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01.03.2011
Rolls-Royce Motor Cars
102EX – PHANTOM
EXPERIMENTAL ELECTRIC
EINFÜHRUNG
„Rolls-Royce Motor Cars
hat damit begonnen, alternative Antriebe auf Ihre Eignung für Rolls-Royce
Automobile in der Zukunft zu testen. Das Antriebskonzept für zukünftige Modelle
muss ein authentisches Rolls-Royce Erlebnis bieten. Es muss eine Technologie
sein, die sowohl aus Sicht unserer Kunden wie auch der Marke fundiert ist und
uns für die langfristige Zukunft richtig aufstellt. Deswegen ist dieses Projekt
so wichtig.” – Torsten Müller-Ötvös, CEO Rolls-Royce Motor Cars.
Rolls-Royce Motor Cars
präsentiert den 102EX, ein Automobil, das für das Unternehmen eines der
bedeutensten Projekte der letzten Jahre repräsentiert. Es ist das erste
Elektrofahrzeug der Welt für die Luxusklasse, ganz in der Tradition einer langen
Reihe von Rolls-Royce Experimental Cars. Eine Serienfertigung ist nicht geplant.
Das Unternehmen setzt
sich ständig mit der Zukunft auseinander, um ein langfristiges und nachhaltiges
Wachstum sicherzustellen. Die Prüfung alternativer Antriebe ist ein wichtiger
Schritt in diesem Prozess.
102EX, auch Phantom
Experimental Electric (Phantom EE) genannt, dient dem Unternehmen, um möglichst
viele Meinungen von Kunden, Medienvertretern und Freunden der Marke sowie einer
breiteren Öffentlichkeit zu sammeln.
Das Einzelexemplar wird
in 2011 für Testfahrten zur Verfügung stehen. Kunden und weitere Interessierte
können so Ihre Meinung zu alternativen Antrieben auf Basis der realen Erfahrung
direkt an Rolls-Royce zurückspielen
Die Erfahrungen, die
während des weltweiten Testprogramms gesammelt werden, dienen als
Entscheidungsgrundlage für künftige alternative Antriebe für Rolls-Royce
Automobile.
Es gibt keinerlei Pläne,
dieses Fahrzeugs in Serie zu bauen. Phantom EE fungiert als Versuchsträger zur
Erforschung aktueller Technologien und startet den offenen Dialog mit Kunden und
einer breiteren Öffentlichkeit; das Fahrzeug soll bewusst Fragen und Antworten
anstossen.
Erreicht der Phantom EE
mit einer Batterieladung eine akzeptable Reichweite? Wie reagiert das Fahrzeug
auf extreme Wetterbedingungen? Entsprechen die Zuverlässigkeit und die Qualität
den Erwartungen an die Spitzenmarke im Luxussegment?
Das Projekt wirft auch
grundsätzliche Fragen auf: Bietet ein vollelektrischer Antrieb dem Kunden ein
authentisches Rolls-Royce Erlebnis - ein Erlebnis, das der Marke entspricht?
Inwieweit ein
vollelektrischer oder ein anderer alternativer Antrieb für Rolls-Royce geeignet
ist, werden die Ergebnisse des Testprogrammes zum Ende des Jahres zeigen.
102EX – PHANTOM
EXPERIMENTAL ELECTRIC (EE)
Ständig nach neuen
Lösungen zu suchen ist fundamentaler Bestandteil der Rolls-Royce Philosophie,
Phantom EE ist das jüngste einer Reihe von Rolls-Royce Experimental Cars. Er
steht in einer Tradition, die sich bis 1919 zum 1EX zurückverfolgen lässt.
Experimental Cars
erproben neue Technologien und Aspekte, die für das künftige Rolls-Royce
Portfolio wichtig werden können. Im Gegensatz zu Konzeptfahrzeugen sind
Experimental Cars von Rolls-Royce immer voll funktionsfähige und fahrbereite
Automobile, in denen „echte“ Materialien wie Holz, Leder und Metall statt Ton
oder Schaumstoff verwendet werden.
