|
Die Manufaktur
Streng genommen dürfte Wiesmann gar nicht zur Automobilindustrie
zählen. Denn schließlich bezeichnet dieser Ausdruck gemeinhin eine
Riesenmaschinerie, gigantische Werke mit beschäftigten Massen, die, unterstützt
von jeder denkbaren Automatisierungsmöglichkeit Unmengen an Fahrzeugen
herstellen.
In der „Manufaktur der Individualisten“ werden dagegen die
Sportwagen noch von Hand gefertigt – ohne Roboter, ohne Montagebänder. An jedem
Sportwagen sind die Spezialisten rund 350 Stunden beschäftigt. Ein Wiesmann ist
damit ein echtes Unikat. Die Produktion solch exklusiver Sportwagen auf die
Beine zu stellen war für die beiden Jungunternehmer Anfang der 1990er Jahre eine
große Herausforderung. Schließlich konnte für ihren individuellen und bis dahin
einzigartigen Roadster kein industrieller Maßstab zugrunde gelegt werden. Die
Entscheidung, eine Manufaktur einzurichten, in der nahezu alle notwendigen
Komponenten selbst hergestellt werden, war deshalb schnell getroffen.
Die große
Fertigungstiefe gewährleistet entsprechendes Know-How und ermöglicht die
typische Wiesmann-Qualität für das gesamte Fahrzeug.
Nicht ohne Grund werden auch alle Formel 1-Fahrzeuge in dieser Art und Weise
produziert.
Mit der Gründung einer Manufaktur galt es, die einzelnen
notwendigen Produktionsprozesse zu definieren, die Ausstattung der Arbeitsplätze
festzulegen und natürlich die entsprechenden Fachleute zu finden. 1993 nahm die
Manufaktur an ihrem ersten Standort, im Heimatort der Brüder Wiesmann, im
nordrhein-westfälischen Dülmen, ihre Arbeit auf und die Anfertigung der ersten
Fahrzeuge begann.
Die Sportwagen-Spezialisten
Heute beschäftigt die Wiesmann GmbH & Co. KG zahlreiche
Spezialisten, deren Können und Wissen nur noch in einer Manufaktur gefragt ist.
Alte Berufe, wie zum Beispiel der eines Sattlers, gibt es in der
Großserienproduktion nicht mehr. In der Sportwagenmanufaktur aber sind solche
Spezialisten zur Herstellung einer exklusiven Qualität und zur Erfüllung
individueller Kundenwünsche absolut notwendig. Zum Beispiel wird jedes Lenkrad
eines Wiesmann-Sportwagens in Handarbeit mit genau dem Leder bezogen, für das
sich der Kunde zur Ausstattung seines Fahrzeuges entschieden hat. Ebenso werden
die Lederauskleidung des Innenraums und das Stoffverdeck der Roadster in
sorgfältiger Handarbeit gefertigt.
Die Sportwagenmanufaktur Wiesmann vereint damit alle
Kernkompetenzen wie Design- und Fahrzeugentwicklung, Metallbe- und verarbeitung,
Formenbau, Lederverarbeitung und Verdeckherstellung im eigenen Haus,
was für die Qualität des gesamten Fahrzeuges von entscheidender Bedeutung ist.
Sogar die Elektrik wird komplett
in der Manufaktur entwickelt und die erforderlichen Kabelbäume passend zu der
vom Kunden ausgesuchten Ausstattung angefertigt.
Wiesmann hat
sich auch der Ausbildung des eigenen Nachwuchses verschrieben und bildet
kontinuierlich Lehrlinge im Beruf des Fahrzeugbauers aus. Die ausgelernten
Fahrzeugbauer haben anschließend einen spannenden Beruf: sie bauen zusammen mit
ihren Kollegen die kompletten Wiesmann-Sportwagen von der ersten bis zur letzten
Schraube in Handarbeit.
Die Manufaktur der Individualisten
Seit April 2008 lockt eine der aufregendsten
Sportwagen-Produktionen unserer Zeit Automobil-Fans aus dem In- und Ausland ins
westfälische Dülmen. Die kleine Echse ist nun nicht
mehr nur auf dem Kühlergrill der exklusiven Edel-Sportwagen zu bewundern,
sondern auch als überdimensionales Markenzeichen auf dem Gebäude von weither zu
sehen. Der architektonisch einzigartige Bau ist moderne Manufaktur und
attraktives Kundenzentrum zugleich.
Interessierte
und Liebhaber der komplett handgefertigten Wiesmann-Sportwagen
können von einer Galerie aus den Herstellungsprozess
der Roadster und GT verfolgen oder einfach nur die Atmosphäre in der
einzigartigen Manufaktur genießen und eine Auswahl an Sportwagen im Showroom
begutachten. Ein Informationszentrum bietet dazu alles
Wissenswerte rund um die Wiesmann-Modelle, vom ersten Prototyp bis zu den
aktuellen Fahrzeugen. Im integrierten Shop finden Autoliebhaber und
Autoliebhaberinnen ein interessantes Angebot an exklusiver Bekleidung und
Merchandising. Erhältlich sind
Wiesmann-Produkte wie Modellautos, Schmuck, Uhren, Carcover bis hin zu
handgenähten Fahrerschuhen. Ergänzt wird der Kundenbereich um eine Eventfläche,
die für Veranstaltungen gebucht werden kann. Eine Cafeteria lädt zum Verweilen
ein.
Werksführungen
Unter fachmännischer Begleitung bietet Wiesmann Werksführungen
der besonderen Art: Mit detaillierten Informationen zu den Sportwagen am
Beispiel auslieferungsbereiter Fahrzeuge erfährt man alles über die
ungewöhnliche Geschichte des ersten Wiesmann Roadster und die Entwicklungsphasen
und Herstellung der aktuellen Sportwagen. Besucher erleben so den gesamten
Entstehungsprozess der Fahrzeuge von der Entwicklung bis zur Auslieferung
hautnah mit und schauen dabei den Mitarbeitern bei ihrer Arbeit über die
Schulter, die die Sportwagen in liebevoller Einzelanfertigung und nach selbst
entwickelten Konstruktionsplänen entstehen lassen – ohne Roboter, ohne
Montagebänder. Die Teilnehmer der Werksführung gewinnen so einen exklusiven
Einblick in die Produktionsabteilungen Sattlerei mit Stoff-, Teppich- und
Lederverarbeitung, Schlosserei mit Blech-, Stahl- und Aluminiumverarbeitung,
Elektrik/Elektronik mit Kabelbaumbau und Instrumentierung, außerdem Montage,
Vormontage und Karosseriebau. Für eine Werksführung kann man sich online unter
www.wiesmann-mf.com anmelden, dort finden sich auch Informationen zu Preisen und
Zeiten.
Quelle: Wiesmann GmbH |