit Sechszylinderottomotor ersetzt.
Ab April 2021 bot BMW den M760Li ausschließlich in China in einer Zweifarblackierung Aventurinrot (dunkelrot)-Metallic und Kaschmirsilber-Metallic (oben) in Verbindung mit Vollausstattung an, wobei dies auf eine Edition von 25 Fahrzeugen begrenzt war. Bis Juni 2022 verkaufte BMW die letzten 12-Zylinder-Motoren in der The Final V12-Edition des 7er.
Technik
Das Fahrzeug baut auf der modularen CLAR-Plattform von BMW auf.
Für den Wagen wird industriell hergestellter Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK) im Verbund mit Stahl und Aluminium verwendet, was gegenüber dem Vorgänger bis zu 130 kg Gewicht einspart; so wird ein drei Meter langer Dachholm aus Carbon eingesetzt. Der cw-Wert des 730d beträgt 0,24; dazu trägt auch eine aktive Luftklappensteuerung bei.
Das Fahrwerk hat vorn eine Doppelquerlenkerachse mit aufgelöster unterer Lenkerebene in Aluminiumbauweise, hinten eine doppelt akustisch entkoppelte Fünflenkerachse. Die serienmäßige Ausstattung umfasst Zweiachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung und Dynamischer Dämpfer Control. Darüber hinaus ist eine „Integral-Aktivlenkung“ erhältlich. Die Bremsanlage hat belüftete Scheibenbremsen rundum, vorn mit Vierkolben-Festsätteln.
Mit der Sonderausstattung „Ferngesteuertes Parken“ kann er als erstes Serienfahrzeug weltweit ohne Fahrer am Steuer in Kopfparklücken oder Garagen hinein- und wieder herausmanövrieren. Dies wird vom Fahrer an einem Display-Schlüssel aktiviert und vom Fahrzeug teilautomatisiert ausgeführt, während der Fahrer auf Hindernisse achtet.
Serienausstattung sind LED-Scheinwerfer, auf Wunsch ist das aus dem BMW i8 bekannte Laserlicht erhältlich.
Die längere Version G12 kann mit einem Panoramaglasdach, das beleuchtete Grafiken enthält (Sky Lounge), bestellt werden. Bei diesem wird eine auf das Glas gedruckte Grafik seitlich von LED-Elementen beleuchtet.
Bei der Modellpflege 2019 wurde der Geräuschkomfort verbessert: Unter anderem erhielten die hinteren Radhäuser neue Abschirmungen, die das Abrollgeräusch vermindern, ab dem 750i werden dickere Seitenscheiben von 5,1 mm Stärke serienmäßig eingesetzt.
Ebenso bekamen G11/G12 ab Januar 2019 ein volldigitales Kombiinstrument mit 12,3 Zoll großer Anzeige. Das Infotainment hält sich über eine eingebaute SIM-Karte mit unbegrenztem Datenvolumen aktuell. Auch das Update zum autonomen Parken Mitte 2019 soll drahtlos erfolgen. Neu ist ein Rückfahrassistent als Teil des Parkassistenten; er soll den Fahrer beim Ausparken und Rangieren auf engem Raum unterstützen, zum Beispiel in Parkhäusern, Hofeinfahrten oder auf Passstraßen. Im Prinzip ist der Rückfahrassistent ein rückwärts abgespieltes Makro: Die Lenkbewegungen des Fahrers der zuletzt vorwärts und mit einer Geschwindigkeit von maximal 36 km/h gefahrenen Strecke werden gespeichert. Bei der Ausführung des Rückfahrassistenten wird im Rückwärtsgang die zuvor aufgezeichnete Linie auf einer Strecke von bis zu 50 Metern gefahren; dabei muss der Fahrer das Fahr- und Bremspedal betätigen und weiterhin das Umfeld beachten. Der Zwölfzylindermotor bekam einen Ottopartikelfilter.