Sie bieten den
Ingenieuren und Designern die Möglichkeit Innovationen realitätsnah umzusetzen;
sie werden nicht nur dazu verwendet, neue Komponenten und Technologien zu zeigen,
sondern auch sie zu beurteilen.
Das jüngste in einer
Reihe von experimentellen Projekten begann mit einem Rolls-Royce Phantom; die
Basis ist entsprechend ein zeitlos designtes und proportioniertes Automobil, in
dem Spitzentechnologie und hohe Handwerkskunst zu einer außergewöhnlichen
Kombination zusammenfinden.
Der Phantom EE basiert
auf dem bahnbrechenden Aluminium-Spaceframe, der für die Leichtfüßigkeit aber
auch für die von den Passagieren geschätzte Ruhe und den Komfort des Phantom
entscheidend ist. Der 6,75-Liter-V12 Benzinmotor mit Sechsgang-Getriebe wurde
jedoch durch Lithium-Ionen-Batterien und zwei Elektromotoren ersetzt, welche im
hinteren unteren Bereich montiert sind. Diese Motoren sind mit einem
Eingang-Getriebe mit integriertem Differenzial verbunden.
Jeder Motor hat eine
Leistung von 145kW, womit der Phantom EE über eine maximale Leistung von 290kW
und 800Nm Drehmoment verfügt, das über einen großen Drehzahlbereich abrufbar
ist. Der Serien-Phantom mit V12 Motor hat 338kW mit einem maximalen Drehmoment
von 720Nm, welches bei 3500U/min anliegt.
Die chemische
Zusammensetzung der Nickel-Kobalt-Mangan-Batterien weist in etwa 230Wh/kg auf,
eine hochenergetische Dichte, welche wichtig ist, um eine akzeptable Reichweite
zu erzielen. Erste Tests haben ergeben, dass der Phantom EE eine Reichweite von
bis zu 200 km hat. Der Sprint von 0 auf 100 wird mühelos in unter acht Sekunden
bei durchgehend starkem Drehmoment absolviert (5,9 Sekunden im Serien-Phantom),
die Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h elektronisch abgeregelt.
Diese Technologie wird
zum ersten Mal im Segment GKL++ (Superluxusfahrzeuge mit einem Preis von
mindestens 200.000 €) eingesetzt; der Batteriesatz ist wohl der größte, der je
in einem Fahrzeug mit Straßenzulassung eingesetzt wurde.
Die Bewertung der
Technologie ist ein wichtiger Bestandteil des Testprogrammes. Hauptsächlich soll
102EX jedoch Antworten auf die Fragen finden, die Rolls-Royce Kunden bewegen;
das betrifft künftige Anforderungen unter anderem zur Reichweite, zur Leistung
und zur Infrastruktur für das Laden der Batterien.
Rückmeldungen von Kunden,
aber auch von Medienvertretern, Freunden der Marke und anderen Interessierten
sind elementarer Bestandteil der Bewertung, ob die Technologie für Rolls-Royce
Motor Cars geeignet ist; als Portal dazu dient die Website
www.electricluxury.com.
Des weiteren bereiten
diese Rückmeldungen die Entscheidung vor, ob eine voll-elektrische oder eine
andere alternative Antriebstechnologie für Rolls-Royce Automobile der Zukunft am
besten geeignet ist.
DESIGN
„Das authentische
Designkonzept unterstreicht die experimentellen Eigenschaften des Fahrzeuges
perfekt, mit dem auch Licht-, Raum- und Materialoptionen geprüft werden. Wenn
wir am grundlegenden Design etwas verändert hätten, dann hätte das Konzept seine
Glaubwürdigkeit verloren - man hätte es als reine Designstudie verstanden. Es
ist ein echtes Experimental Car, das Wahrnehmungen, Emotionen und Werte
herausfordert, aber auch alternative Antriebstechnologien sondieren soll.“ – Ian
Cameron, Chefdesigner Rolls-Royce Motor Cars.
Der 102EX trägt die
berühmten Markenzeichen des Rolls-Royce Phantom, auf dem er basiert. Das zeigen
beispielsweise die Ergebnisse wahrer handwerklicher Kunst und der hohen
Aufmerksamkeit zum Detail, aber auch die klassischen Design-Elemente wie der
Pantheongrill und die Spirit of Ecstasy, die 2011 ihren einhundertsten
Geburtstag feiert. Im Wesen ist er jedoch ein Experimental Car, das
zurückhaltend auf sein elektrisches Antriebsaggregat verweist.
Das Design arbeitet mit
einer differenzierten Ästhetik, es experimentiert mit dem Innenraum und
Ausstattungselementen, aber auch mit Materialien und Beleuchtung. Diese werden
gerahmt durch funktionale Erwägungen für einen elektrisch angetriebenen
Rolls-Royce – insbesondere wie das Fahrzeug wahrscheinlich genutzt wird und
welche Veränderungen die Technologie in Sachen Innenraum und Exterieur mit sich
bringt. Gleichzeitig unterstreichen diese Überlegungen den authentischen
Rolls-Royce Charakter des 102EX.
ATLANTIC CHROME EXTERIEUR
Das Designteam hatte die
Aufgabe, einen Außeneindruck für den Phantom EE zu schaffen, der ihn als
einzigartiges Fahrzeug ausweist und ihn vom Serien-Phantom klar unterscheidet,
ohne allerdings das Design zu offensichtlich zu verändern. Dies stellt sich
deshalb als besondere Herausforderung dar, weil alle Phantom-Modelle sehr
individuell sind – so haben Kunden die Auswahl unter bis zu 45.000 Bespoke-Farben.
Eine auf besondere Art
changierende Farbe wurde entwickelt, die „Cermamic“-Nanopartikel enthält. Unter
dem Mikroskop wirken diese wie Silberpartikel, sie sind zwischen 8.000 und
80.000 mal dünner als ein Haar und in etwa 1.000 mal kleiner als ein Partikel
eines normalen Metallic-Lackes.
Die ersten lackierten
Teile beeindruckten das Designteam immens, insbesondere weil man wusste, dass
mit der Größe der lackierten Flächen auch die Wirkung weiter zunimmt. Das Team
gab sich jedoch keinerlei Illusionen zur vor ihm liegenden Aufgabe hin.
Insgesamt sind sechzehn
Farbschichten aufgebracht, vier davon aus Atlantic Chrome, viele Stunden wurden
danach zusätzlich für einen perfekten Endeindruck investiert. Der Lack ist
schlicht beeindruckend. Phantom EE beherrscht die Bühne, der Lack unterstreicht
klare, fast schon ziselierte Linien; die Außenfarbe erscheint wie von Tau
benetzt. Der Effekt verstärkt sich, wenn sich die Lichtbedingungen ändern.
BELEUCHTETE SPIRIT OF
ECSTASY
Neben der Präsentation
des 102EX erlebt 2011 einen weiteren Meilenstein der Geschichte von Rolls-Royce
Motor Cars. Am 6. Februar 1911 wurde das Design der von Charles Sykes
gezeichneten Spirit of Ecstasy erstmals registriert, der Beginn einer nun
bereits mehr als hundertjährigen Tradition, in der die berühmte Ikone
Rolls-Royce Automobile schmückt, von den legendären Silver Ghosts, Clouds und
Shadows des 20. Jahrhunderts bis zu den heutigen handgefertigten Phantom- und
Ghost-Modellen.
Die Spirit of Ecstasy des
Phantom EE überblickt den Kühlergrill oberhalb des roten Doppel-R-Emblems,
welches sich auf allen Experimental Cars (EX) befindet. Die aus Makrolon statt
rostfreiem Stahl hergestellte Spirit of Ecstasy wird in blaues LED-Licht
getaucht, was auf den elektrischen Antrieb unter der Motorhaube hinweist. Dieses
Bild findet sich auch auf der Webseite
www.electricluxury.com, auf der Rolls-Royce Motor Cars die Debatte zu
„Electric Luxury“ auf die Online-Community ausweiten und Meinungen von Freunden
der Marke, Medienvertretern und einer breiteren Öffentlichkeit einholen möchte.
DETAILS ZUM INTERIEUR
Anzeigeelemente in
Atlantic Chrome spiegeln die Exterieurfarbe im Interieur, sie sorgen für eine
feine Balance zwischen Interieur und Exterieur. Die analogen Anzeigen
unterstreichen den zeitlosen Charakter, der in jedem Phantom-Interieur zu
erleben ist.
Andere Veränderungen
passen das Design vorsichtig an. So wurden beispielsweise einige Anzeigedetails
leicht modifiziert, um Informationen zu bieten, die für den Fahrer eines
elektrischen Fahrzeugs wichtig sind. Die Tankanzeige wurde so durch eine
Batterieladezustandsanzeige ersetzt.
Eine der auffallendsten
Informationen jedes Rolls-Royce Phantom ist die „Power Reserve“-Anzeige, die
sich neben der Geschwindigkeitsanzeige befindet. Diese verrät, wieviel der
Leistung des V12-Motors dem Fahrer noch zur Verfügung steht. Phantom EE stellt
dieses Konzept auf die nächste Stufe.
Die Anzeige ist um ein
Rückgewinnungssymbol erweitert, welches die Anzeige jenseits der 100%-Marke des
Standard-Phantoms führt. Abhängig vom Vortrieb wird der Grad der Wiederaufladung
der Batterien widergespiegelt, während sich das Fahrzeug bewegt.
BATTERIELADUNG IM
FAHRZEUG-AUSSENBEREICH
Zur Ladung dient eine
fünfpolige Steckdose, die den normalen Tankmechanismus des Phantom ersetzt. Die
serienmäßige Tankklappe wurde durch eine durchsichtige Klappe ersetzt, die das
RR-Monogramm und das 102EX-Symbol zeigt. Das Fenster umrahmt dreifarbige LEDs,
die den Ladezustand des Fahrzeugs anzeigen.
Nach dem Starten des
Ladevorganges ist die Steckdose in blaues Licht getaucht, welches während des
Ladens zu blinken beginnt. Nach vollständiger Ladung wird das Display grün und
blinkt dann grün, wenn das Ladesystem abschaltet. Eine potenzielle Störung wird
durch durchgängiges oder blinkendes Rotlicht angezeigt.
Die Aufladung kann durch
einen Schalter unterbrochen werden, welcher sich neben der Steckdose befindet.
Der Vorgang kann auch durch einen weiteren Schalter unter der Mittelkonsole
gesteuert werden, zum Beispiel wenn das Fahrzeug per Induktion geladen wird.
DETAILS ZUR MITTELKONSOLE
Ein Schlüsselmerkmal des
Phantom EE ist die Lade- und Steuerungseinheit, welche sich unter der
Mittelarmlehne befindet. Ein einzelner Schalter startet und unterbricht den
Ladevorgang. Das Display selbst gibt das Bild einer Batterie wieder und wird von
LEDs beleuchtet.
Wie bei der Anzeige an
der Steckdose an der Fahrzeugaußenseite, wechselt die Anzeige ihre Farbe
entsprechend ihres Ladezustands. Eine blau leuchtende Batterie symbolisiert,
dass das Fahrzeug normal geladen wird, während ein pulsierendes Blau anzeigt,
dass per Induktion geladen wird. Grün zeigt an, dass das Fahrzeug vollgeladen
ist, während Rot die Versuchsingenieure über potenzielle Fehler informiert.
CORINOVA LEDER
„Bei Rolls-Royce sind wir
stolz auf ein authentisches und natürliches Produkt mit unübertroffener Qualität
für unsere Kunden. Seton Corinova ist ein experimentelles, pflanzlich gegerbtes
Leder. Es erlaubt uns noch mehr Details, Falten und andere Eigenschaften
hervorzuheben, die Teil des Lebens des Tieres sind. Es ist ein sensiblerer
Ansatz für das Leder, der unser Wissen über die Möglichkeiten im Interieur eines
Rolls-Royce erweitert. Wir sind sicher, dass unsere Kunden, die das während der
Tour sehen, davon begeistert sein werden.“ – Andrew Monachan, General Manager
Leathershop Rolls-Royce Motor Cars.
Die individuellen
Holzinterieur-Furniere bieten dem Auge einzigartige Körnungen, Muster und
Details, die dafür sorgen, dass jedes Fahrzeug, welches Goodwood verlässt, so
einzigartig ist wie der Fingerabdruck seines Besitzers. Phantom EE hebt dieses
Konzept auf die nächste Stufe.
Sein Lederinterieur
basiert auf einem natürlichen Gerbverfahren, das Corinova getauft wurde. Dieses
verleiht dem Leder noch mehr Individualität und gibt den Sitzen, dem Boden und
den Armlehnen noch mehr Tiefe.
Meist ist für Automobile
produziertes Leder chromgegerbt. Das ist ein wichtiger Zusatz, der den Häuten
eine festere Struktur gibt und Kollagen beifügt. Der Fassfärbeprozess, der zur
Färbung von Phantom Interieurleder eingesetzt wird, erzeugt eine gleichmäßig
tiefe Färbung, während das natürliche Gefühl und die Weichheit erhalten bleiben.
Das experimentelle Leder
Corinova unterscheidet sich davon, da es chromfrei ist. Das fängt bereits mit
dem Einsatz von Glutardialehyden für die Vorbereitung der Färbung an. Ein
Kastanienextrakt, nachhaltig in Südeuropa hergestellt und Tarapulver aus den
gemahlenen Früchten des Tarabusches aus Südamerika werden für die Färbung in der
Trommel verwendet. Die Früchte werden von der Pflanze geerntet, das Endprodukt
besteht aus einer Kombination aus natürlichen Bindemitteln und High-Tech-Polymeren.
Der Prozess ist nur für
bestimme erdige Farbtöne einsetzbar – im Falle von Phantom EE ist es Chestnut
für die Sitzbezüge und Quebracho Brown für andere Bereiche, wie etwa die
Fußraum- und Kofferraumverkleidung, welche aus widerstandsfähigem Sattelleder
gemacht sind.
Abgesehen von
ästhetischen Unterschieden kann Corinova-Leder auch praktische Vorteile
aufweisen. Es benötigt weniger Farbe als ein standardmäßig chromgegerbtes Leder
und produziert weniger Abfall. Es macht die Verwendung von raffinierten
Produkten überflüssig.
Rolls-Royce möchte die
Wahrnehmung herausfordern, der erste Eindruck wird sich ohne Zweifel auf das
äußere Erscheinungsbild konzentrieren. Eigenschaften, die das Leben des Tieres
spiegeln, werden besonders im Bereich der Sitze und der Armlehnen sichtbarer als
in einem Serien-Phantom. Für manche Besitzer mag der Wechsel von dem aufwendig
produzierten Leder bisheriger Phantom-Modelle wie ein Kompromiss erscheinen, aus
einem anderen Blickwinkel könnte es jedoch die ohnehin großen Möglichkeiten zur
Individualisierung eines Rolls-Royce Phantom noch erweitern.
Das Leder soll neben dem
Sammeln von Kundenmeinungen während der mehrmonatigen Tour auf seine
Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit getestet werden.
INTERIEUR
Phantom EE entfernt sich
im Interieur von klassischen Holzfurnieren, die aktuell in einem großen Teil
von Kundenfahrzeugen verbaut werden. Er ist mit einer markant gewobenen,
Aluminium-bedampften Folie ausgestattet, die das Fahrzeuginnere klar konturiert
und einen Kontrast zum dunklen, natürlichen Leder darstellt. Wie beim
Corinova-Leder ist das Ziel, die traditionelle Wahrnehmung darüber
herauszufordern, was ein Rolls-Royce Interieur bestimmt.
BATTERIESATZ
Der Phantom EE hat wohl
den größten Batteriesatz aller Automobile. Er erreicht 850A, die bei 338V
Wechselstrom anliegen. Die Kapazität beträgt 71kWh. Der Batteriesatz enthält
große NCM-Zellen. NCM (Lithium-Nickel-Kobalt-Mangan-Oxid) ist eine Variation der
Lithium-Ionen-Zelle, die besonders energetisch ist und eine hohe Leistungsdichte
hat.
Der Batteriesatz des
Phantom EE beinhaltet fünf Zellmodule; ein Zellenmodul mit 38 Zellen, eines mit
36 und drei kleinere mit 10, 8 und 4 Zellen, die unsymmetrisch angeordnet sind.
Diese Einheit ähnelt der Form des ursprünglichen Motors und des Getriebes.
Jede der 96 Zellen wurde
einzeln getestet, bevor sie zu Modulen angeordnet wurden. Die Komponenten wurden
dann weiter unter Last getestet, um sicherzustellen, dass die Verbindungen unter
den Zellen entsprechend den Erwartungen funktionieren.
Die elektronischen
Überwachungseinheiten der Zellen wurden durch gründliche
Temperaturschwankungstests geprüft und kalibriert, bevor sie verbaut wurden.
Diese Tests wurden so ausgelegt, dass zu schwache Komponenten sofort auffallen.
Die zentrale Leistungselektronik wurde getrennt von den anderen Komponenten auf
ihre korrekte Arbeitsweise überprüft.
Drei separate
Ladeeinheiten (je 3kW) sind mit der Batterie verbunden, welche die Ein-Phasen-Ladung
(20 Stunden) und Drei-Phasen-Ladung (8 Stunden) ermöglicht; für einen
Personenwagen ist dies einzigartig. Ein viertes Induktionsladegerät ist verbaut,
um das kabellose Laden zu ermöglichen - eine Technik, die mit dem Phantom EE
erprobt wird.
Nach den Berechnungen
arbeitet der Batteriesatz zuverlässig drei Jahre, wenn das Fahrzeug jeden Tag
verwendet wird. Teil des Versuchsprogrammes ist es, diese Annahme in einem
realen Umfeld zu testen und eine genauere Aussage über die Lebensdauer der
Batterien treffen zu können.
INDUKTIONSLADUNG
Einige Bedenken mit Blick
auf Elektrofahrzeuge bezogen sich in der Vergangenheit auf die nicht
ausreichende Infrastruktur zur Ladung der Batterien und das unkomfortable
Hantieren mit Kabeln, die zwischen dem Fahrzeug und der Stromquelle benötigt
werden.
Um Rolls-Royce Besitzern
eine mögliche Lösung des Problems zu präsentieren, wird am Phantom EE die
Induktionsladung getestet. Diese ermöglicht das Wiederaufladen der Batterien
ohne physische Verbindung, ein deutlicher Komfortgewinn für den Kunden und
erster Hinweis auf das Potential eines Netzes von Induktionsladestationen.
Induktionsladung basiert
auf zwei Elementen: ein Induktionsfeld im Boden, welches mit dem Stromnetz
verbunden ist, und ein Induktionsfeld, das am Unterboden des Phantom EE am
Batteriesatz angebracht ist. Elektromagnetische Wellen werden berührungsfrei
über diese beiden Felder übertragen.
Das System weist zwischen
Stromnetz und Batterie eine Effizienz von 90% auf und ist tolerant, was die
Genauigkeit des Parkens über dem Induktionsfeld betrifft. Es ist nicht notwendig
den Transmitter und den Empfänger am Phantom exakt übereinander zu platzieren,
um das Laden zu starten. Ladefelder können Strom über 400mm übertragen, während
der Abstand der beiden Felder bei der Phantom EE Lösung nur 150mm beträgt.
Die verbundenen
Schaltkreise werden durch Ausgleichskondensatoren abgestimmt. Aufnahme-Spulen im
Empfänger werden magnetisch mit der Primärspule verbunden. Die Stromübertragung
wird durch die Abstimmung der Aufnahme-Spule auf die Frequenz der Primärspule
mit Hilfe eines Reihen- oder parallel geschalteten Kondensators erreicht.
Die Aufnahme-Steuerung
ist ein wesentliches Element der Lösung, da sie die Energieabgabe vom
Empfängerfeld an die Batterien regelt. Es ist notwendig, dass die Abgabe
unabhängig von der Ladung und der Entfernung der Felder ist. Ohne die
Steuereinheit würde die Voltzahl bei abnehmender Entfernung steigen und bei
zunehmender Entfernung fallen.
Das Übertragungsfeld
wurde so konstruiert, dass keine elektromagnetische Strahlung auf Umstehende
wirkt, das System entspricht den gängigen internationalen Standards. Der
Aluminium-Space-Frame des Phantom bietet zusätzlich einen hundertprozentigen
Schutz für Fahrzeuginsassen, die während des Ladevorganges im Fahrzeug bleiben.
ELEKTRISCHE AUTOMOBILE
UND DIE GRÜNDERVÄTER VON ROLLS-ROYCE
Charles Rolls, Henry
Royce und Claude Johnson spielten eine Rolle in der Elektrotechnik-Welle, die
dem Verbrennungsmotor als dominierender Technologie vorausging. Henry Royce war
ausgebildeter Elektroingenieur, bevor er sich dem Automobilbau zuwandte.
Sein Unternehmen F.H.
Royce and Co, das mit dem Verkauf von einfachen Lampen und Klingeln in den
1890er Jahren begann, wurde durch die Entwicklung und den Verkauf von Dynamos,
Elektromotoren und Industriekränen erfolgreich. Zu Royces Innovationen gehörte
auch der patentierte Bayonett-Glühbirnensockel, eine Entwicklung, die heute noch
genutzt wird.
Einer von Royces Kunden
war Pritchett and Gold, ein Unternehmen in Feltham in Middlesex, England. Neben
der Produktion von Akkumulatoren entwickelte dieses Unternehmen auch elektrisch
betriebene zweisitzige Autos; mindestens eines davon wurde mit einem
elektrischen Motor von Royce betrieben.
Charles Rolls
experimentierte in den Jahren, bevor Rolls und Royce sich trafen, auch mit
elektrischer Mobilität. Er verhandelte über die Verkaufsrechte eines
elektrischen Einspänners für C.S. Rolls and Co in der Conduit Street in London,
das später die Exklusivrechte für den Verkauf von Rolls-Royce Modellen besaß.
Es ist wahrscheinlich,
dass dieses Auto Teil des „City and Suburban Electric Car Project“ war, ein
Joint-Venture zweier Männer: Paris Singer und Claude Johnson. Das Projekt hatte
nur eine kurze Lebensdauer und Johnson verließ es, um am rapide wachsenden
Geschäft von Rolls teilzuhaben; er wurde später Geschäftsführer von Rolls-Royce.
Bekannt wurde er als „der Bindestrich in Rolls-Royce“ und spielte eine zentrale
Rolle beim Erfolg des Unternehmens.
Charles Rolls hatte die
Vorzüge des elektischen Antriebs erkannt – er hat allerdings auch früh seine
Bedenken bezüglich Reichweite und Aufladung geäußert. Ein Modell names Columbia
war aus seiner Sicht das beste seiner Art, entsprechend kommentierte er im
„Automobile Journal“:
„Sie sind absolut lautlos
und sauber. Es gibt keine Gerüche oder Vibrationen, sie werden sich in Städten
als sehr nützlich erweisen, wenn feste Ladestationen aufgebaut werden können.
Aber für die Nutzung auf dem Land glaube ich nicht, dass sie sehr nützlich sind
– zumindest nicht in den kommenden Jahren.“
Als später die ersten
benzinbetriebenen Rolls-Royce nach Amerika exportiert wurden, glaubten manche
Behörden aufgrund der fast lautlosen Motoren nicht, dass dies keine
Elektrofahrzeuge waren.
Im 21. Jahrhundert ist
Lautlosigkeit nach wie vor ein Schlüsselmerkmal für Automobile von Rolls-Royce.
Andere Eigenschaften elektrischer Antriebe passen auch zu den Charakteristika
eines Rolls-Royce, die Leistungsentfaltung bei niedrigen Geschwindigkeiten ist
als Beispiel zu nennen.
Dank neuer
Errungenschaften in der Batterietechnologie kann es sein, dass der fehlende
Nutzen, auf den sich Rolls vor mehr als einem Jahrhundert bezog, jetzt
ausreichend entwickelt ist, um vollelektrisches Fahren wieder in Betracht zu
ziehen.
Um eine Frage für das 21.
Jahrhundert an Kunden, Freunde der Marke und die Medien zu richten: Electric
Luxury – kann dieser Anspruch perfekt umgesetzt werden oder ist es eher ein
inakzeptabler Kompromiss für Rolls-Royce Motor Cars?
www.electricluxury.com
TECHNISCHE DATEN
Anzahl Türen/Sitze
4 / 5 (optional 4)
Fahrzeuglänge 5840 mm
Fahrzeugbreite 1990
mm
Fahrzeughöhe (unbeladen)
1638 mm
Radstand 3570 mm
Wendekreis 13.8 m
Überhang vorn
1687 mm
Überhang hinten
1671 mm
Schulterfreiheit vorn
1509 mm
Schulterfreiheit hinten
1431 mm
Beinfreiheit vorn
1028 mm
Beinfreiheit hinten
1109 mm
Kopffreiheit vorn
1051 mm
Kopffreiheit hinten
979 m
Kofferraumvolumen
(DIN) 460l
Leergewicht (DIN)
2,720 kg
Zulässiges Gesamtgewicht
3,030 kg
Zuladung 300 kg
Max. Achslast vorn
1,473 kg
Max. Achslast hinten
1,548 kg
Maximale Leistung
290 kW
Drehmoment 800 Nm
Batterie:
Chemische Zusammensetzung
NCM (Lithium-Nickel-Kobalt-Mangan-Oxid) li-ion
Zellenzahl 96
Beuteldesign
Kapazität 71kWh
Gewicht Batteriesatz
640 kg
Spitzenstrom 330 kW at
850 Amps
Ladezeit (geschätzt)
20 Stunden Ein-Phasen-Ladung / 8 Stunden Drei-Phasen-Ladung
Getriebeart Ein-Gang
6:5:1 mit integriertem Differenzial
Lenkungsart EHPS
Zahnstangenantrieb, geschwindigkeitsabhängige ^ Lenkunterstützung
Bremsen
Front / Durchmesser
belüftet / 374 mm
Heck / Durchmesser
belüftet / 370 mm
Windwiderstand (cd) 0.37
Windwiderstand Cd x
A 1.041m2
Höchstgeschwindigkeit
160 km/h (elektronisch abgeregelt)
Beschleunigung 0-100
km/h Unter 8 Sekunden
CO2 Emissionen
Null
Vorderreifen: Goodyear
EMT 255/50 R21 106W
Hinterreifen: Goodyear
EMT 285/45 R21 109W
Räder (21 Zoll Alu)
Radgröße vorn
8 Zoll x 21 Zoll
Radgröße hinten
9.5 Zoll x 21 Zoll
12V Batterie Kapazität / Lage 90+70 Ah / Kofferraum
Quelle: Rolls Royce |